Baumarktkette zum Schnäppchenpreis Obi verkauft Märkte für zehn Euro – unter einer Bedingung

Dieses undatierte Symbolbild zeigt den Eingangsbereich eines Obi-Baumarkts.

Dieses undatierte Symbolbild zeigt den Eingangsbereich eines Obi-Baumarkts.

Die beliebte Baumarktkette Obi zieht sich aus Russland zurück. Doch was ist mit den Märkten vor Ort? Jetzt gibt es eine scheinbar ungewöhnliche Lösung.

Schon seit April ist klar, dass die deutsche Baumarktkette Obi nicht länger in Russland vertreten sein will. Alle Märkte wurden im März, nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, geschlossen. Neu ist jetzt aber die Art und Weise des Abschieds, über die mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Denn der russische Unternehmer Josef Liokumowitsch hat sich nach eigenen Angaben für einen symbolischen Preis von umgerechnet rund zehn Euro die Mehrheit am Russland-Geschäft von Obi gesichert. Doch wie kommt Geschäftsmann an einen solchen Schnäppchenpreis?

Marke Obi verschwindet aus Russland: Käufer darf Namen nicht nutzen

Gegenüber der russischen Ausgabe des „Forbes“-Magazins sagte Liokumowitsch, er habe im Gegenzug die Schulden des Konzerns in Höhe von rund 30 Millionen Euro abgelöst. Dafür sowie für die etwa zehn Euro Kaufpreis erhielt er demnach rund 60 Prozent der Anteile. An wen die anderen 40 Prozent der ehemaligen Landesgesellschaft von Obi gingen, legte er in dem Zuge nicht offen.

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Doch einen wichtigen Haken hat der ganze Deal. Denn obwohl Liokumowitsch sämtliche Märkte inklusiver aller Einrichtungsgegenstände übernimmt, darf er doch eines nicht: den Namen Obi weiterführen. Die Marke Obi verschwindet also aus Russland.

Eine Anfrage von EXPRESS.de zum genauen Preis und der Abwicklung des Verkaufs des Russland-Geschäfts ließ die Pressestelle von Obi bis zum Montagvormittag (16. August) zunächst unbeantwortet. Zuerst hatten die Nachrichtenagentur Reuters sowie das „Handelsblatt“ berichtet.

Antworten darauf, wie es mit den ehemaligen Obi-Märkten in Russland weitergehen soll, lieferte derweil Liokumowitsch. Gegenüber „Forbes“ sagte er, er wolle die übernommenen Märkte unter neuem Namen wieder auf Wachstumskurs bringen. Obi hatte in Russland 27 Baumärkte betrieben und rund 4.900 Menschen beschäftigt. (mac)

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