Ex-FC-Boss rechnet ab Schmadtke über Stöger-Gerüchte: „Gezielt gestreut“ und „ehrabschneidend“

Jörg Schmadtke (l.) und Peter Stöger zu gemeinsamen Kölner Zeiten, am 20. September 2017 im Rhein-Energie-Stadion

Jörg Schmadtke (l.) und Peter Stöger zu gemeinsamen Kölner Zeiten, am 20. September 2017 im Rhein-Energie-Stadion

Jörg Schmadtke, Noch-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, spricht Klartext über seinen Abschied vom 1. FC Köln und die anschließenden Anfeindungen gegen ihn.

Kurz vor dem Ende seiner mehr als 20-jährigen Manager-Karriere hat Wolfsburgs Sportchef Jörg Schmadtke (58) in aller Schärfe eine zunehmende Verrohung des Umgangs im Profi-Fußball kritisiert – am Beispiel seiner letzten Monate beim 1. FC Köln im Herbst 2017.

„Mir wurden Gerüchte nachgesagt, die wirklich jenseits der Realität lagen“, sagt Schmadtke im Interview mit der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“.

Jörg Schmadtke: „Stets ein Erlebnis, wenn wir in Köln spielen“

Rückblickend meint er: „Die Höhe meiner Abfindung wurde bewusst durchgesteckt, dann kam noch die Geschichte einer angeblichen Affäre mit Frau Stöger in die Öffentlichkeit. Auch das wurde leider gezielt gestreut. Deshalb ist das für mich stets ein Erlebnis, wenn wir in Köln spielen. Die Schreihälse sind immer noch da.“

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Schmadtke und Trainer Peter Stöger (56) hatten zuvor vier Jahre lang sehr erfolgreich zusammengearbeitet, den FC aus der 2. Bundesliga bis in die Europa League geführt – ehe eine sportliche Krise zu einer Vertragsauflösung mit dem Sport-Geschäftsführer führte. Schmadtke kassierte mehr drei Millionen Euro, Köln stieg sang- und klanglos ab.

Seit dem Wiederaufstieg 2019 wird bei allen Aufeinandertreffen mit dem VfL Wolfsburg der Schmähgesang „Schmadtke, du Betrüger (...), nimmst dir drei Millionen und haust ab“ angestimmt. Inklusive der üblen Gerüchte um ihn und Stögers Partnerin Ulrike Kriegler.

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Jörg Schmadtke: „Wegen solcher Gerüchte gehen Ehen zu Bruch“

Der Ex-FC-Boss sagt: „Man kann darüber diskutieren, ob man das aushalten muss, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Ich glaube, bis zu einer gewissen Grenze muss man das vielleicht. Aber es gibt Dinge, die sind ehrabschneidend. In meinem Fall galt das nicht nur für mich, sondern auch für Peter Stöger und seine Lebensgefährtin. Außerdem: Ich habe eine Familie, die Gott sei Dank fest zu mir gehalten hat. Wegen solcher Gerüchte können Ehen zu Bruch gehen.“

2018 wechselte Schmadtke nach Wolfsburg. Nach Ablauf seines Vertrags wird er seine Karriere dort im Januar 2023 beenden – also vor dem Rückrunden-Gastspiel in Köln Ende Februar...

„Insgesamt gesehen habe ich immer noch so eine große Freude und Liebe am Spiel, dass dieser Aspekt überwogen hat“, versichert der gebürtige Düsseldorfer. (dpa/mze)

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