Nach einer wilden Partie gegen Real Madrid erreicht der FC Bayern das Halbfinale der Champions League.
Champions LeagueTor-Spektakel! Bayern jubeln – Real brennen Sicherungen durch
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Der FC Bayern München steht im Halbfinale der Champions League! In einer wilden Partie gegen Real Madrid erzielte Luiz Diaz kurz vor Schluss das 3:3. In der Nachspielzeit machte Michael Olise dann mit dem 4:3 alles klar. Durch den Sieg im Hinspiel (2:1) reichte das zum Weiterkommen.
Für Aufregung sorgten Entscheidungen des Schiedsrichters, der Madrids Eduardo Camavinga mit Gelb-Rot wegen Ballwegtragens vom Platz schickte, Bayerns Trainer Kompany verwarnte und nach dem Abpfiff Rot gegen einen Madrilenen zückte.
Bayern-Coach Kompany gegen PSG gesperrt: „Meine Worte waren nicht falsch“
Schiri Slavko Vincic stand neben den Spielern an diesem denkwürdigen Abend im Blickpunkt. So fing sich Coach Vincent Kompany eine folgenschwere Gelbe Karte ein, die er „nicht richtig und zu hart“ empfand. Die bittere Folge: Kompany muss im Halbfinal-Hinspiel der Champions League am 28. April gegen Paris Saint-Germain auf die Tribüne – Innenraumverbot!
Welcher seiner Assistenten ihn in zwei Wochen im Pariser Prinzenpark während des Spiels als Coach ersetzt, das konnte Kompany am Mittwochabend noch nicht sagen. „Wir werden in den nächsten Tagen darüber nachdenken“, sagte der 40-Jährige. „Ich mache mir da aber keine Sorgen. Es bleiben die Spieler, die das Spiel entscheiden“, sagte Kompany in der Pressekonferenz.

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Josip Stanisic (Bayern München) liegt nach einem Foulspiel auf dem Rasen.
Bayerns Chefcoach hatte kurz vor dem zwischenzeitlichen 3:2-Führungstreffer für Real in der 42. Minute ein Foulspiel an Münchens Josip Stanisic gesehen. „Ich glaube, es ist auch normal in dieser Phase, dass ich da was sage“, sagte der Belgier zu seiner Beschwerde beim vierten Offiziellen. Und er betonte: „Meine Worte waren nicht falsch.“
Er finde die Entscheidung nicht richtig, „wenn man sieht, was auf dem Platz passiert, wie viele Leute meckern und was sagen“, sagte Kompany bei DAZN. „Ich versuche immer, respektvoll zu bleiben, war ich auch.“
FC Bayern: Ärger wegen Antonio Rüdiger
Auch Münchens Verteidiger Josip Stanisic beklagte sich über die Szene mit Reals Antonio Rüdiger. Der 26-jährige Stanisic war vor dem zwischenzeitlichen 2:3 durch Kylian Mbappé kurz vor der Pause nach einem Zweikampf mit dem deutschen Fußball-Nationalspieler auf dem Rasen liegengeblieben und hatte dann verbal nachgetreten. Nicht das erste Mal, dass Antonio Rüdiger durch negative Aktionen auffällt.
„Meines Erachtens geht so was gar nicht. Es ist genau nur ein Wort gefallen - und das zweimal. Aber Sie können ihn ja selbst fragen, was er gesagt hat. Vielleicht ist er Mann genug, es zuzugeben“, sagte Stanisic vor Reportern nach dem 4:3 (2:3) seiner Münchner über die Situation mit Rüdiger.
„Ich bin keiner, der böses Blut will. Und ich nehme es auch nicht persönlich. Es passiert in der Hitze des Gefechts. Für mich ist die Sache auch gegessen. Ich finde, so etwas gehört sich nicht, egal ob man gegeneinander spielt oder man sich kennt oder nicht“, sagte der kroatische Nationalspieler weiter. Stanisic wurde zur Halbzeit mit Gelb verwarnt und als Vorsichtsmaßnahme gegen Alphonso Davies ausgewechselt.
Eberl: „Jetzt ist der Trainer gesperrt - um Gottes willen“
Bayern-Kapitän Manuel Neuer reagierte gelassen auf den Umstand, dass Kompany in Paris das Team nicht am Spielfeldrand coachen kann. „Das ist so eine Situation, die tangiert uns jetzt nicht auf dem Spielfeld“, meinte der Torwart. Beim entscheidenden Rückspiel gegen PSG am 6. Mai in München darf Kompany seinen Trainerjob dann in der Allianz Arena wieder aktiv ausüben.
Bayerns Sportvorstand Max Eberl erfuhr im TV-Interview von der Sperre. „Jetzt ist der Trainer gesperrt - um Gottes willen“, sagte er, um dann hinzuzufügen: „Auch da werden wir eine Lösung finden, wie wir das dann hinbekommen.“

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Luiz Diaz jubelt über seinen Treffer gegen Real Madrid.
Weniger lässig gingen die Gäste mit der Niederlage und dem damit verbundenen Champions-League-Aus um. der türkische Jungstar Arda Güler brannten die Sicherungen durch. Er ging den Schiedsrichter nach Abpfiff lautstark an.
Arda Güler sieht beim Gang in die Kabine Rot!
Güler, der kurz zuvor ausgewechselt worden war, beschwerte sich heftig über den Platzverweis von Camavinga. Der hatte den Ball nach einem Foulspiel mitgenommen, was der Schiri als Zeitspiel ahndete. Der bereits verwarnte Camavinga sah daraufhin die zweite Gelbe Karte: Platzverweis.
Zu viel für die heißblütigen Real-Stars. Güler und weitere Mitspielergelagerten den Schiedsrichter beim Gang in die Kabine regelrecht. Der zückte zunächst Geld für den türkischen Offensivspieler. Dann folgte sogar die Rote Karte.
Der Schiedsrichter war auch für Real-Trainer Álvaro Arbeloa der Schuldige am Champions-League-Aus seiner „Königlichen“. „Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden“, klagte Arbeloa, der im Januar Xabi Alonso als Trainer abgelöst hatte. Seine Zukunft in Madrid: ungewiss.
Arbeloa sagte nach Schlusspfiff, damit beschäftige er sich in diesem Moment nicht. „Es ist die Entscheidung des Vereins. Ich bin ein Mann des Vereins.“(dpa)
