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„30 % des Körpers verbrannt“Crans-Montana: Fußballer in deutsche Klinik geflogen

Aktualisiert

Unter den Verletzten des tragischen Feuers in der Bar Le Constellation in Crans-Montana ist auch ein junger Fußballer des französischen Erstligisten FC Metz.

Die Feuer-Tragödie in Crans-Montana sorgte in der Schweiz für den schlimmstmöglichen Start in das neue Jahr. Weit über die Landesgrenzen hinaus herrscht Entsetzen über das Flammen-Inferno mit rund 40 Todesopfern und über 100 Verletzten, unter ihnen auch Touristinnen und Touristen aus dem Ausland.

Der französische Fußball-Erstligist FC Metz hat an Neujahr darüber informiert, dass sein Nachwuchstalent Tahirys Dos Santos (19) in der Silvesternacht ebenfalls vor Ort war und den Brand mit schwersten Verletzungen überlebte.

FC Metz bangt um Gesundheit von Tahirys Dos Santos

In einer Stellungnahme auf den offiziellen Vereins-Kanälen schrieb das Tabellenschlusslicht der Ligue 1: „Der 19-Jährige wurde mit schweren Verbrennungen per Helikopter nach Deutschland gebracht, wo er aktuell in Behandlung ist.“

Sein Berater Christophe Hutteau berichtete dem französischen Nachrichtensender BFM TV: „Ich kann nicht sagen, dass er wohlauf ist, weil er grauenvoll leidet. Er hat Verbrennungen, die sich auf 30 Prozent seines Körpers erstrecken.“ Zumindest die beim Brand stark in Mitleidenschaft gezogene Atmungsfähigkeit habe sich allerdings gebessert.

Ein Großteil der Opfer, die sich mit schweren Verletzungen aus dem Innenraum der Bar Le Constellation hatten retten können, sollen sich laut Medienberichten in kritischem Zustand befinden.

„Spieler, Trainer und alle Mitarbeiter des Vereins sind zutiefst bewegt und drücken in diesem schwierigen Moment ihr aufrichtiges Beileid an Tahirys, der gegen seine Verletzungen kämpft“, schrieb der FC Metz in dem Statement.

Weitere Informationen würden erst dann zur Verfügung gestellt, „sobald sich ein deutlicher Unterschied bei Tahirys’ Zustand ergibt.“ Bis dahin appellierte der Klub, die Privatsphäre des Spielers und seiner Familie zu respektieren.

Der Abwehrspieler stammt aus der Jugend des Klubs in der Region Lothringen und stand in dieser Saison bei einem Pokalspiel erstmals im Profi-Kader. Regulär spielt er für die zweite Mannschaft des Klubs in der fünften französischen Liga.

Dos Santos soll unter anderem mit dem luxemburgischen Junioren-Nationalspieler Eliot Thelen (18) vor Ort gewesen sein, der bis vor einem Jahr noch in der Jugend des FC Metz gespielt hatte. Der Mittelfeldspieler, inzwischen in Diensten von Delfino Pescara in Italien, überstand den Brand Berichten zufolge mit leichten Verletzungen an der Hand.

Die Behörden haben sich innerhalb der ersten 24 Stunden noch nicht eindeutig zur Ursache des Feuers geäußert. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem „Flashover“ in der Bar – ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Feuerwalze verglich.

Viele der Schwerverletzten sind zwischen 16 und 26 Jahre alt. Die Feuerkatastrophe gilt als einer der schlimmsten Unfälle in der Geschichte der Schweiz, zumal befürchtet wird, dass sich die Zahl der Todesopfer durch die hohe Zahl der Schwerstverletzten noch erhöhen könnte.