Das BVB-Spiel gegen Betis Sevilla sorgte zu Beginn des intensiven Fußball-Abends in der Champions League für Ärger.
„Absolut pietätlos“Szene bei BVB-Spiel sorgt für große Wut

Für Borussia Dortmund war es ein erfolgreicher Fußballabend, für Real Betis einer der großen Momente der Vereinsgeschichte. Doch eine Szene wurde dem Rahmen beim Vorrunden-Duell der Champions League zwischen dem BVB und den Gästen aus Sevilla am Mittwochabend (4. November 2026) nicht gerecht.
Vor Beginn des Europapokal-Duells, das die Borussia knapp mit 2:1 für sich entschied, wurde es im Hexenkessel Signa-Iduna-Park kurz mal still. Doch die Schweigeminute für den verstorbenen spanischen Fußball-Profi Jesús de Miguel (†30) und die Opfer des Zugunglücks der vergangenen Woche ging nicht wie geplant über die Bühne.
Schweigeminute sorgt für Ärger
Zunächst zog sich die Ankündigung der Schweigeminute bereits länger als nötig, weil die ausführliche Ansage auf Deutsch und Spanisch ertönte. Die Übersetzung in die Sprache der Gäste-Fans fiel daher schon länger in den Teil der geplanten Stille, die Schiri Serdar Gözübüyük (41) mit seinem Pfiff eingeläutet hatte.
Nach einigen Sekunden begann dann auch schon das Gemurmel im Gästeblock, wo Unmutsbekundungen im Kontext der Zugtragödie zu hören waren. Diese hatten den politischen Widerstand gegen die Regierung noch einmal verschärft.
„Pedro Sánchez …“, stimmte ein Fan an – ein Ausruf, auf den unter Kritikern des spanischen Ministerpräsidenten stets der Zusatz „Hurensohn“ folgt. Auf Demonstrationen, Konzerten und auch in Fußballstadien stimmten teils schon Zehntausende in die Schmähgesänge ein.
Im Gästeblock war das Bild offenbar gemischt. Kritisches Gemurmel und verärgerte „Ruhe“-Rufe schaukelten sich so weit hoch, dass das wütende Dortmunder Publikum von den Störgeräuschen genug hatte und mit Buh-Rufen und einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert reagierte.
„Die Buh-Rufe kommen, weil manche der Meinung waren, sie müssen hier etwas reinrufen. Absolut pietätlos“, ärgerte sich auch DAZN-Kommentator Freddy Harder in der Live-Übertragung des Spiels über den unwürdigen Moment, der das stille Gedenken wortwörtlich übertönt hatte.
Das respektlose Verhalten einiger Fans war ein ärgerlicher Schatten auf einer ansonsten unvergesslichen Reise für den Betis-Anhang. 6000 von ihnen waren nach Dortmund gekommen, für spanische Verhältnisse eine sensationelle Zahl. Schon über zwei Stunden vor Anpfiff war der Gästeblock im Unterrang komplett gefüllt.

