Vor DEL-StartNeuer Haie-Knipser mit Kampf-Ansage: „Wir sind bereit“

Marcel Noebels jubelt mit einem Knie auf dem Eis.

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Marcel Noebels hat einen perfekten Start bei den Kölner Haien hingelegt.

Die Kölner Haie starten am Freitag in die neue DEL-Saison. Neuzugang Marcel Noebels hat mit dem KEC in der Champions Hockey League einen perfekten Start hingelegt – und will mehr.

Die Kölner Haie sind schon heißgelaufen für die neue DEL-Saison. Mit vier Siegen in vier Spielen schoss sich die neuformierte Truppe des neuen Trainers Thomas Berglund (57) an die Spitze der Champions Hockey League.

Dabei tat sich besonders Neuverpflichtung Marcel Noebels (34) mit sieben Toren und vier Assists hervor. Vor dem DEL-Auftakt am Freitag (18. September 2026, 19.30 Uhr, MagentaSport) gegen die Grizzlys Wolfsburg spricht der als Meisterspieler der Eisbären Berlin gekommene Tönisvorster im EXPRESS.de-Interview über seinen Super-Einstand bei den Haie, seine ersten Wochen in Köln und seine Ziele.

Marcel Noebels: „Dann bringt uns alles andere auch nichts“

Sie sind als Meisterspieler und Torjäger zu den Haien gekommen. Sind Sie selbst überrascht, wie gut es für Sie persönlich in der CHL mit der Punkteausbeute läuft?

Marcel Noebels: Als Torjäger gekommen, würde ich mich jetzt eigentlich nicht sehen. Vielleicht eher als Vorlagengeber. Ich würde jetzt mal behaupten, dass es bei uns in der Mannschaft sicherlich einige gibt, die am Ende der Saison mehr Tore haben werden als ich. Was ich aber auch weiß: Ich probiere einfach gar nicht so sehr auf die Punkte zu achten. Persönlicher Erfolg ist immer schön und gut, aber wir wissen alle, dass wir im Mannschaftssport leben. Wenn wir persönlich punkten, aber dafür keine Punkte auf unserem Mannschaftskonto haben, dann bringt uns alles andere auch nichts. Deswegen bin ich hier, weil ich den Erfolg mit der Mannschaft haben möchte. Wir haben eine super Mannschaft und haben dafür, dass die Saison noch so früh ist, schon gesehen, was möglich ist. Wir haben aber auch Phasen gesehen, in denen wir nicht auf unserem Potenzial spielen und dann Schwierigkeiten haben. Ich tue mein Bestes, um meine Nebenleute besser zu machen. Wenn dabei Punkte herausspringen, umso schöner. Wenn nicht, kann ich damit auch leben. Mit Gregor (MacLeod) und Russ (Patrick Russell) in einer Reihe läuft es gerade super. Das sind zwei gute Spieler, und da werden bestimmt ein paar Punkte für uns drei herumkommen.

Sie haben die Stimmung in der Arena schon mehrfach gelobt. Wie haben Sie Ihre ersten Wochen in Köln erlebt – sowohl in der Mannschaft als auch in der Stadt?

Noebels: Superleicht. Die Mannschaft, die Geschäftsstelle und alle drumherum haben mir das Leben sehr leicht gemacht, muss ich sagen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass viele tolle und besondere Menschen hier arbeiten. Alle sind sehr hilfsbereit und es wird alles für einen versucht. Das finde ich schon sehr aussagekräftig. Ich bin sehr dankbar darüber, dass ich hier spielen kann und darf. Ich bin mit vollem Herzen dabei, um die Haie besser zu machen, und werde alles versuchen, was in meiner Macht steht, um zu gewinnen.

Sie kennen die Eisbären und Berlin nach zwölf Jahren sehr gut. Was sind die ersten Unterschiede, die Ihnen beim Spiel der Haie und beim Leben in Köln aufgefallen sind?

Noebels: Gut, ich komme von einer sehr großen Millionenstadt in die nächste Millionenstadt. Es ist zwar ein bisschen kleiner geworden, aber immer noch sehr groß für den einen oder anderen. Für mich ist es jetzt ein bisschen kompakter, wenn ich das so sagen darf. In Berlin habe ich, glaube ich, drei oder fast vier Jahre gebraucht, um überhaupt ohne Navi zu fahren – mal abseits der Trainingsstrecke. Hier traue ich mich schon hin und wieder mal ohne Navi, und ich bin auch schon mal mit dem Rad unterwegs und cruise ein bisschen rum. Ich bin, wie gesagt, sehr, sehr glücklich. Ich bin sehr gut in Köln angekommen und freue mich, hoffentlich eine gute und gesunde Saison zu spielen.

Marcel Noebels: „Die Liga wird von Jahr zu Jahr besser“

Die CHL hat die Haie schon früh in den Wettkampfmodus gebracht. Welchen Vorteil kann der Rhythmus für den DEL-Start bringen?

Noebels: Meistens – ich spreche jetzt von den vergangenen Jahren – habe ich das schon so erlebt. Wir haben mit den Eisbären viel CHL gespielt, und es war meistens ein Vorteil, weil man schon mehr im Rhythmus ist. Es geht schon um Punkte, man ist im Wettkampfmodus. Bei Freundschaftsspielen ist es häufig so, dass die letzten Prozentpunkte fehlen, auch weil man sich nicht verletzen möchte. Für uns ist es gut, dass wir wissen, was uns auf internationalem Niveau erwarten kann. Und die Liga wird von Jahr zu Jahr besser und schwerer. Es gibt Mannschaften, die aufgeschlossen haben, bei denen man vor ein paar Jahren vielleicht gesagt hätte: Da gewinnt man ein bisschen leichter als bei jemand anderem. Aber das gibt es nicht mehr. Deswegen sind gerade jetzt am Wochenende zwei Mannschaften bei uns, die sicherlich auch um die Playoff-Plätze kämpfen möchten und genauso wie wir Punkte sammeln wollen. Es wird gut sein, dass wir schon im Modus sind. Aber es geht trotzdem bei Null los, und wir wollen bereit sein.

Sie haben mit Berlin viele Titel gewonnen. Welche Ziele haben Sie sich mit den Haien gesetzt?

Noebels: Wenn wir jetzt Februar hätten oder März, dann könnte man vielleicht auf die Frage ein bisschen genauer eingehen. Ich glaube, dass wir das Ziel haben, sehr lange zu spielen. Wie lange es dann am Ende ist, ist vielleicht noch ein Fragezeichen. Aber ich glaube, wir alle sind in der Lage und bereit, diesen Kampf um die vorderen Plätze anzunehmen und lange in den Playoffs mitzuspielen. Alles andere wird sich ergeben.

Zum Schluss noch ein persönlicher Blick in die Kabine: Mit welchen Jungs haben Sie in den ersten Wochen viel Zeit verbracht, und wie würden Sie die Stimmung innerhalb der Mannschaft beschreiben?

Noebels: Nach elf Punkten nach vier Spielen ist die Stimmung sehr, sehr gut. Ich glaube, es könnte schlimmer sein. Wir haben hart gearbeitet und eine gute Vorbereitung mit CHL hinter uns gelegt. Ich glaube, wir haben alle bis hierhin hart gearbeitet. Auf der anderen Seite haben wir gut harmoniert und auch schöne Teamabende und Teambuilding-Maßnahmen gehabt. In der Kabine ist Mo (Moritz Müller) wahrscheinlich der, den ich am besten kenne. Dadurch, dass sich in der Nationalmannschaft schon über viele Jahre unsere Wege gekreuzt haben und wir auch in der Liga oft gegeneinander gespielt haben. Aber ich verbringe auch sehr viel Zeit mit Maxi (Kammerer). Und mit Bokki (Dominik Bokk) habe ich damals schon in Berlin gespielt und mich sehr gut mit ihm verstanden. Generell versuche ich auch, den einen oder anderen mehr und mehr kennenzulernen. Viele Jungs haben Familie, so wie ich. Dann ist es neben dem Eishockey vielleicht auch mal schön, wenn man sich nicht sieht (lacht).

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