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„System noch zu wild“Nowitzki über den Talent-Exodus wegen der Mega-Deals in den USA

Dirk Nowitzki

Copyright: Andreas Gora/dpa

Dirk Nowitzki wird in die Fiba Hall of Fame aufgenommen. (Archivbild)

Die Basketball-Ikone sorgt sich um die Zukunft des deutschen Nachwuchses.

In Berlin erhebt die deutsche Basketball-Ikone Dirk Nowitzki (47) ihre Stimme. Er macht sich große Sorgen um den Sport in seiner Heimat. Der Auslöser: Sogenannte NIL-Verträge in den Vereinigten Staaten, die mit gewaltigen Geldbeträgen junge Spieler über den Atlantik ziehen. „Das NIL hat alles verändert im College und damit auch die internationale Szene für Jugendbasketball“, konstatierte Nowitzki bei einem Medientermin.

Aber was genau sind diese NIL-Deals? Die Abkürzung steht für Name, Image and Likeness (Name, Bild und Ähnlichkeit). Ein Gerichtsurteil ermöglicht es Athleten an US-Hochschulen seit dem Jahr 2021, Einnahmen zu erzielen. Sie werden nicht für ihre Leistung auf dem Spielfeld bezahlt, sondern durch Werbe- und Marketing-Aktivitäten. Für viele Nachwuchshoffnungen aus Deutschland bedeutet das ein Einkommen, das um ein Vielfaches höher ist als das, was ihnen hier geboten wird.

Nowitzki versteht die Kids: „Exodus“ der Talente

Die Würzburger Ikone bedauert die Situation für die Vereine hierzulande. „dass jetzt mit 18 Jahren die ganzen Talente wegrennen“, ist für die Clubs ein herber Verlust. Dennoch kann er die Perspektive der Nachwuchsspieler nachvollziehen. „Wenn du in Würzburg so und so viel verdienen kannst und durch das NIL kriegst du das Zehnfache, Zwanzigfache, ist es natürlich schon klar, wofür sich die Kids dann entscheiden.“

Der NBA-Meister von 2011 fügt hinzu, dass der Schritt über den großen Teich auch aus sportlicher Sicht logisch sei. „Am College gibt es sehr, sehr gute Programme, die haben sehr viele Ressourcen – die Hallen, die Trainingsmöglichkeiten, die Coaches. Es ist schon alles vorhanden, sodass man sich da sehr, sehr gut entwickeln kann.“

Ruf nach Regeln: „Das System ist noch ein bisschen zu wild“

Nowitzki verlangt dennoch nach klaren Leitplanken. „Im Moment ist das System noch ein bisschen zu wild“, monierte er laut der Nachrichtenagentur dpa. Die Hochschulen würden sich Mannschaften zusammenstellen, die beinahe Profi-Status hätten. Er beschreibt eine Situation, in der Loyalität keine Rolle mehr spielt: „Die Spieler hüpfen von einem College aufs nächste, weil da ein bisschen mehr bezahlt wird.“ Für die Zukunft bringt die Legende sogar eine Gehaltsobergrenze (Salary Cap) ins Spiel.

Bei den deutschen Basketball-Vereinen schrillen die Alarmglocken. Dragan Tarlac, der Sport-Geschäftsführer beim FC Bayern, bezeichnet die Abwanderung als „unaufhaltsamen Exodus“. Und Himar Ojeda, Sportdirektor von Alba Berlin, pflichtet ihm bei: „Das Geld am College ist unschlagbar.“ (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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