„Sehr skeptisch“ Dietmar Hamann schießt nach BVB-Fiasko erneut gegen Videobeweis

Videobeweis-Kritiker Dietmar Hamann hat die ungerechtfertigte Rote Karte gegen Mats Hummels bei der Niederlage von Borussia Dortmund gegen Ajax Amsterdam für neue Kritik am VAR zum Anlass genommen.

Dortmund. Die 1:3-Niederlage von Borussia Dortmund gegen Ajax in der Champions League am Mittwochabend (3. November 2021) steht im Zeichen der frühen Roten Karte für Mats Hummels. Der Abwehrchef des BVB sah, da sind sich eigentlich alle Beobachter einig, zu Unrecht den ersten Platzverweis seiner Königsklassen-Karriere. Auch Dietmar Hamann sieht das so.

Der TV-Experte widmet sich in einer Kolumne für Sky ausgiebig diesem Thema. „Dass es ein Foul war, steht außer Frage, aber der Ajax-Spieler wurde gar nicht oder kaum getroffen, seine Reaktion war aber an Theatralik kaum zu überbieten“, schreibt Hamann.

Aus Sicht des Ex-Nationalspielers drängt sich aber vor allem eine Diskussion über den Videobeweis auf. Die falsche Entscheidung von Schiedsrichter Michael Oliver ist das eine, warum der VAR sie nicht korrigierte, ist aber die Frage, die noch mehr auf den Nägeln brennt.

Dietmar Hamann kritisiert Umsetzung beim Videobeweis

Bei der UEFA gilt eine sehr hohe Schwelle, um Entscheidungen des zuständigen Unparteiischen zu revidieren, aber ein solcher Fall muss doch vorliegen, wenn alle Welt einig ist, dass ein Spieler zu Unrecht vom Platz gestellt wurde. Hamann wünscht sich vor allem mehr Transparenz bei der Entscheidungsfindung.

„Wenn der Videobeweis auf Dauer funktionieren soll, wobei ich sehr skeptisch bin, müssen wir wissen, was zwischen dem Video Assistant Referee und dem Schiedsrichter auf dem Platz gesprochen wird“, urteilt der frühere Mittelfeldspieler. Schließlich habe der VAR den Hauptschiedsrichter nicht zu einer eigenen Ansicht der Bewegtbilder animiert, die womöglich zur Korrektur geführt hätte.

Dietmar Hamann verweist beim Videobeweis auf Umsetzung in der NFL

Dabei geht es aus Sicht von Hamann nicht zuletzt um die Frage der Akzeptanz des Videobeweises als Mittel, das im Fußball eigentlich für mehr Gerechtigkeit sorgen sollte. Er fürchtet, mehr und mehr Fans könnten sich abwenden.

„Im American Football macht man die Konversation auch öffentlich. Was spricht dagegen, den Funk mitzuhören wie in der Formel 1?“, fragt Hamann rhetorisch. Für Borussia Dortmund ist das Kind freilich schon in den Brunnen gefallen. Allerdings, so der TV-Experte, profitierte der BVB gegen Ajax auch von einer Fehlentscheidung, die Referee Oliver sogar nach eigener Ansicht der Bilder fällte: Den Elfmeter für ein Foul an Jude Bellingham hätte Hamann jedenfalls nicht gegeben. (F.N)

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