„Öko-Test“ Wattestäbchen: Nur vier Produkte enthalten Recyclingpapier

Wattestäbchen stehen in einem Glasbehälter.

Wattestäbchen werden oft falsch benutzt und in den Gehörgang geschoben. Das Symbolfoto wurde am 4. Oktober 2008 in Berlin aufgenommen.

Wattestäbchen aus Plastik? Waren einmal. Als Folge des EU-Plastikverbots haben die Hersteller umgestellt – zum Beispiel auf Papier. In puncto Nachhaltigkeit ist aber noch Luft nach oben, stellt die Zeitschrift „Öko-Test“ fest.

Wo noch vor einiger Zeit knallbunte Plastik-Wattestäbchen im Ladenregal lagen, sind nun Alternativen aus Bambus und Papier zu finden. Denn: Seit Sommer 2021 dürfen Unternehmen in der EU keine Einwegprodukte aus Plastik mehr produzieren - dazu zählen auch Wattestäbchen.

Laut der Zeitschrift „Öko-Test“ überzeugen die Alternativen - zumindest mit Blick auf das Material und mögliche Schadstoffe (Ausgabe 5/2022). Von 25 getesteten Wattestäbchen schnitten 21 mit der Note sehr gut ab.

Die übrigen vier Produkte bewerteten die Öko-Tester als gut. Grund: Bei ihnen wurden halogenorganische Verbindungen nachgewiesen. Diese können Allergien auslösen und sich in der Umwelt anreichern. Laut „Öko-Test“ handelt es sich bei diesen Verbindungen möglicherweise um Rückstande, die durch das Bleichen des Materials entstanden sind.

„Öko-Test“: Nur vier Produkte enthalten Recyclingpapier

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Auch wenn die Stäbchen im Großen und Ganzen frei von schädlichen Stoffen sind: Mit Blick auf die Nachhaltigkeit ist noch ordentlich Luft nach oben. So bedauern die Öko-Tester, dass nur vier der getesteten Wattestäbchen Recyclingpapier enthalten.

Die Bio-Wattestäbchen der Marke „Ebelin Nature“ sind die einzigen im Test, die komplett aus Recyclingpapier bestehen. Die Bio-Wattestäbchen der Marken „Elkos Face“, „Bevola“ und „Blackbird“ kommen auf einen Recyclingpapier-Anteil von jeweils 30 Prozent.

Genutzt wird für diese Produkte übrigens Papierreste aus der Industrie - etwa von Druckereien oder Verpackungsfabriken. Dass so wenig Produkte Altpapier enthalten, lässt sich laut „Öko-Test“ mit dem derzeit angespannten Altpapiermarkt erklären. Aus diesem Grund verzichten die Öko-Tester darauf, die Produkte schlechter zu bewerten.

Wattestäbchen nur zum Reinigen der Ohrmuschel

Unter den getesteten Produkten waren auch vier Wattestäbchen speziell für Babys, die alle mit der Note sehr gut abschnitten. „Öko-Test“ weist jedoch darauf hin, dass die Stäbchen nur zum Reinigen der äußeren Ohrmuschel benutzt werden sollten - und im Gehörgang nichts zu suchen haben.

Denn: Bei Kindern wie auch bei Erwachsenen besteht die Gefahr, dass die Wattestäbchen das Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang drücken. Das kann zu Entzündungen führen oder gar zu einer Verletzung des Trommelfells. (dpa)

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