Am Ende einer hitzigen Partie bei Galatasaray steht für Stuttgart nach vielen vergebenen Chancen die erste Niederlage in dieser Champions-League-Saison.
Stuttgart-Pleite im HexenkesselWilde Szenen bei VfB-Niederlage in Istanbul

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Gerade in der erste Halbzeit brannte zwischen Galatasaray Istanbul und dem VfB Stuttgart die Luft.
Im emotional extrem aufgeladenen Stimmungstempel von Galatasaray Istanbul hat der VfB Stuttgart seine erste Niederlage in dieser Champions-League-Saison kassiert.
Gegen die giftigen Gastgeber unterlag der fehleranfällige Fußball-Bundesligist in der hitzigen Atmosphäre des Ali Sami Yen Spor Kompleksi mit 0:2 (0:2). Aleksei Batrakov (12. und 15. Minute) erzielte vor rund 50.000 Besuchern beide Tore für den türkischen Serienmeister.
Stuttgart liegt schon früh in Istanbul hinten
Nur kurz vor dem Anpfiff wurde es einmal fast ganz still im Stadion. Nach dem Tod des spanischen Zweitliga-Profis Jesús de Miguel von CD Teneriffa legten beide Mannschaften eine Schweigeminute ein.
15 Minuten später hatten die Fans der Löwen dann schon zweimal gebrüllt, zweimal hieß der Torschütze Batrakov. Die Zuschauer im Stadion sangen und tanzten, selbst auf der Pressetribüne rissen einige Reporter die Arme nach oben.
Am Istanbuler Freudentaumel war der VfB, der weiter bei sieben Punkten steht, maßgeblich beteiligt. Beim 1:0 landete ein mieser Klärungsversuch von Jeff Chabot, der sein 100. Pflichtspiel für die Schwaben absolvierte, genau bei Batrakov. Torwart Fabian Bredlow, der wieder für Dennis Seimen ran durfte, konnte den ins obere Eck geschossenen Ball nicht mehr abwehren.
Beim 2:0 ließ sich die Stuttgarter Defensive von einem langen Pass von Davinson Sánchez überrumpeln. Batrakov stand plötzlich frei vor Bredlow und schoss dem VfB-Torhüter von halbrechts kommend den Ball durch die Beine.
Viel schlechter hätten die Stuttgarter, bei denen Atakan Karazor nach einem Tritt auf den Knöchel von Victor Osimhen früh Gelb sah, kaum starten können. Bitter für den VfB war vor allem, dass Jamie Leweling beim Stand von 0:0 die große Chance zur eigenen Führung liegen ließ. Nach einer Hereingabe des insgesamt sehr aktiven Chris Führich traf der Flügelspieler den linken Pfosten, von dort sprang der Ball an den rechten, aber eben nicht über die Linie.
Führich zielte kurz vor der Pause knapp vorbei, mehr Möglichkeiten gab es in der ersten Halbzeit nicht gegen die Heim-Defensive um die früheren Bundesliga-Spieler Ismail Jakobs (1. FC Köln) und Roland Sallai (SC Freiburg).
„Natürlich wissen wir, dass viele Störfaktoren auch hinzukommen werden auf dem Platz, neben dem Platz, von außen“, hatte Stuttgarts Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt, der für Luca Jaquez beginnen durfte, vor der Partie gesagt.
Spätestens die Rudelbildung infolge eines hitzig geführten Zweikampfs zwischen Baris Yilmaz und Führich, der nach einem Schubser im Seitenaus landete, lieferte den Beweis. Etliche Spieler und Betreuer mischten mit. Am Ende sahen Yilmaz und Undav, der als erster VfB-Spieler mit dabei war, Gelb.
Erst nach der Pause beruhigte sich die Atmosphäre im Hexenkessel wieder, auch das Spiel legte eine längere Spannungspause ein. Weil der vermeintliche Anschluss durch Führich wegen einer vorigen Abseitsposition nicht zählte, wurde es auch hinten raus nicht mehr wirklich spannend. (dpa)
