FC vor Euro-Endspiel Die wichtigsten Fragen zum Nizza-Kracher – um diese Millionen-Summe geht's 

Florian Kainz (M.) beim Jubel mit Steffen Tigges (r.) und Ondrej Duda.

Einer der Hoffnungsträger für Donnerstag: Hoffenheim-Torschütze Florian Kainz (M., hier am 30. Oktober 2022) beim Jubel mit Steffen Tigges (r.) und Ondrej Duda.

Um im Europapokal zu überwintern, braucht der 1. FC Köln einen Sieg gegen Lucien Favres OGC Nizza. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Conference-League-Kracher im Rhein-Energie-Stadion.

Euro-Endspiel für den 1. FC Köln! Nach der Energie-Leistung gegen Hoffenheim (1:1) fiebert der Klub dem Conference-League-Duell mit Nizza entgegen, will am Donnerstag (3. November 2022, 21 Uhr, live auf RTL) im Gruppen-Finale das Achtelfinal-Ticket buchen.

EXPRESS.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum FC-Kracher.

Was braucht der FC für die nächste Runde?

Ganz einfach: einen Sieg. Mit einem Unentschieden, geschweige denn einer Pleite, würde der FC (sieben Punkte) definitiv hinter Nizza und Belgrad (jeweils acht Zähler) bleiben. Selbst wenn Partizan in der Parallel-Partie gegen den bereits ausgeschieden FC Slovacko verlieren sollte. Denn: Bei Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich – und Köln unterlag den Serben bekanntlich zweimal.

1. FC Köln will erstmals seit 1990 im Europapokal überwintern

Sportboss Christian Keller (43): „Wenn wir gewinnen, überwintern wir europäisch. Wann hat’s das zuletzt mal in Köln gegeben?“ 1990, als erst im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Juventus Turin Schluss war.

Wie geht’s nach der Gruppenphase weiter?

Platz eins bedeutet den direkten Einzug ins Achtelfinale, das per Hin- und Rückspiel (9./16. März 2023) ausgetragen wird. Für den Gruppensieg bräuchte der FC allerdings nicht nur drei Punkte gegen Nizza, sondern auch Schützenhilfe von Slovacko.

Als Zweiter würden die Kölner an den sogenannten „Play-offs der K.-o.-Runde“ teilnehmen und an Weiberfastnacht (16. Februar) sowie eine Woche später (23. Februar) gegen einen Gruppen-Dritten aus der Europa League um die Achtelfinal-Quali kämpfen.

Wie viel Geld steht auf dem Spiel?

Ein Sieg gegen Nizza könnte dem FC rund 3,5 Millionen Euro bescheren! 500.000 Euro zahlt die UEFA für jeden Erfolg in der Gruppenphase. Für den Tabellenersten gibt’s 650.000 Euro obendrauf, für die Achtelfinal-Teilnahme 600.000 Euro. Dort warten mit einem ausverkauften Rhein-Energie-Stadion zudem Ticket-Einnahmen von rund 1,8 Millionen Euro.

Gruppen-Zweite erhalten 325.000 Euro Prämie sowie 300.000 Euro für die Zwischenrunde. Das Lukrative an diesem „Umweg“: Der FC könnte sich auch in den K.o.-Playoffs über zusätzliche Zuschauer-Kohle freuen.

„Jede Runde mehr ist eine Erlös-Chance“, sagt Geschäftsführer Keller, betont aber: „Unabhängig davon, geht es einfach darum, sportlich etwas zu erreichen, das besonders ist.“

Übrigens: Bislang hat der FC durch Teilnahme- und Punktprämien in der Gruppenphase rund 4,1 Millionen Euro gesammelt. Mit einem Nachschlag gegen Nizza und dem Ticket-Geld aus den drei Heimspielen kratzt der Klub an der 10-Millionen-Marke. Wobei 110.000 Euro für die Nizza- und Slovacko-Strafen fällig werden.

Timo Hübers: „Es ist alles angerichtet für ein schönes Endspiel“

Wie heiß ist die Mannschaft?

Heißer geht nicht! Das FC-Mantra „Die Bundesliga hat oberste Priorität“ muss mal ein paar Tage ruhen. Top-Scorer Florian Kainz (30): „Das wird auf jeden Fall ein geiles Spiel, auf das wir uns riesig freuen. Wir werden voll angreifen.“

Nach dem 1:1 gegen Hoffenheim stimmte die Südkurve das Team mit Europapokal-Gesängen auf Donnerstag ein. Abwehrchef Timo Hübers (25) sagt: „Wer weiß schon, was dann in Müngersdorf los sein wird? Die Leute sind heiß, brennen darauf. Es ist alles angerichtet für ein schönes Endspiel.“

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Wie bereitet sich der FC vor?

Dienstag ist am Geißbockheim freiwilliges Training angesagt. Coach Steffen Baumgart (50) erklärt: „Die Jungs haben frei, aber wer etwas machen möchte, darf gerne kommen.“

Heißt auch: Vor dem Nizza-Spiel wartet nur ein echtes Mannschaftstraining, am Mittwoch. Im Vordergrund steht die Regeneration nach der Mini-Pause zwischen dem Slovacko-Sieg und dem Hoffenheim-Punkt. Hübers grinst: „Drei Tage frei sind ja fast wie Urlaub.“

Die Franzosen verzichten darauf, ihre Abschlusseinheit im Rhein-Energie-Stadion zu absolvieren. OGC trainiert, Stand jetzt, am Mittwoch in der Heimat, reist im Anschluss nach Köln.

Lucien Favre und Billal Brahimi beim Conference-League-Sieg gegen Partizan Belgrad am 27. Oktober 2022

Lucien Favre und Billal Brahimi beim Conference-League-Sieg gegen Partizan Belgrad am 27. Oktober 2022

Wie ist Nizza drauf?

Leider deutlich besser als vor dem Hinspiel (1:1). Das Team von Ex-Bundesliga-Coach Lucien Favre (64) hat sich gefangen, zuletzt nur eine Niederlage in sieben Pflichtspielen kassiert. Am Sonntag gewann OGC mit 2:1 beim FC Lorient, ist nun genau wie Köln Tabellen-Zehnter.

Gibt’s noch Karten?

Nicht wirklich. Der Heimbereich ist ausverkauft, im FC-Shop tauchen nur noch vereinzelte Rückläufer-Tickets auf. 800 Karten gingen an Nizza.

Drohen neue Krawalle?

Nach den Gewalt-Exzessen beim Hinspiel befürchtet die Polizei eine „Revanche“, rechnet mit bis zu 1000 gewaltbereiten Personen – mit „hochaggressiven Störern“. Und zwar nicht nur aus Köln und Nizza, sondern aus ganz Deutschland sowie Italien und Polen.

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Die Wilde Horde gratulierte beim Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag (30. Oktober 2022) ihren PSG-Freunden Supras Auteuil.

Die „Wilde Horde“ gratulierte beim Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag (30. Oktober 2022) ihren PSG-Freunden „Supras Auteuil“.

Gewiss im Blick haben die Sicherheitskräfte auch die mit den FC-Ultras befreundeten und an den Ausschreitungen in Nizza beteiligten „Supras Auteuil“. Die „Wilde Horde“ gratulierte der verbotenen Paris-Saint-Germain-Gruppierung beim Hoffenheim-Spiel per Banner zum Geburtstag, darauf stand übersetzt: „Herzlichen Glückwunsch an die als Köln-Fans verkleideten Pariser.“

Im Stadion gibt es am Donnerstag, wie bei Hochrisikospielen üblich, Sektoren-Trennung und keinen Alkohol. Die Polizei macht in einem auf Deutsch und Französisch verfassten offenen Brief klar: „Szenen wie in Nizza dürfen sich in Köln nicht wiederholen!“

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