„Werde ich nie vergessen“ BVB-Star Bellingham spricht über Schock-Nachrichten nach FC-Spiel

Jude Bellinham beschwert sich im Spiel von Borussia Dortmund beim 1. FC Köln beim Schiedsrichter Daniel Siebert.

Jude Bellingham am 20. März 2022 im Spiel von Borussia Dortmund beim 1. FC Köln. Die Begegnung im Vorjahr brannte sich ins Gedächtnis des BVB-Talents ein.

18 Jahre und schon sagenhafte 90 Spiele auf höchstem Niveau für Borussia Dortmund: Jude Bellingham gehört zu den Senkrechtstartern im Weltfußball. Doch das BVB-Talent musste auch Negativ-Erlebnisse verkraften.

Noch immer ist er mit seinen 18 Jahren der jüngste Stammspieler bei Borussia Dortmund, doch auf und neben dem Platz wirkt Jude Bellingham längst wie ein alter Hase. Der Mittelfeldspieler ist auf bestem Wege zur Weltklasse, hat dabei aber auch in seiner jungen Karriere schon herbe Rückschläge wegstecken müssen.

In einem CNN-Interview ging der englische Nationalspieler jetzt auf die Schattenseiten seiner Profi-Laufbahn ein und erinnerte sich an die schlimmsten Nachrichten, die er „niemals vergessen“ werde. Ausgangspunkt war ein Gastspiel des BVB beim 1. FC Köln.

Jude Bellingham spricht über Schattenseiten seiner Fußball-Karriere

Im Rückrunden-Spiel der Saison 2020/2021 verursachte Bellingham nach rund einer halben Stunde einen Hand-Elfmeter für die damals von Markus Gisdol (52) trainierten Kölner. Der BVB kam am 26. Spieltag im März 2021 nicht über ein 2:2 beim Kellerkind hinaus, musste als Fünfter um die Champions League bangen.

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Der damals 17-jährige Mittelfeldspieler wurde von anonymen Internet-Hetzern zum Sündenbock auserkoren, erhielt massenhafte Nachrichten und Kommentare mit rassistischen Beleidigungen. „Ich werde diesen ersten Schwung an Nachrichten niemals vergessen“, erinnerte er sich an den schmerzhaften Moment zurück.

Bellingham ging sofort in die Offensive, machte einige der scheußlichen Nachrichten öffentlich und erhielt dafür unter anderem bei Instagram viel Zuspruch. „Bloß ein weiterer Tag bei Social Media“, schrieb er damals zu einem Screenshot mit einigen ausgewählten Beleidigung in seiner Story, die Borussia Dortmund auf seinen Vereins-Kanälen mit der Botschaft „wir stehen an deiner Seite, Jude“ teilte.

Jude Bellingham kritisiert DFB und DFL für Umgang mit Rassismus

Eine Reaktion hätte der Profi sich auch von DFB oder DFL gewünscht, wie Bellingham jetzt verriet. Mit gut einem Jahr Abstand zeigte er sich daher enttäuscht, dass die Verbände öffentlich die Chance verstreichen ließen, sich nach rassistischen Anfeindungen offen mit einem der sportlichen Aushängeschilder der Fußball-Bundesliga zu solidarisieren.

Ihm komme beim Blick zurück immer wieder in den Sinn, wie schnell der DFB andererseits mit seinem Sportgericht zur Stelle gewesen sei, ihn für seine scharfe Verbal-Attacke auf Schiedsrichter Felix Zwayer (41) im Dezember 2021 mit einer Geldbuße von 40.000 Euro zu belegen. Bellingham: „Vielleicht sind sie nicht interessiert oder es ist ihnen egal, und es liegt an uns selbst, unsere Botschaft zu vermitteln.“

Jude Bellingham erlebte Rassismus auch in England bei der EM 2021

Wie schnell die Stimmung für Spieler mit ausländischen Wurzeln kippen kann, merkte Bellingham auch in seiner englischen Heimat rund um die EM 2021. Beim Sturm ins Finale von Wembley war das ganze Land im Fußball-Taumel vereint.

Als Jadon Sancho (22), Marcus Rashford (24) und Bukayo Saka (20) beim Elfmeterschießen um den Titel mit ihren Versuchen scheiterten, schlug ihnen von vielen Seiten blanker Hass entgegen. Bellingham, der selbst im Kader stand und zu drei Einsätzen kam, über die bittere Erkenntnis: „Sobald sie ihre Elfmeter verschossen haben, sind sie keine Engländer mehr, sondern schlicht schwarz.“ (bc)

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