Fußball im TV kann anstrengend sein. Das beweist Christian Straßburger eindrucksvoll bei der WM.
Wildes Rumgeschreie, platte SprücheEr ist Deutschlands nervigster WM-Kommentator

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Christian Straßburger bei der Arbeit an der Essener Hafenstraße.

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Christian Straßburger nervt. Bei MagentaTV kommentiert der gebürtige Düsseldorfer WM-Spiele. Wobei: Eigentlich schreit er uns Zuschauer permanent an.
Das braucht wirklich kein Mensch – auch nicht morgens um 5 Uhr. Ein Kommentar.
Ständiges Rumgeschreie und Sprüche von der Bingo-Karte
Klar, die Geschmäcker sind verschieden. Und als Fußball-Kommentator im TV hat man es selten leicht – und kann es nicht jedem Zuschauer oder jeder Zuschauerin rechtmachen. Wem Christian Straßburgers Stil am Mikrofon gefällt, der steht offensichtlich auf Ohrenschmerzen.
Wer sich um 5 Uhr morgens privat dafür entscheidet, Türkei gegen Paraguay zu schauen, muss schon ein bisschen bekloppt sein. Wer dann aber bei MagentaTV einschaltet, dreht sofort den Ton runter. Der Grund: Christian Straßburger ist wieder am Mikrofon. Und dabei viel zu laut. Wie immer.
Straßburger ist kein Anfänger, der seinen Stil noch finden muss. Er übt den Beruf schon seit Jahren aus, fing als Stadionsprecher bei Rot-Weiß Oberhausen an. Anschließend brüllte er sich dann so emotional und kultig durch das „FohlenRadio“ von Borussia Mönchengladbach, dass irgendwer beim Pay-TV-Sender MagentaTV auf die Idee kam, dass es ein guter Einfall sein könnte, ihn dort Fußball-Spiele kommentieren zu lassen.
Seitdem schreit er sich erfolgreich durch die 3. Liga. Und mittlerweile kommt man auch in der Europa League, bei EM und WM nicht am wohl lautesten Gladbach-Fan der Welt vorbei. Sein Sprüche-Feuerwerk, das er regelmäßig auf die Zuschauer und Zuschauerinnen niederprasseln lässt, wirkt dabei immer ein wenig auswendig gelernt. Er hetzt durch die Übertragungen und hakt dabei seine achso kultigen Sprüche wie von einer Bingo-Karte ab. Bei Straßburger wirkt nichts authentisch, nichts spontan, dafür aber immer zwei bis drei Spuren zu aufgeregt. Man hat das Gefühl, er wolle auf Teufel komm raus viral gehen.
Eine Übertragung mit ihm ist unangenehme Emotion auf Knopfdruck. Und dafür benötigt er nicht etwa einen Torjubel. Bei Straßburger liegt der Fall anders. Der Ball fliegt über die Mittellinie: Straßburger schreit. Ein Pass in den eigenen Strafraum: Straßburger schreit. Eine Auswechslung: Straßburger schreit. Anstoß: Ihr ahnt es schon ...
Das ist alles nur schwer zu ertragen. Egal, zu welcher Uhrzeit. Am Donnerstag schrie er sich 90 Minuten in der Primetime durch die Partie Schweiz - Bosnien-Herzegowina, und als Zuschauer fragte man sich beim ausufernden Jubel nach dem 1:0 unweigerlich, ob es wohl schon einmal in der Fußball-Geschichte ein Joker-Tor gegeben habe. Straßburger verwechselt Lautstärke mit Emotion, hat kein Gefühl für die Situation, weshalb bei ihm schlicht Dauer-Ekstase auf dem Programm steht.
Am frühen Samstagmorgen terrorisierte Straßburger dann diejenigen, die das Spiel zwischen der Türkei und Paraguay gucken wollten. Das einzig Gute: Einschlafen konnte dabei niemand.
