Geisterspiele in Mönchengladbach? Oberbürgermeister glaubt noch nicht dran

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Hans Wilhelm Reiners (rechts), Oberbürgermeister von Mönchengladbach, glaubt aktuell noch nicht an Geisterspiele in seiner Stadt.

Mönchengladbach – Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat ihr Konzept für die Umsetzung von möglichen Geisterspielen mit den 36 Profiklubs abgestimmt. Doch egal, wie Bund und Länder in der kommenden Woche mit dem Vorschlag umgehen – letztlich haben die Behörden vor Ort das Sagen. Gladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (64, CDU) kann sich Geisterspiele in der jetzigen Situation kaum vorstellen.

Borussia Mönchengladbach: Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners glaubt nicht an Geisterspiele

„Wir müssen vor Ort entscheiden, ob wir unter allen Aspekten, die abzuwägen sind, solche Spiele letztendlich untersagen oder eben nicht“, sagte Reiners bei „WDR 2“. Das letzte Wort hat das Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach.

Reiners, dessen Herz für die „Elf vom Niederrhein schlägt“, sagte weiter: „Ich kann gut verstehen, dass die Fußballklubs als Wirtschaftsunternehmen die gleichen Probleme haben wie viele andere auch und irgendwie wieder in Betrieb kommen wollen.“
Doch Reiners verweist auch auf das Geisterderby am 11. März gegen den 1. FC Köln (2:1), als sich trotz vorheriger Warnung Hunderte Gladbach-Fans hinter der Nordkurve versammelt hatten, um ihre Mannschaft nach Schlusspfiff zu feiern.

Auch wenn die Kurve der positiven COVID-19-Fälle damals gerade erst anfing, steiler zu werden, sagte Reiners: „Das ist ein Problem. Stand jetzt hätte ich große Bedenken, es zuzulassen, wenn nicht sichergestellt werden kann, dass die Regeln, die im Augenblick gelten, auch tatsächlich eingehalten werden. Das kann ich im Augenblick noch nicht erkennen.“

Hans Wilhelm Reiners: „Muss den Aspekt Gesundheitsschutz beachten“

Innerhalb des Stadions sieht er das Konzept der DFL als umsetzbar an. Große Zweifel hegt er an dem, was rund ums Stadion passieren könnte. „Ich muss den Aspekt Gesundheitsschutz für die Bevölkerung in Mönchengladbach und darüber hinaus beachten“, so Reiners.

„Die örtlichen Gesundheitsämter sind zuständig. Deswegen wünsche ich mir deutlich mehr Dialog sowohl zwischen Bundes- und Landesebene und den Kommunen als auch zwischen der DFL und den Kommunen“, sagte Reiners. Diesen habe es bislang noch nicht gegeben.

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Was den Gladbach-Anhängern trotzdem ein wenig Hoffnung machen könnte: Bereits Mitte März hat es einen Austausch zwischen Klub und Fans gegeben. In diesem Gespräch haben die Fans laut Geschäftsführer Stephan Schippers (52) zugesichert, bei zukünftigen Geisterspielen auf ein Treffen vor den Stadiontoren zu verzichten.
Reiners betonte aber: „Weder die Bundes- noch die Landesregierung werden uns vor Ort die Verantwortung abnehmen können.“

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