Neuer Finanz-Schock bei Barça Spanische Liga zeigt ganzes Elend und droht mit Sanktionen

Die Barça-Stars um Gerard Piqué (2.v.l.) verlassen nach dem 0:3 in der Champions League gegen den FC Bayern am 14. September ernüchtert den Rasen.

Die Barça-Stars um Gerard Piqué (2.v.l.) verlassen nach dem 0:3 in der Champions League gegen den FC Bayern am 14. September ernüchtert den Rasen. Sportlich und finanziell steckt der Klub in der Krise.

Neue Zahlen der spanischen LaLiga haben das Finanz-Desaster beim FC Barcelona noch einmal deutlich gemacht. Der Klub liegt weit über der Gehaltsobergrenze der Liga und muss seinen Sparkurs konsequent umsetzen.

Barcelona. Die Lage beim FC Barcelona bleibt angespannt – sportlich nach dem mageren Saisonstart, vor allem aber finanziell. Nicht erst seit dem alternativlosen Abgang von Superstar Lionel Messi (34) ist klar, dass Barça wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand steht und wohl über Jahre einen strengen Sparkurs verfolgen muss.

Wie dramatisch die Lage ist, machen am Mittwoch (29. September) noch einmal neue Zahlen deutlich, die die spanische Liga der Öffentlichkeit präsentierte. Dabei handelt es sich um die Gehaltslimits der insgesamt 42 Erst- und Zweitligisten, die an die Einnahmen und Ausgaben und die entsprechende finanzielle Lage der Klubs gekoppelt sind.

FC Barcelona rutscht bei Gehaltsobergrenze in spanischer LaLiga ab

Während Real Madrid trotz des teuren Umbaus des Estadio Santiago Bernabéu souverän an der Spitze thront und einen Handlungsspielraum von 739,163 Millionen Euro zur Verfügung hat, räumt LaLiga dem FC Barcelona ein mickriges Gehaltslimit von nicht einmal 100 Millionen ein.

Das macht Platz sieben im Ligavergleich, hinter Klubs wie Real Sociedad oder Athletic aus Bilbao und nur 20 Millionen Euro vor Stadtrivale und Aufsteiger Espanyol. Ein weiterer Tiefschlag für den stolzen Klub, der noch vor einem Jahr praktisch unvorstellbar schien. Allerdings machten die Katalanen im abgelaufenen Geschäftsjahr auch 481 Millionen Euro Verlust.

Konkret liegt die Obergrenze für die Kosten von Spielern, Trainern und Betreuern der ersten und zweiten Mannschaften sowie der Jugendteams des Klubs in der Saison 2021/2022 bei 97,942 Millionen Euro. Zum Vergleich: In der Vorsaison lag der Gehaltsdeckel noch bei 382,71 Millionen Euro – und selbst den hatte der Klub deutlich überschritten.

Die aktuellen Gehaltskosten liegen laut übereinstimmenden Medienberichten noch immer oberhalb der 400 Millionen Euro, im vergangenen Jahr betrugen sie, das Messi-Gehalt eingerechnet, 560 Millionen Euro.

FC Barcelona darf nur noch nach „1/4-Regel“ Spieler verpflichten

Wegen den schweren Folgen der Corona-Pandemie hat die Liga Strafen für Verstöße gegen das nationale Financial Fairplay aktuell ausgesetzt. Ab der Spielzeit 2022/2023 drohen dann allerdings wieder Sanktionen. Und die Liga machte bei der Veröffentlichung schon einmal klar, dass sie vor dem großen Namen nicht zurückschrecke.

„Barça setzt sich dem Risiko ökonomischer Sanktionen aus. Der Betrag, mit dem das eigene Limit überschritten wird, fließt in die kommende Saison mit ein“, erklärte José Guerra vom spanischen Ligaverband LFP bei der Vorstellung der Zahlen. Bei der Verpflichtung neuer Spieler gelte daher die sogenannte 1/4-Regel: Nur jeden vierten Euro, den der Klub einnimmt, darf er auch in neue Spieler investieren – also maximal 25 Prozent.

Weil für die aktuelle Spielzeit geringere Verluste als im Vorjahr eingeplant sind und auch die Fan-Rückkehr ins Camp Nou dringend benötigte Einnahmen bringt, dürfte das Gehaltsbudget für die kommende Spielzeit wieder steigen. Bis der Klub den Weg in alte Sphären findet, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.

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