Zitrus und Oleander müssen ins Haus, andere Kübelpflanzen halten Frost aus. Welche das sind und was beim Topf zählt.
Frostfeste KübelpflanzenAb in den Winter: Diese Pflanzen dürfen einfach draußen bleiben

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Holzstuhl und Topfpflanzen auf einem Balkon.

Schleppen, schieben, Platz suchen? Muss nicht sein. Längst nicht jede Topfpflanze braucht im Herbst ein geschütztes Winterquartier. Viele robuste Arten stecken selbst eisige Minusgrade ohne Schaden weg. Die Voraussetzung: Standort und Kübel passen. Dann klappt das Überwintern auch in Köln und im Umland ganz ohne Stress, ob auf der Terrasse, auf dem Balkon oder neben der Haustür. Diese Kandidaten machen dabei eine besonders gute Figur.
Zitrus und Oleander müssen rein, andere nicht
Rutscht das Thermometer in Herbstnächten unter null, holen viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner ihre frostempfindlichen Lieblinge ins Haus. Bei Zitrusbäumen, Oleander und anderen wärmeliebenden Kübelpflanzen führt daran auch kein Weg vorbei. Sonst drohen Frostschäden.
Wer auf kälteresistente Sorten setzt, spart sich einen Großteil dieser Arbeit. Aber Achtung: Steht „frostfest“ auf dem Etikett, heißt das im Topf noch lange nicht, dass gar nichts zu tun ist. Im Kübel setzt der Frost den Wurzeln nämlich deutlich heftiger zu als draußen im Beet. Deshalb rät die Bayerische Gartenakademie bei einigen Gewächsen zu zusätzlichem Schutz. Darüber berichtet WEB.DE News.

Purpurglöckchen: Bei strengem Frost den Topf einpacken
Ein echter Liebling ist das Purpurglöckchen (Heuchera). Der Grund sind seine hübschen Blätter. Je nach Sorte schimmern sie violett, rot, grün oder sogar bronzefarben. So bringt der Kübel auch dann Farbe ins Spiel, wenn gerade nichts blüht.
Weil die Pflanze einen Teil ihres Laubs über den Winter behält, sollte sie möglichst windgeschützt stehen. Und wird es richtig frostig, lohnt sich zusätzlich eine schützende Hülle um den Topf.
Buchsbaum: Grüner Kübel das ganze Jahr
Soll der Pflanzkübel zu jeder Jahreszeit grün aussehen, ist der Buchsbaum (Buxus sempervirens) eine gute Idee. Er ist robust und trägt immer Blätter. Doch auch sein Gefäß braucht im Winter ein geschütztes Plätzchen. Wichtig zu wissen: Immergrüne Pflanzen geben selbst bei Kälte Wasser ab. An frostfreien Tagen muss also unbedingt gegossen werden.
Bergkiefer und Zwerg-Fichte: Frost? Kein Problem!
Richtig hart im Nehmen ist die Bergkiefer (Pinus mugo). Selbst strenge Kälte lässt sie ziemlich kalt. Die Bayerische Gartenakademie nennt sie ausdrücklich als geeignetes Nadelgehölz für den Kübel. Ein Pluspunkt in der grauen Jahreszeit: Anders als Laubgehölze wirft sie ihre Nadeln nicht ab. Auf Balkon und Terrasse bleibt es so dauerhaft frisch und grün.

Ganzjährig im Topf bleiben können auch Fichten, die klein bleiben. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt zum Beispiel die Zwerg-Fichte (Picea omorika 'Nana') und die Zuckerhut-Fichte (Picea glauca 'Conica'). Entscheidend ist hier die Größe des Kübels: Er muss groß genug sein, damit die Wurzeln nicht zu schnell durchfrieren.
Wacholder: Immergrün für die kalte Jahreszeit
Wer sich im Winter dauerhaft Grün wünscht, wird auch bei den verschiedenen Wacholder-Arten fündig. Vor allem der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) verträgt laut den Experten der Bayerischen Gartenakademie viel Frost. Auch zahlreiche Sorten des chinesischen Wacholders halten die Fachleute für Pflanztröge für geeignet.
Eibe, Thuja, Rhododendron und Rosen: Darauf kommt es an
Ebenfalls echte Frost-Profis sind Eiben. Dazu gehören etwa bestimmte Sorten der Hybrid-Eibe und die Japanische Eibe (Taxus cuspidata). Ein Haken bleibt aber: Diese Pflanzen sind giftig. Leben Haustiere oder kleine Kinder mit im Haushalt, gehört der Kübel deshalb an einen Ort, an den sie nicht herankommen.

Den Lebensbaum (Thuja occidentalis) kennen die meisten hierzulande vor allem als typische Hecke. Dabei macht er auch im Kübel eine gute Figur: Langsam wachsende Sorten wie Smaragd sind frosthart genug. Damit der Baum dem Topf nicht schnell über den Kopf wächst, empfehlen Fachleute für Balkon und Terrasse Sorten, die klein bleiben.
Sogar Rhododendren können den Winter im Kübel überstehen. Allerdings weist die Bayerische Gartenakademie darauf hin, dass sich ihre Frosthärte im Topf schlechter abschätzen lässt als bei Sträuchern, die im Gartenboden wurzeln. Schutzmaßnahmen sind deshalb sinnvoll. Den immergrünen Pflanzen setzen vor allem trockener Wind und die Wintersonne zu. Ein geschützter Standort ist darum besonders wichtig.
Und die Rosen? Auch sie wachsen im Topf. Sollen sie den Winter draußen verbringen, müssen es aber ganz gezielt ausgewählte, extrem frostharte Sorten sein. Im Kübel reagieren die Wurzeln empfindlicher, wenn es plötzlich und tief durchfriert. Deshalb sollte der Topf unbedingt isoliert werden, etwa mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie. (red)
