Moritz Müller könnte Mitte November einen DEL-Rekord knacken. Unter anderem darüber und ein mögliches Karriereende hat er jetzt in einem Podcast gesprochen.
DEL-Rekord und KarriereendeHaie-Legende Müller winkt besondere Konstellation

Der Start in die neue Saison der Kölner Haie war wechselhaft: vier Siege aus vier Spielen in der Champions Hockey League, aber nur sechs Punkte aus den ersten vier Spielen der DEL.
Den Saisonstart hat Haie-Kapitän Moritz Müller (39) jetzt eingeordnet. Im MagentaSport-Podcast „Die Eishockey Show“ sprach er unter anderem auch über seinen bevorstehenden DEL-Rekord, ein mögliches Karriereende und eine Rückkehr in die Nationalmannschaft.
Moritz Müller: „Erwartungen hinterhergelaufen“
„Wir hatten einen tollen Start in die Champions Hockey League. Dann hatten wir den Saisonauftakt in Köln gegen Wolfsburg. Ich glaube, da hatten wir uns viel vorgenommen. Wir wollten genauso weitermachen. Es hat dann zum ersten Mal nicht so geklappt, wie wir es uns vorgestellt hatten. Und dann sind wir unseren eigenen Erwartungen ein bisschen hinterhergelaufen“, sagte Müller über die ersten Wochen der neuen Spielzeit.
Die Mannschaft arbeite tagtäglich im Training daran, besser zu werden: „Es gibt Bereiche in unserem Spiel, mit denen wir derzeit nicht einverstanden sind und bei denen wir sagen: Das entspricht nicht unserem eigenen Anspruch.“
Der Anspruch ist nach der Final-Teilnahme 2025 und der Halbfinal-Teilnahme 2026 klar: Endlich den ersten DEL-Titel seit 2002 nach Deutz holen!
Vorher wird Müller aber – wenn alles normal läuft – etwas ganz anderes feiern können: einen neuen DEL-Rekord! Aktuell hat Haie-Legende Mirko Lüdemann mit 1200 Einsätzen noch die meisten Spiele absolviert. Müller steht bei 1187 Spielen.
Wenn der 39-Jährige weiter in jedem Spiel eingesetzt wird, hat er den alleinigen Rekord am 20. November 2026 beim Auswärtsspiel in München sicher – einen Tag nach seinem 40. Geburtstag! Eine besondere Konstellation.
„Die Zahl wird sehr oft von außen an mich herangetragen. Dann fange ich wieder an, darüber nachzudenken. Wenn ich gesund bleibe, dann ist es etwas, was kommen wird – ob im November, Ende November oder Anfang Dezember. Ich habe letztes Jahr gesagt: Wenn ich weiterspiele, dann ist die Motivation nicht, diesen Rekord einzustellen. Das ist etwas, das jetzt einfach kommt“, sagte Müller angesprochen auf die besondere Marke.
Moritz Müller: „Viel für seinen Sport opfern“
Die vergangenen beiden Jahre hätten ihm einfach sehr viel Freude bereitet, die Arbeit mit der Mannschaft mache Spaß. Das sei seine Motivation gewesen, um weiterzuspielen.
Etwas nachdenklich macht ihn der bevorstehende Rekord aber schon: „Bei 1200 Spielen muss ich rückblickend schon fragen: Wie bin ich dahin gekommen? Natürlich muss ich dankbar sein, dass ich von größeren Verletzungen verschont geblieben bin beziehungsweise nach Verletzungen weiterspielen konnte, ohne große Beeinträchtigungen. Aber jeder, der eine solche Zahl oder überhaupt die Region um 1000 Spiele erreicht, muss viel für seinen Sport opfern. Man muss viel hintenanstellen, um den Körper in diesem Alter noch auf diesem Niveau halten zu können. Es gibt immer den Moment, in dem es unbequem wird und man sagen könnte: Es reicht. Oder vielleicht gibt auch der Körper einen Grund. Das hatte ich nie. Ich war sehr hart zu mir selbst.“
Der Rekord oder auch ein möglicher DEL-Titel sind für Müller allerdings kein Kriterium dafür, seine Schlittschuhe im Sommer 2027 an den Nagel zu hängen: „Ich habe die Tür selbst geöffnet, indem ich immer gesagt habe: Es kann gut sein, dass es mein letztes Jahr ist. Ich glaube, ich habe auch selbst immer darauf gewartet, dass mir ein Reifen abfällt und ich einfach sage: Ich komme nicht mehr mit. Dieser Moment ist sportlich noch nicht eingetreten.“
Aktuell mache die Entwicklung in Köln einfach sehr viel Spaß, das sei auch schon einmal anders gewesen: „Es gab auch einige Jahre in Köln, da bin ich ehrlich, die nicht so großen Spaß gemacht haben. Das ist jetzt anders. Es ist natürlich wahrscheinlicher, dass es meine letzte Saison ist, als dass ich noch ein Jahr spiele. Aber ich möchte nichts ausschließen.“
Im Sommer steht noch einmal eine Heim-EM an, zurückgetreten aus dem Nationalteam ist Müller noch nicht: „Ich habe bewusst gesagt: Ich trete nicht aus der Nationalmannschaft zurück. Wenn man meine Dienste in Anspruch nehmen möchte, fühle ich mich fit und finde, dass ich einen ordentlichen Job mache. Dann stehe ich gerne zur Verfügung.“
Erst einmal will Müller mit den Haien jetzt wieder in der DEL in die Spur finden. Der Anfang wurde mit dem ersten Sieg nach 60 Minuten in Augsburg am Sonntag bereits gemacht.
