Nach Pleite gegen Ungarn Experten-Debatte: Littbarski und Calmund mit steiler WM-These

Thomas Müller (r) fasst sich an den Kopf. Neben ihm stehen sein Teamgefährte Jonas Hofmann (M) und Willi Orban von Ungarn.

Das war gar nichts. Thomas Müller rauft sich im Spiel gegen Ungarn (23. September 2022) nach einer vergebenen Chance frustriert die Haare.

Was bedeutet die Niederlage im Länderspiel gegen Ungarn für die deutschen WM-Chancen? Einige Experten glauben trotzdem daran, dass das Team von Hansi Flick um den Titel mitspielen kann.

Nach der 0:1-Niederlage gegen Ungarn herrscht Aufregung um das deutsche Team. Droht in Katar das dritte Turnier-Versagen in Folge? Oder war die Pleite nur ein Ausrutscher der Mannschaft von Hansi Flick (57)?

„Die Niederlage ist vielleicht zur rechten Zeit gekommen. Besser ärgern wir uns jetzt als bei der WM“, sagte der Bundestrainer und biss sich mehrmals auf die Zunge. „Ab und zu sollte man nicht ganz seine Emotionen rauslassen.“

Pierre Littbarski nach Niederlage: Bayern-Krise hat Spuren hinterlassen

Der Löw-Nachfolger startete mit acht Siegen in Serie, war 13 Spiele ungeschlagen. Doch nun heißt es: Nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Spielen und ein blutleerer Auftritt gegen Ungarn, die nicht einmal für Katar qualifiziert sind.

Weltmeister Pierre Littbarski (62) war als Augenzeuge im Leipziger Stadion. Er will bei der Schwarzmalerei nicht mitmachen. „Das ist nur eine Momentaufnahme. Die Mannschaft hat unter Flick doch auch schon herzerfrischenden Fußball gespielt“, sagte er zu EXPRESS.de. „Die Leute, die nicht verantwortlich sind, und jetzt Kritik üben, machen es sich da immer leicht“.

Ein Problem des Teams hat aber auch der 73-malige Nationalspieler erkannt: „Man sieht, dass die derzeitige Phase im Verein bei den Spielern des FC Bayern Spuren hinterlassen hat. Fußball spielt sich immer stark im Kopf ab“. Außerdem verweist er darauf, dass sein Freund Flick keine anderen Akteure zur Verfügung habe.

Pierre Littbarski spricht zu Mitgliedern des Fanclubs der Nationalmannschaft.

Weltmeister Pierre Littbarski war auch beim Länderspiel in Leipzig, begrüßte dort unter anderem Mitglieder des Fanclubs.

Daher bleibt bei Littbarski das Prinzip Hoffnung: „Wir haben genug Klasse auf dem Platz, die können alle kicken. Schon gegen England wird das anders aussehen. Ich habe noch gar keine Bedenken im Hinblick auf die WM.“

Ähnlich sieht es Fußball-Schwergewicht Reiner Calmund (73). „Wenn die Spieler eine englische Woche nach der anderen haben, ist es doch klar, dass die letzte Spannkraft, der letzte Pep und ein paar Prozent fehlen. Wir sprechen immer noch über Menschen.“

Nationalspieler haben noch 13 Spiele in sechs Wochen vor der WM

Die Manager-Legende verweist im EXPRESS.de-Gespräch auf den brutalen Spielplan. Bis zum Abflug nach Katar müssen die Stars noch 13 Pflichtspiele in Bundesliga, Europapokal und DFB-Pokal binnen sechs Wochen abreißen. „Da ist es doch klar, dass in Sachen Motivation die eh überflüssige Nations League hinter den anderen Wettbewerben nur an dritter Stelle steht“.

Calli glaubt auch an ein anderes deutsches Gesicht in Katar. „Wenn ein WM-Spiel angepfiffen wird, ist die Einstellung eine ganz andere. Und über den Kader brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Es gibt keine anderen Spieler, die der Mannschaft entscheidend helfen würden.“

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