Cannabis-Samen im Discounter! Doch die Käufer sind eine riesige Überraschung.
Gras für Oma und Opa?Diese Kunden stürmen jetzt Netto für Cannabis-Samen

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Der Discounter Netto bietet nun die Saatkörner in einer Probephase an
Ein winziges Päckchen, das die Größe einer Visitenkarte kaum übertrifft, gefüllt mit drei Hanfsamen. Was bis vor Kurzem noch als völlig unvorstellbar galt, liegt nun ganz unbefangen im Sonderregal beim Discounter Netto. Der kuriose Einfall hierfür kommt aus einem kleinen Geschäft, das sich in der Altstadt von Quedlinburg in Sachsen-Anhalt befindet.
Seit dem 9. März bietet der Discounter Netto die Saatkörner der Marke „gutmut saatgut“ in einer Probephase an. Zu Beginn sind 255 Märkte in Berlin und im Nordosten von Deutschland beteiligt. Ein Päckchen mit drei Samenkörnern wird für circa 15 Euro angeboten. „Wir haben uns riesig gefreut, als klar war, dass das klappt“, kommentiert Geschäftsführer Ronny Sievers die Kooperation. Das berichtet „MDR“.
Die Käufer? Eine echte Sensation!
Die wirkliche Sensation ist jedoch, wer sich für das Saatgut begeistert. Die Käuferschaft ist merklich älter, als man annehmen würde. Laut Auskunft der Firma ist ein beträchtlicher Teil der Käufer im Alter von 40 bis 70 Jahren. „Viele unserer Kunden haben mit der klassischen Cannabis-Community gar nichts zu tun“, stellt Sievers klar.
Im Mittelpunkt stehen stattdessen häufig das Interesse an Botanik oder die schlichte Lust am Gärtnern. Insbesondere Senioren verfügen oft über die nötige Zeit, um sich eingehender mit dem Kultivieren von Pflanzen zu befassen. Ein Senior bekräftigte dies bei einem Besuch: Er sei gespannt und möchte testen, ob die Pflanze eventuell bei seinen Leiden helfen könnte.
Quedlinburg: Rückkehr zu alten Wurzeln
Dass der Firmensitz in Quedlinburg ist, ist alles andere als eine zufällige Wahl. „Quedlinburg hat eine alte Saatguttradition, und wir wollten genau daran anknüpfen“, meint Sievers. Die Stadt im Harz wird seit Jahrhunderten als ein Mittelpunkt der Pflanzenzucht angesehen und war früher global führend im Geschäft mit Blumensaatgut.
Der private Anbau wurde mit dem Cannabisgesetz aus 2024 legalisiert. Volljährige haben seither die Erlaubnis, bis zu drei Exemplare für den Eigenbedarf zu kultivieren. Die Saatkörner selbst werden nicht als Betäubungsmittel betrachtet, weil sie frei von THC sind. Falls die Testphase bei Netto positiv verläuft, könnten die kleinen Beutel bald im ganzen Land in den Supermärkten ausliegen. (red)
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