Der Tank wird immer teurer, der Geldbeutel immer leerer. Für Autofahrer in NRW wird die Zapfsäule zur Kostenfalle.
Benzinpreis-Schock beim Tanken!Behörde ermittelt wegen Wucher-Verdacht – Rhein-Dürre verschärft die Lage

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Tanken ist bei den hohen Benzinpreisen derzeit kein Vergnügen
Die Zahlen für August sprechen eine deutliche Sprache und tun jedem im Portemonnaie weh. Für einen Liter Super E5 mussten im Schnitt 2,203 Euro bezahlt werden. E10 war mit 2,146 Euro kaum günstiger. Diesel-Fahrer traf es mit 2,223 Euro je Liter besonders hart.
Zwar wurde Benzin im Laufe des Augusts um 1,6 Cent je Liter kostspieliger, während Diesel sogar um 0,85 Cent nachgab. Aber diese kleine Atempause war nur von kurzer Dauer. Zum Start in den September folgte die böse Überraschung: ein plötzlicher Anstieg um krasse 8 bis 10 Cent! Das berichtet „Bundeskartellamt“.
Wettbewerbshüter knöpfen sich Ölkonzerne wegen zu hoher Benzinpreise vor
Die Preisgestaltung der Raffinerien steht nun unter scharfer Beobachtung der Behörde. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, betonte, dass die eingeleiteten Untersuchungen energisch fortgesetzt werden. Ziel sei es herauszufinden, ob ein Missbrauch vorliegt, der gegen das Kartellrecht verstößt.
Die Untersuchungen der Raffinerie-Betreiber, die bereits im Frühling begannen, verlaufen nach Plan, so die Auskunft der Behörde. Momentan analysiert man die Rückmeldungen der Konzerne auf detaillierte Informationsanfragen. Gleichzeitig findet eine bundesweite Befragung von Hunderten Tankstellenpächtern statt, die zusammen mehr als 90 Prozent des gesamten Netzes abdecken.
Mundt erläutert die Schwierigkeit der Aufgabe: „Wir müssen feststellen, wann ein hoher Preis zu einem missbräuchlich überhöhten Preis wird. Dafür müssen wir sehr genau untersuchen, welche Kosten den Raffinerien tatsächlich entstanden sind (...) und ob die verlangten Preise diese Kosten in unangemessener Weise überschreiten. Genau diese aufwendige Prüfung führen wir derzeit durch.“
Rhein-Trockenheit als Preistreiber im Westen
Speziell für die Menschen im Westen der Republik ist die Situation frustrierend. Das niedrige Rhein-Wasser hat die Frachtkosten explodieren lassen, was sich unmittelbar an der Tankstelle bemerkbar macht. Zwischen den Regionen gab es für E5 sowie für Diesel Differenzen von bis zu 15,1 Cent je Liter.
Im Europa-Vergleich zählt Deutschland zu den kostspieligen Ländern, sogar nach Abzug von Steuern und Gebühren. Andere Nationen wie Polen oder Belgien greifen mit staatlichen Maßnahmen wie Preisdeckeln ein, um den Zuwachs zu dämpfen. In Frankreich wiederum deckelt der Konzern TotalEnergies die Preise aus eigenem Antrieb. (red)
Damit der Markt künftig besser kontrolliert werden kann, wurde vom Bundeskartellamt eine frische IT-Plattform eingerichtet. Seit dem Monat August ist es möglich, darüber gesichert Daten zu versenden, um die Preisbewegungen zu verfolgen. Aktuell sind 137 Ämter angeschlossen, und schon mehr als 426 Datensätze wurden übermittelt. (red)
