Partizans berüchtigte „Totengräber“ Fan-Ärger in Köln? Das sagen der FC und die Polizei

Fans von Partizan Belgrad zünden beim Derby gegen Roter Stern Pyrotechnik

International berüchtigt: Fans von Partizan Belgrad beim Derby gegen Roter Stern am 17. September 2016.

Der 1. FC Köln fordert in der Conference League Partizan Belgrad zum Top-Duell der Gruppe. Erwartet werden auch zahlreiche Gäste-Fans aus Serbien – und die sind international berüchtigt.

Heimspiel-Hit für den 1. FC Köln in der Conference League: Am Donnerstagabend (21 Uhr, RTL & im EXPRESS.de-Liveticker) empfängt das Team von Coach Steffen Baumgart (50) Partizan Belgrad aus Serbien.

Für den FC geht es darum, seine Spitzenposition im Top-Duell der Gruppe D zu verteidigen – Köln führt das Tableau mit vier Punkten aus zwei Partien an, Belgrad ist mit zwei Remis und folglich zwei Punkten Zweiter.

1. FC Köln empfängt Partizan Belgrad in der Conference League

Doch der FC sollte gewarnt sein. Einerseits, weil der aktuelle Tabellenvierte der serbischen Superliga in den vergangenen 14 Partien nur zweimal als Verlierer vom Platz ging. Andererseits, weil Partizans Fans international berüchtigt sind – für ihre Stimmgewalt und ihre Leidenschaft, leider aber seit vielen Jahren auch für schlimme Gewalt-Exzesse.

Regelmäßig kommt es bei den serbischen Derbys zwischen den Erzrivalen Partizan und Roter Stern zu hässlichen Ausschreitungen. Bilder von prügelnden Hooligan-Horden, die mit allem, was sie in die Finger bekommen, aufeinander einschlagen, sind seit Langem an der Tagesordnung.

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Im Juni dieses Jahres wiederum weigerte sich das Basketball-Team des Vereins, zu den Playoffs der heimischen Liga anzutreten – aus Angst vor den gewalttätigen Entgleisungen der eigenen Fans.

„Grobari“ nennt sich die organisierte Anhängerschaft der Belgrader offiziell seit den 1970er-Jahren – zu Deutsch: „Totengräber“. Hintergrund sind die schwarz-weißen Trikots des Klubs, die früher der Arbeitskleidung jugoslawischer Friedhofsarbeiter ähnelten. Und: Ihrem martialischen Namen ließ die Gruppe dann auch nicht minder militante Aktionen folgen: Manche Auseinandersetzungen in und um das Stadion kamen brutalen Schlachten gleich, die in der Vergangenheit unzählige Schwerverletzte forderten.

1. FC Köln gegen Partizan Belgrad: Kölner Polizei im Einsatz

EXPRESS.de hakte beim FC nach. Und der Klub hofft auf keinen Fan-Ärger in Köln. Der Grund: Von den Gästen wurden für die Partie lediglich 1000 Tickets abgerufen. 

Dennoch wird der FC natürlich Vorkehrungen treffen, denn die Partie wurde als Hochrisiko-Spiel eingestuft. Im Stadion werden daher zusätzliche Ordner im Einsatz sein, es gibt eine strikte Sektoren-Trennung. Das bestätigte der Verein auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Die Kölner Polizei wollte am Dienstag auf Nachfrage zunächst kein Problem-Potenzial der serbischen Gäste-Fans bestätigen. Tags darauf, nach der morgentlichen Groß-Razzia in Köln im Zuge der Nizza-Ermittlungen, gaben die Behörden weitere Details bekannt.

So erklärte Kölns Kriminaldirektor Michael Esser, dass für das Spiel mit der Ankunft von etwa 150 „Risiko-Personen“ aus Serbien gerechnet werde. Zeitgleich sollen auch 80 FC-Hooligans im Stadion sein.

Fakt ist: Rund um das Spiel werden mehrere Hundert Beamtinnen und Beamte im Einsatz sein. Unterstützt werden die Einsatzkräfte von der Bereitschaftspolizei und der Reiterstaffel.

Die Hoffnung aller: Am Ende soll es ein friedliches Fußball-Fest werden.  Denn schlimme Szenen wie jüngst beim Conference-League-Auswärtsspiel in Nizza wünscht sich beim FC niemand.

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