IHHF-Wahlen manipuliert? Fiese Schlammschlacht im deutschen Eishockey um Präsident Reindl

Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes.

Franz Reindl am 20. Dezember 2018 in München. Aktuell (Anfang Oktober 2021) tobt eine Schlammschlacht um den DEB-Präsidenten.

Was ist da bloß im Deutschen Eishockey Bund (DEB) los? Rund um Präsident Franz Reindl (66) tobt eine Schlammschlacht. Sogar der Vorwurf der Wahlmanipulation steht im Raum.

Köln. Das Präsidium des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hat eine Kölner Kanzlei für Wirtschaftsrecht beauftragt, die Vorwürfe gegen Präsident Franz Reindl (66) unabhängig aufzuklären. Zugleich geht die Verbandsspitze „medienrechtlich“ gegen die Berichterstattung des Magazins „Der Spiegel“ vor und plant rechtliche Schritte gegen den Vorsitzenden des Landeseissportverbandes Schleswig-Holstein. Das teilte der DEB Donnerstagabend (7. September 2021), zwei Tage nach der Präsidiumssitzung mit.

In einer Mitteilung heißt es: „Der DEB verwehrt sich gegen Falschbehauptungen und Vorverurteilungen und wird sämtliche rechtlichen Maßnahmen ergreifen, um den DEB, seine Funktionsträger und Mitarbeiter zu schützen.“

DEB beauftragt Kölner Kanzlei um Präsident Franz Reindl zu schützen

DEB-Chef Reindl war Ende September bei der Wahl um das Präsidentenamt im Eishockey-Weltverband IIHF gescheitert, einen Tag zuvor hatte der „Spiegel“ dessen mutmaßlich fragliche Unternehmens- und Verbandsführung beleuchtet. Dabei geht es auch um die Frage, wie Reindls Rolle als Präsident mit seiner Tätigkeit als bezahlter Geschäftsführer einer DEB-Tochtergesellschaft zu vereinbaren ist.

„Das DEB-Präsidium weist sämtliche Vorwürfe geschlossen als unbegründet zurück“, teilte der Verband mit. Die Kölner Kanzlei Verte unter der Leitung von Rechtsanwalt Christian Schmitz soll sich mit dem Fall befassen. Das hatte auch die Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gefordert, die sich für nicht zuständig erklärt hatte.

Das DEB-Präsidium beklagt, dass bereits der DOSB-Ombudsmann Felix Rettenmaier nicht hätte tätig werden dürfen. Aus dessen Bericht hatte der „Spiegel“ zitiert. „Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist ebenfalls nicht tolerierbar, dass die Unterlagen des Hinweisgebers trotz mehrmaliger Aufforderung dem DEB nicht zur Verfügung gestellt wurden“, heißt es in der Mitteilung.

Laut DEB habe der Eishockey-Weltverband ein Verfahren wegen Manipulation der Wahlen gegen Wolff-Dietrich Prager, den Vorsitzenden aus Schleswig-Holstein, eröffnet. Der Verband wirft Prager vor, die Delegierten in der Nacht vor den Wahlen zum IIHF-Präsidium „in unlauterer und nicht tolerierbarer Art und Weise“ beeinflusst und damit „das gesamte deutsche Eishockey beschädigt“ zu haben.

Deutscher Eishockey Bund: Harte Vorwürfe gegen Wolff-Dietrich Prager

Der DEB schildert in seiner Mitteilung: „Der Eishockeyweltverband IIHF hat ein Verfahren wegen Manipulation der IIHF Wahlen gegen Herrn Wolff-Dietrich Prager, 1. Vorsitzender des Landeseissportverbandes Schleswig-Holstein eröffnet, diesen schriftlich ermahnt und den Vorgang an das IIHF Ethikkomitee weitergegeben, weil Herr Prager in unlauterer und nicht tolerierbarer Art und Weise in der Nacht vor der Wahl zum IIHF Präsidium und IIHF Council, vom 24. auf den 25.09.2021, per E-Mail an die Konkurrenten von Herrn Reindl zur Wahl des IIHF Präsidenten sowie einige IIHF-Wahlmänner herangetreten ist, den Falschdarstellungen enthaltenen Medienbericht des „Spiegel“ an diese weitergeleitet hat und außerdem mit ungerechtfertigten diskreditierenden Worten Herrn Reindl und das gesamte deutsche Eishockey beschädigt hat. Auch der DEB bereitet rechtliche Schritte gegen Herrn Prager vor.“

Kann der Verband diese öffentliche Schlammschlacht halbwegs schnell unter Kontrolle bekommen? Riendl hatte die Wahl zum IHHF-Präsidenten verloren. Dabei soll er laut Verband in Deutschland seit Jahren einen hervorragenden Job machen: „In der gesamten Kampagne geht leider die bedeutende sportliche, organisatorische und besonders auch wirtschaftliche Entwicklung des DEB und des Eishockeysports in der siebenjährigen Amtszeit dieses Präsidiums und der äußerst kollegiale Umgang mit fast allen der 102. Mitglieder unter.“ (ubo/sid)

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