Jetzt schon ans nächste Gartenjahr denken! Welche Pflanzen fraßwütige Schnecken verschmähen.
Schnecken-Schreck!Pflanzen, die die Schleimer nicht anknabbern

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Igitt! Fette Spanische Wegschnecken haben es sich im Kopfsalat gemütlich gemacht und hauen so richtig rein.

Es ist aber auch der reinste Gärtnergraus: Kaum ist es ein paar Tage feucht, kommen sie mit gewetztem Kauwerkzeug aus ihren Löchern geschleimt und machen sich über Funkien, Dahlien, Rittersporn oder Clematis her. Im Handumdrehen sehen die Blätter der sorgsam gepflegten Pflanzen aus wie eine Lochkarte für die Stempeluhr. Aber nicht über alles, was im Garten hübsch aussieht, fallen die Nacktschnecken her.
Der größte Übeltäter an Zierpflanze und jungem Gemüse ist laut des Biologen Dr. Markus Phlippen die gefräßige Spanische Wegschnecke. „Die kann mit ihren Kumpanen ein komplettes Salatbeet in nur einer Nacht vernichten“, so der „Pflanzendoc“ bei der Gärtner-App Gardify. Die spanische Wegschnecke wurde in den 1970er Jahren von der Iberischen Halbinsel eingeschleppt und treibt den Puls von Hobbygärtnern höher als Blattlaus und Dickmaulrüssler zusammen. Aber es gibt gärtnerische Möglichkeiten, den fraßwütigen Schnecken mal so richtig in die Blättersuppe zu spucken!
An diesen Pflanzen schleimen Schnecken vorbei
- Mediterrane Kräuter wie Lavendel, Thymian, Rosmarin und Minze enthalten ätherische Öle, die Schnecken nicht mögen. Obendrein duften, blühen und schmecken die Kräuter noch wunderbar. Aber Vorsicht: Zartblättrige Kräuter wie Basilikum, Blattpetersilie oder Dill mögen die Mollusken leider gern ...

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Storchschnabel (Geranium) ist ein Hingucker, weil er als Bodendecker wunderbar Lücken im Beet „stopft“. Und es gibt ihn in vielen verschiedenen Sorten. Dazu sind Storchschnabelgewächse ein wahres Schlemmerbuffet für Wildbienen und andere Insekten, aber nicht für Schnecken. Katzenminze (zartlila; hinten) ist ebenfalls ein Schneckenschreck
- Sonnenanbeter: Dazu gehören die schneckenunfreundliche Edeldistel sowie die dekorative Kugeldistel. Beide halten sich mit ihren Dornen und ledrigen Blättern die Schleimer vom Hals. Ebenfalls sonnig mag es Schafgarbe, die bei Insekten sehr beliebt ist. Aber bitte nicht zu heftig gießen, wenn nämlich der Standort zu feucht ist, können sie von Schnecken heimgesucht werden. Gleiches gilt für den Blut-Storchschnabel: Von Sonne kann er nicht genug bekommen, zu viel Wasser mag er nicht. Wegen seiner ätherischen Öle und der Blattstruktur wird er von Schnecken eigentlich gemieden. Der Name ist bei der Sonnenbraut Programm: Sie ist eine echte Sonnenanbeterin, sieht prima in einem Präriegarten in Kombination mit Gräsern, Indianernessel und Prachtkerzen aus.

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Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), die Lieblingspflanze von Queen Camilla, hat behaarte Blätter und zartgelbe, kleine Blüten. Und darauf stehen Schnecken so gar nicht. Toll sieht Frauenmantel in Begleitung von Rosen, Storchschnabel oder Funkien aus.
- Stauden: An Frauenmantel oder Akelei (die beide auch in Kombi richtig was hermachen) beißen sich Schnecken die nicht vorhandenen Zähne aus. Beide Pflanzen haben raue, behaarte Blätter – was Schnecken fernhält. Die Gemeine Akelei ist zudem leicht giftig, sie enthält Blausäureglykoside. Katzenminze ist eine gleichermaßen dekorative wie pflegeleichte Staude – wer sie nach der ersten Blüte zurückschneidet, wird mit einer zweiten Blüte belohnt. Und sie ist ein Schneckenschreck wegen der ätherischen Öle, die u. a. Nepetalaceton enthalten. Darauf reagieren Schnecken mit „Abscheu“. Halbschattig mag es die elegante Sterndolde, die robuste Blätter und einen bitteren Geschmack hat.

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Eine (giftige) Augenweide ist der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea). Die „Giftpflanze des Jahres 2017“ hält sich aufgrund ihres bitteren Geschmacks schon im Frühstadium ihrer Entwicklung die Nacktschnecken vom Blattwerk.
- Natürliches Gift: Auch der Rote Fingerhut, der Hummeln und Schmetterlingen als Nahrungsquelle dient, fühlt sich im Halbschatten wohl. Schnecken verschmähen ihn wegen der enthaltenen Giftstoffe. Wer kleine Kinder hat, sollte aber auf Fingerhut, der zu Europas giftigsten Pflanzen zählt, vorsorglich verzichten.
Kleine Kriecher-Kunde – und was wirklich hilft
Nicht alle Schneckenarten treiben den Gärtner so auf die Palme wie Weg- und Ackerschnecken! In der Regel sind Gehäuseschnecken eher harmlos. Auch der auffällig gezeichnete Tigerschnegel ist, wie alle anderen Schnegelarten auch, ein friedlicher Gartengast. Der sogar die Gelege anderer Nacktschnecken plündert.
Als Maßnahme gegen Schnecken rät Dr. Markus Phlippen von „alten Klassikern“ wie Bier, Kaffeesatz oder Sand (eher wirkungslos) sowie Schneckenkorn (Vergiftungsgefahr für andere Tiere und Kinder) ab. Ein acht bis zehn Zentimeter tief in die Erde gesetzter Schneckenzaun bekommt vom Experten „die volle Punktzahl“ – so er denn ein abgewinkeltes Profil hat. „Die Schnecken kriechen hoch, kommen dann nicht über den Doppelwinkel, weil sie frei schweben müssten.“ Ein bisschen so wie beim gefährlichen Überhangklettern in den Bergen also ...
