Zwei Todesfälle bestätigt Tragische Mitteilung nach Skandal-Finale der Champions League

Fans des FC Liverpool stehen beim Finale der Champions League trotz gültiger Tickets vor verschlossenen Stadion-Toren.

Fans des FC Liverpool standen beim Finale der Champions League (28. September 2022) trotz gültiger Tickets vor verschlossenen Stadion-Toren.

Die skandalösen Szenen rund um das Stade de France überschatteten im Mai das Finale der Champions League. Aus Liverpool gibt es nun tragische Meldungen zu den Spätfolgen der beklemmenden Zustände.

Tragische Bilanz nach den dramatischen Szenen beim Finale der Champions League in Paris.

Schon in den Tagen nach dem Endspiel zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool (1:0) am 28. Mai 2022 war das Versagen der Organisatoren im Umgang mit den Fan-Massen rund um das Stade de France Thema. Die Betrachtung vier Monate später zeigt deutlich schlimmere Folgen als die Zahl der 238 Verletzten, die damals bilanziert worden waren.

Champions League: Suizid wegen Paris-Erlebnissen

Aus Liverpool wurde Anfang der Woche bekannt, dass zwei Anhänger der Reds infolge ihrer Erlebnisse Suizid begangen haben. Demnach habe es sich um zwei Überlebende der Stadion-Tragödie von Hillsborough aus dem Jahr 1989 gehandelt, deren überstanden geglaubte Traumata durch die beklemmende Lage vor den Stadiontoren in Paris wieder ausgelöst worden sei.

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Auf einer Pressekonferenz am Montag (26. September 2022) informierte Peter Scarfe von der Hillsborough Survivors Support Alliance (HSA) über die Schicksale eines 52-Jährigen und eines 63-Jährigen, die im Zusammenhang mit den Vorgängen des 28. Mai stehen. Der erste Suizid habe sich bereits eine Woche nach dem Endspiel ereignet, der zweite Mitte September.

Die HSA kümmert sich als Hilfsorganisation um die Überlebenden der Stadion-Katastrophe von 1989, als im Finale des FA Cups zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest in Sheffield 97 Menschen ums Leben gekommen waren und sich weitere 766 Personen verletzt hatten.

Champions League: Chaotische Szenen überschatteten Endspiel

„Wir mussten Menschen nach dem Stade de France wieder in Therapie schicken“, berichtete Scarfe. Insgesamt habe es in diesem Jahr drei Suizide von Hillsborough-Überlebenden gegeben, zwei davon stünden in direktem Zusammenhang mit dem Besuch beim chaotischen Endspiel der Champions League in der französischen Hauptstadt.

Dort hatten sich vor dem um 36 Minuten verschobenen Anpfiff dramatische Szenen abgespielt. Weil einzelne Menschen ohne Eintrittskarten ins Stadion gestürmt waren, hatten die Verantwortlichen die Stadion-Tore mitten beim Einlass wieder geschlossen und abgeriegelt. Polizisten setzten Tränengas auch gegen Unbeteiligte ein, denen trotz gültiger Eintrittskarten zunächst der Eintritt verwehrt wurde.

Dadurch kam es im Umlauf des Stade de France zu panikartigen Szenen. Die Liverpool-Fans waren bereits zuvor auf dem Weg zu einem Ticket-Checkpoint zu Tausenden über eine Alternativ-Route mit einer engen Unterführung geleitet worden, die laut „Guardian“ seit 2016 als „riskant“ bekannt sei. Wegen der Menschenmassen, die durch die Engstelle geschleust worden seien, habe infolge des Platzmangels die Gefahr von Quetschungen bestanden.

Champions League: Liverpool-Fans nach Vorwürfen entlastet

Wie schon bei der Hillsborough-Katastrophe war die Schuld für das Chaos in Paris zunächst vorschnell den Fans des FC Liverpool zugesprochen worden. 

In seiner Untersuchung deckte der „Guardian“ vergangene Woche auf, dass die offizielle UEFA-Sprachregelung, der Anpfiff sei wegen zu spät erschienener Fans verschoben worden, bereits in den Tagen vor dem Spiel formuliert worden sei.

So habe sich der Verband absichern wollen, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. Auch Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin (39) hatte sich umgehend auf englische Gäste-Fans ohne Tickets als Verantwortliche eingeschossen und später öffentlich um Entschuldigung für seine Fehleinschätzung gebeten. Im Innenausschuss des französischen Senats wurde das kollektive Versagen der Behörden anschließend aufgearbeitet. 


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