Wegen USA-Wechsel Russland schickt Nationaltorwart in die Arktis – Kriegsdienst gegen die Ukraine

Iwan Fedotow nach seiner Wahl zum Torhüter des Jahres der abgelaufenen Eishockey-Saison mit dem Pokal in der Hand

Iwan Fedotow am 19. Mai 2022 nach seiner Wahl zum Torhüter des Jahres der abgelaufenen Eishockey-Saison. Jetzt droht ihm wegen des geplanten USA-Wechsels der Kriegsdienst in Russland.

Zu Jahresbeginn holte er als Nationaltorhüter noch Olympia-Silber, jetzt wird er in Russland in den Kriegsdienst geschickt: Ein geplanter USA-Wechsel wird Iwan Fedotow in der Heimat zum Verhängnis.

Diese Meldung versetzt die Sportwelt in Aufruhr: Weil er sich mit einem anstehenden USA-Wechsel gegen seine russische Heimat gestellt hat, muss Eishockey-Nationalkeeper Iwan Fedotow (25) jetzt drastische Konsequenzen hinnehmen.

Fedotow hatte im Mai bei NHL-Klub Philadelphia Flyers einen Einjahresvertrag für die kommende Saison unterzeichnet und sich damit gegen den Verbleib in Russland beim einstigen Armee-Verein ZSKA Moskau entschieden.

Inmitten des Ukraine-Kriegs, durch den sich die Fronten zwischen Russland und dem Westen massiv verhärtet haben, muss er jetzt offenbar für seine Entscheidung büßen.

Russland: Eishockey-Nationalkeeper droht Militär-Einberufung

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Am Freitag (1. Juli 2022) tauchten Bilder auf, die seine Festnahme nach einer Trainingseinheit auf dem Eis in St. Petersburg zeigten. Polizisten und Angehörige des russischen Militärs sollen Fedotow die Verweigerung seines Militärdienstes vorgeworfen und ihn zu einem Rekrutierungsbüro gebracht haben.

Nach seiner Festnahme soll er nun in eine arktische Militärbasis strafversetzt worden sein. Sein Anwalt bestätigte der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Montag, dass der 25-Jährige nach Seweromorsk in der Nähe von Murmansk gebracht wurde. Dort befindet sich ein wichtiger Stützpunkt der russischen Nordflotte.

Zuvor hatte das Nachrichten-Portal „Fontanka“ aus St. Petersburg berichtet, dass der Goalie nun im Rahmen der geltenden Gesetze durch die russische Rekrutierung zum Militärdienst beordert und in den Krieg in die Ukraine geschickt werden soll.

Die Pflicht zum Militärdienst sei bislang durch seine sportliche Tätigkeit bei ZSKA Moskau ausgesetzt worden. Durch den angepeilten Abgang in die USA sei der Sonderstatus für den Nationaltorhüter allerdings hinfällig. „Es gibt keine Hürden, Fedotow schon morgen in den Dienst zu stellen“, hieß es im „Fontanka“-Artikel.

Iwan Fedotow holte zu Jahresbeginn Silber bei Olympia

Fedotow war vor der vergangenen Saison von Traktor Tscheljabinsk zu ZSKA in die Hauptstadt gewechselt und hatte sich mit starken Leistungen auch für die Nationalmannschaft empfohlen, mit der er bei Olympia als Stammkeeper die Silbermedaille gewann. In Russland wurde er nach der Saison zudem zum Torhüter des Jahres gewählt.

Was die Einberufung und die Strafversetzung in die Arktis für seine Zukunft als Eishockey-Star bedeuten, ist bislang nicht klar, auch weitere Informationen oder Aussagen von Fedotow selbst liegen nicht vor.

„In unserem Gesetz gibt es eine Militärpflicht“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, „daher sind jegliche emotionalen Kommentare dazu absolut unangebracht“.

Seit Kriegsbeginn sind die Beziehungen zwischen der NHL und Russland schwer gestört und belastet. Russische Spieler dürfen zwar weiter in Nordamerika spielen, ihre wirtschaftlichen Kontakte nach Russland hat die Liga aber gekappt.

Den russischen Profis wurde geraten, im Sommer nicht in die Heimat zurückzukehren. Außerdem wurde ihnen untersagt, den Stanley Cup in ihre russische Heimat mitzunehmen. (bc)

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