FC fordert Euro-Aus von Belarus-Klubs Würde Köln die Conference League sogar boykottieren?

FC-Geschäftsführer Christian Keller, Präsident Werner Wolf und Vize Eckhard Sauren am 4. April 2022 im Geißbockheim

FC-Geschäftsführer Christian Keller, Präsident Werner Wolf und Vize Eckhard Sauren (v.r.) am 4. April 2022 im Geißbockheim

Der 1. FC Köln fordert einen Ausschluss belarussischer Klubs von den internationalen Fußball-Wettbewerben. Der Bundesligist hat sich mit einem Brief an die UEFA gewandt.

Klare Kante der FC-Bosse. Der Klub hat sich mit einem Brief an UEFA-Präsident Aleksander Čeferin (54) gewandt – die Kölner fordern den sofortigen Rauswurf belarussischer Teams aus den Europapokal-Wettbewerben!

Eine Reaktion auf den schlimmen Krieg in der Ukraine, den Belarus mit seiner Treue zu Russland und Machthaber Wladimir Putin (69) unterstützt.

1. FC Köln fordert Ausschluss von Belarus-Klubs

Der Bundesligist erklärt: „Der 1. FC Köln setzt sich unter anderem für Liberalität, Vielfalt und ein friedvolles Miteinander ein. Daher verurteilen Vorstand und Geschäftsführung die in Verbindung mit dem Ukraine-Krieg offen kommunizierte Nähe der Regierung von Belarus zu Russland sowie die damit verbundene Haltung auf das Schärfste. Die massive Unterstützung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine durch Belarus verstößt nicht nur gegen die Werte und Normen des 1. FC Köln, sondern gegen die des gesamten Sports.“

Genau das steht auch im Schreiben an Čeferin, das die FC-Geschäftsführer Christian Keller (43) und Philipp Türoff (43) unterzeichnet haben.

Bislang haben UEFA und FIFA lediglich russische Teams von ihren Wettbewerben suspendiert. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) bestätigte die Entscheidung der Fußball-Dachorganisationen, indem er vergangene Woche die Einsprüche von vier Klubs sowie des nationalen russischen Verbandes abwies.

Der FC-Vorstand erklärt in einer Mitglieder-Mitteilung nun: „Aus unserer Sicht muss die UEFA diesen Ausschluss auch in Bezug auf die belarussischen Teams geltend machen. Die Europäische Union hat als Reaktion auf die Beteiligung an der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine bereits Sanktionen gegen Belarus erlassen – der europäische Fußball muss dem folgen.“

Der Beginn des Briefes an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin: Der 1. FC Köln fordert darin den Ausschluss belarussischer Klubs aus den internationalen Wettbewerben.

Der Beginn des Briefes an UEFA-Präsident Aleksander Čeferin: Der 1. FC Köln fordert darin den Ausschluss belarussischer Klubs aus den internationalen Wettbewerben.

Stand jetzt verbietet die UEFA den belarussischen Vereinen nur die Heimspiele. Die Klubs dürfen an den Europapokalen teilnehmen (einige sind derzeit schon in den Quali-Runden im Einsatz), müssen ihre Partien aber ohne Fans auf neutralem Boden austragen.

Auch dem FC droht so ein Horror-Geisterspiel! Mit BATE Baryssau, FK Homel, FK Schachzjor Salihorsk sowie FK Dinamo Minsk gibt es gleich vier mögliche Conference-League-Gegner aus Belarus. „Trotz aller Vorfreude auf die europäischen Chancen bereitet uns das Thema vor der Auslosung der Playoffs am 2. August 2022 große Bauchschmerzen“, so der Vorstand. Gegen den 15-fachen Meister Baryssau hatten die Geißböcke bereits 2017 in der Europa League gespielt.

Würde der 1. FC Köln ein Belarus-Duell boykottieren?

Fakt: Der Druck auf die großen Sport-Dachorganisationen wie die UEFA wächst. Erst Anfang Juli hatten Deutschland und 34 weitere Länder Sanktionen für Verbände und Funktionäre aus Russland und Belarus gefordert. So sollten generell „nationale russische und belarussische Sportverbände von internationalen Verbänden suspendiert werden“.

Der FC hat die DFB-Spitze über sein Vorgehen informiert, steht zudem mit anderen Conference-League-Teilnehmern in Kontakt, um „in diesen Kreisen um Unterstützung zu werben“. Bisher ohne Rückmeldung.

Würde Köln ein Duell mit einem Belarus-Klub sogar boykottieren? Präsident Werner Wolf (65) auf EXPRESS.de-Nachfrage: „Die Antwort ist, dass wir zunächst einmal davon überzeugt sind, dass die UEFA sich überlegen wird, da zu intervenieren. Sollte das nicht passieren, würden wir – unter den aktuellen Umständen – antreten, aber die Bühne, die wir da bekommen, nutzen, um gegen den Krieg zu demonstrieren.“

Sollte der FC gegen ein belarussisches Team nicht antreten, wäre die rechtliche Lage laut Wolf klar: „Dann sind wir raus aus dem Wettbewerb.“ Er appelliert an den Verband: „Belarus ist ein Vasallen-Staat und wir können nicht verstehen, dass er nicht gleichermaßen wie Russland ausgeschlossen wird. Aus meiner Sicht hätte die UEFA das schon längst klären müssen. Ich finde den Ansatz, Heimspiele außerhalb von Belarus auszutragen, nicht haltbar.“

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Weiterhin teilen die Kölner mit: „FC-Mitglieder sind dazu aufgerufen, der UEFA klarzumachen, dass es zu einem Ausschluss der belarussischen Teams kommen muss. Gerne dürfen die FC-Mitglieder das Vorhaben auch mit einem ganz persönlichen Appell an die UEFA unterstützen: Aufrufe zum Ausschluss der belarussischen Teams werden per E-Mail an vorstand@fc-koeln.de gesammelt und an die UEFA weitergeleitet.“ Bereits bis zum frühen Donnerstagabend (21. Juli 2022) gingen rund 250 Mails ein.

Wolf: „Über diese Rückendeckung aus der FC-Familie freuen wir uns natürlich sehr. Diese äußerst positive Reaktion zeigt, wie wichtig unseren Mitgliedern die Werte des FC und eine klare Positionierung in solchen Fällen sind.“ Zudem wolle der Vorstand die „wenigen negativen Rückmeldungen“ persönlich beantworten.

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