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„Keine normale Reaktion“Trainer faltet 16-Jährigen zusammen – Experten entsetzt

Max Dowman geht vom Platz und bekommt eine Ansage von Mikel Arteta.

Copyright: IMAGO/Sportimage

Max Dowman musste sich nach seinem Platzverweis einen Tadel von Mikel Arteta anhören.

Nach einer Szene bei der Pokal-Blamage des FC Arsenal fragt sich Fußball-England: Darf ein Coach so harsch mit einem Nachwuchsspieler umspringen?

Gerade mal 16 Lenze zählt Max Dowman – doch plötzlich diskutiert das gesamte Königreich über das Talent. Noch heftiger fällt allerdings das Echo zu seinem Trainer aus!

Beim blamablen Pokal-K.o. gegen das Viertliga-Team Fleetwood Town (3:5 nach Elfmeterschießen) handelte sich der junge Arsenal-Akteur einen Platzverweis ein.

TV-Experten gehen auf Arteta los

Unmittelbar danach knöpfte sich Coach Mikel Arteta den Nachwuchskicker öffentlichkeitswirksam vor. Die Entrüstung prasselt nun jedoch kaum auf den Jugendlichen ein, sondern trifft primär den spanischen Fußballlehrer. Das berichtet SPORT1.

Wie kam es überhaupt zu der Szene, die Fußball-England derartig bewegt? Kurz vor dem Ende der Viertelfinal-Partie im Liga-Pokal senste Fleetwood-Akteur Harrison Neal den offensiven Außenspieler brutal um. Daraufhin brannten bei Dowman sämtliche Sicherungen durch: Er revanchierte sich mit einem Tritt. Augenblicklich entstand ein Handgemenge auf dem Rasen. Wegen dieser Tätlichkeit zückte der Unparteiische Rot, sodass die Londoner die verbleibende Spielzeit mit zehn Akteuren überstehen mussten.

Unmittelbar darauf folgte jener Moment, welcher im Anschluss heftige Debatten auslöste. Während der des Feldes verwiesene Teenager zum Kabinentrakt schlich, blockierte Arteta plötzlich dessen Laufweg. Extrem aufgebracht und mit finsterer Miene machte  der 44-Jährige seinem Schützling eine Ansage. Das Auftreten des Nachwuchstalents hatte den Chefcoach offensichtlich auf die Palme gebracht.

Später äußerte sich der Iberer zu dem Vorfall am Spielfeldrand. Zwischen den Zeilen ließ er anklingen, dass der Youngster klare Vorgaben aus der Kabine schlichtweg ignoriert hatte. Pikantes Detail: Schon kurz zuvor war der 16-Jährige während einer Partie der englischen U19-Auswahl vorzeitig zum Duschen geschickt worden. „Als wir uns auf das Spiel vorbereitet haben, waren wir völlig klar mit den Dingen, die uns hier erwarten und in welcher Hinsicht wir emotional die Oberhand behalten müssen“, unterstrich Arteta. Beim Gang vom Feld habe er dem Talent daher bloß „etwas gesagt, das wir bereits vor dem Spiel besprochen hatten“. Der Fußballlehrer geht nun fest von einem Lerneffekt beim Juniorenspieler aus.

Große Teile der britischen Presse bewerteten die Situation jedoch völlig konträr. Nicht etwa der Heißsporn stand im Zentrum der Kritik, sondern vielmehr der Verantwortliche an der Linie. So warf der Sender BBC in einer Überschrift unverblümt die Frage auf: „Ist Arteta zu weit gegangen?“

Ebenso wenig Rückendeckung erhielt der Coach von diversen Fernseh-Analysten. Ex-Fußballer Jobi McAnuff versteckte seinen Unmut am Mikrofon von Sky Sports keineswegs: „Das hat mir überhaupt nicht gefallen.“ Zudem ergänzte der Beobachter skeptisch: „Das schien mir keine normale Reaktion zu sein, es hatte den Anschein, als stecke da noch etwas mehr dahinter.“

Auch Klub-Ikone Paul Merson verwies mahnend auf die Jugend des Kickers. „Man muss bedenken, dass er 16 ist, er ist noch ein Kind“, erklärte der frühere Profi. „Er findet wahrscheinlich, er sollte mehr spielen, er bekommt heute Abend die Chance, macht sich aber nicht besonders gut.“ Speziell die rabiate Art des Übungsleiters stieß Merson extrem sauer auf: „Wäre es Gyokeres gewesen, der vom Platz gestellt worden wäre, hätte er das nicht getan. Aber er tut das einem 16-jährigen Jungen an.“

Elfer-Drama besiegelt das Aus

Schon im ersten Durchgang war der Favorit kalt erwischt worden, als Angreifer Aaron Loupalo-Bi das Team aus Fleetwood überraschend in Führung schoss. Zwar egalisierte Viktor Gyökeres den Spielstand nach exakt 50 gespielten Minuten. Doch beim finalen Elfmeterschießen bewiesen die Außenseiter eiserne Nerven und brachten sämtliche fünf Versuche im Kasten unter. Aufseiten der Londoner patzte hingegen Bruno Guimaraes – dieser Fehlschuss machte das blamable Pokal-Aus endgültig perfekt. (red)