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Weitere Winter-Verstärkung?Kwasniok sieht keinen akuten Bedarf – Transfer-Derby droht

Dan Neil jubelt nach dem Aufstieg mit Pokal.

Dan Neil war in Sunderland Kapitän der Aufstiegsmannschaft, ist mittlerweile aber nicht mehr gefragt.

Aktualisiert

Schlägt der 1. FC Köln auf dem Transfermarkt nochmal zu? Lukas Kwasniok sieht keine Not am Mann, doch Interesse gibt es dennoch.

Die große Abwehr-Notlage hat sich beim 1. FC Köln vor dem wichtigen Spiel gegen Mainz 05 etwas entspannt. In Rav van den Berg und Eric Martel kehren zwei potenzielle Kandidaten für die Innenverteidigung von ihren jeweiligen Sperren zurück.

Neben den Langzeitverletzten Timo Hübers (Totalschaden im Knie) und Luca Kilian (Kreuzbandriss) fehlen allerdings Dominique Heintz und Joel Schmied weiterhin mit Muskelverletzungen.

Kwasniok über Transfers: „Es ist keine Not am Mann“

Der FC hatte zu Jahresbeginn auf die Abwehr-Misere reagiert und Defensiv-Talent Jahmai Simpson-Pusey von Manchester City ausgeliehen. Der junge Engländer wurde wenige Tage nach seinem Wechsel in Heidenheim und gegen Bayern München direkt ins kalte Wasser geworfen und machte seine Sache bis auf wenige Wackler gut. Das lässt offenbar auch Lukas Kwasniok etwas ruhiger schlafen.

Angesprochen auf mögliche Verstärkung für den Defensiv-Verbund übte sich der Trainer vor dem extrem wichtigen Spiel gegen Mainz angesichts der angespannten Situation zunächst in Galgenhumor. „Wenn wir morgen gewinnen, dann nicht“, antwortete er lachend auf Nachfrage von EXPRESS.de, ob es noch einen neuen Spieler benötige.

Anschließend führte er aus: „So wird ja immer alles unterschiedlich bewertet. Wenn du dann morgen gewinnst, sagen alle: Hey, wir stehen gut da und Joel kommt irgendwann zurück und der Heintzi kommt zurück und wenn du verlierst, heißt es, wir brauchen noch drei oder am besten sechs.“

Kwasniok selbst sieht die Personalsituation offenbar entspannt. „Ich habe ja immer gesagt, wir müssen ruhig und sachlich die Dinge analysieren“, betonte er. „Es ist keine Not am Mann, sondern durch die Rückkehr der zwei Jungs hast du schon mehr Alternativen. Eric, der sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr spielen kann, ist einfach eine zusätzliche Option auf beiden Positionen.“

Er gab zu bedenken, dass ein weiterer neuer Spieler für Unzufriedenheit bei den Spielern sorgen könnte, die dafür weniger spielen. „Dann haben wir wieder Themen außenrum“, so der FC-Trainer, der zusammenfasste: „Ich sehe diesen akuten Bedarf nicht, das habe ich aber auch schon immer gesagt, sondern wir haben es ja auch geschafft, fünf Punkte vorm Relegationsplatz zu sein, mit den Jungs, die da sind. Und ich glaube, das ist das Wichtigste, mit ihnen zu arbeiten, Vertrauen zu schenken und bei absoluten Top-Top-Jungs eventuell zuzuschlagen.“

Gerüchte um mögliche Neuzugänge gibt es dennoch. Zuletzt hatte Transfer-Experte Fabrizio Romano den österreichischen Abwehrspieler Stefan Posch mit den Kölnern in Verbindung gebracht. Auch Rechtsaußen Eren Dinki, allerdings einer für die Offensive, wurde zwischenzeitlich gehandelt.

Sky berichtet derweil von einem Interesse an Sechser Dan Neil von Premier-League-Klub AFC Sunderland. Neil ist beim Aufsteiger unzufrieden, weil er seinen Stammplatz (und seine Kapitänsbinde) an Granit Xhaka verloren hat. Der 24-Jährige kommt in der besten Liga der Welt auf mickrige 13 Spielminuten in drei Kurzeinsätzen.

Nach EXPRESS.de-Informationen gibt es trotz Kwasnioks Aussagen, dass er „keinen akuten Bedarf“ sehe, zumindest bei Neil – anders als bei Posch und Dinkci – durchaus konkretes Interesse aus Köln. Der Vertrag des ehemaligen Junioren-Nationalspielers in Sunderland läuft im Sommer aus, dann wäre er ablösefrei zu haben. Auch ein Januar-Transfer ist aber denkbar. Damit würde der FC eine zusätzliche Alternative im Mittelfeld haben, sollte Martel noch länger als Innenverteidiger benötigt werden.

Doch womöglich droht dem FC ein rheinisches Transfer-Derby: Auch Erzrivale Borussia Mönchengladbach soll seine Fühler nach dem ehemaligen Junioren-Nationalspieler ausgestreckt haben.