Reisebetrügereien boomen. Wir nennen die häufigsten Fallen – Experten erklären, wie Sie nicht hineintappen!
Jeder 8. Urlauber betroffenDer große Reibach mit dem Reisebetrug

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Betrug im Urlaub trübt die Stimmung. Auch ein großes Problem: öffentliche Wlan-Netze nutzen und darüber auf Reisen Bankgeschäfte etc. abwickeln. Gönnen Sie sich sich vor Abfahrt für einen Monat ein Virtual Private Network (VPN), das Ihre Internetverbindung verschlüsselt. Kostet nur ca. 15 Euro.

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Es sollen die schönsten Wochen des Jahres sein, Entspannung und Harmonie pur, neue Eindrücke, neue Erfahrungen – Urlaub soll vor allem eines sein: erholsam. Problem: Er ist es nicht immer. Leider gibt es in jeder Urlaubssaison auch immer wieder Fälle von Reisebetrug. Die Künstliche Intelligenz hilft Betrügern derzeit immer mehr, Erholungssuchende aufs Glatteis zu führen und ihnen ihr hart verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen. Die derzeit häufigsten Methoden – wie man sich vor ihnen schützt und sich wehrt, wenn man doch in die Falle getappt ist.
Ist es Ihnen auch schon passiert? Die gebuchte Ferienwohnung gab es gar nicht? Man hat das Geld für die Unterkunft überweisen, aber leider nicht an den echten Vermieter? Der vorab bezahlte Transfer kommt gar nicht zum Flughafen, der Taxifahrer hat das Taxameter ausgestellt und verlangt am Zielort plötzlich Mondpreise? In der Wechselstube bekommt man einen Kurs des Grauens oder es wurden Ihnen in einem Geschäft falsche Banknoten untergejubelt? Das macht den Urlaub zum Horrortrip.
Reisebetrug: Diese Gruppen trifft's besonders
Eine Umfrage unter 3000 Personen in Deutschland im Auftrag von Icelandair hat gezeigt, dass jeder achte Deutsche (13 Prozent) bereits Opfer eines Reisebetrugs geworden ist. Weitere 17 Prozent berichteten, dass sie schon einmal mit einem Reisebetrug konfrontiert waren, diesen jedoch noch rechtzeitig erkennen und vermeiden konnten. Im Schnitt verloren die Betroffenen, bei denen die Betrüger Erfolg hatten, 1272,22 Euro.
Interessant: Düsseldorfer sind am häufigsten betroffen: Einer von vier Befragten (24,7 Prozent) gab in der Umfrage an, bereits Opfer gewesen zu sein. Besonders anfällig scheint die Generation Z (Jahrgänge zwischen 1997 und 2012) zu sein. Kein Wunder, wenn man sich die ebenfalls abgefragten Arten des Reisebetrugs anschaut: Betrug über Social Media (29,6 Prozent) rangiert auf Platz 1, gefolgt von gefälschten Unterkünften (27,4 Prozent), Zahlungs- oder Rückerstattungsbetrug (27,4 Prozent) oder Phishing-E-Mails, die sich als Airlines ausgeben (24,6 Prozent). Wer viel im Netz sucht und bucht, sitzt öfter Schwindel auf.
Und erfundene Ferienunterkünfte sind längst nur noch die Spitze des Eisbergs. Derzeit im Trend und besonders tückisch: Betrugsversuche, die erst nach einer echten Buchung beginnen und besonders perfide eingefädelt sind. Gefälschte Hotel-Nachrichten tauchten laut Verbraucherzentralen-Bundesverband z. B. bei Booking.com-Kunden auf und enthielten die korrekten Namen der Unterkunft, den Reisezeitraum und die Buchungsnummer. Die Geschädigten wurden aufgefordert, ihre Kreditkartendaten nochmals auf einer anderen Webseite einzugeben. Tipp der Verbraucherschützer: „Wer für eine Reise eine Unterkunft über eine Buchungsplattform bucht, sollte nur auf der Plattform die Bezahlung abwickeln und am besten nur über die Plattform mit der gebuchten Unterkunft kommunizieren.“
Wer nach der Buchung eine Mitteilung bekommt, dass etwas nicht funktioniert habe, wendet sich an den Kundenservice der Buchungsplattform oder telefonisch an die gebuchte Unterkunft. Booking.com betont beispielsweise, „dass in der Regel bei keiner legitimen Transaktion von einem Kunden verlangt wird, sensible Informationen wie Kreditkartendaten per E-Mail, Chat-Nachricht, SMS, WhatsApp oder Telefon anzugeben“. Auch Vorsicht, wenn man von vermeintlichen Vermietern Links zu Plattformen wie Airbnb oder Booking.com zugeschickt bekommt, diese können ähnlich aussehen, aber gefaked sein – immer öfter auch mit Künstlicher Intelligenz.
Die Zahl der KI-gestützten Reisebetrugsversuche ist seit 2022 um 3000 Prozent gestiegen, wie die Verbraucherschutzorganisation Codacons meldet. Globale finanziellen Schäden pro Jahr: schätzungsweise 22 Milliarden Euro. KI macht das Erstellen von „Geisterunterkünften“, also Wohnungen, die es gar nicht gibt, enorm einfach. Solche Fakeangebote gibt es aber auch für Mietwagen und Flüge, gerne auch mittel WhatsApp-Phishing an die Opfer gebracht. Auch das Versenden von unaufgeforderten QR-Codes, die man scannen soll, muss einen derzeit misstrauisch machen. Auch im Urlaub selbst ist bei QR-Codes in Hotels und Restaurants Vorsicht geboten, die Codes der echten Unternehmen werden mittlerweile gerne von Betrügern überklebt. Wer diese QR-Codes scannt, landet auf gefakten Seiten und gibt dort seine Daten preis.
So beugen Sie Abzocke vor
- 1. Seriosität von Websites immer prüfen: „Auf Hinweise wie falsch geschriebene URLs oder ungewöhnliche Domain-Endungen achten“, rät Christian Petzold, Tourismusexperte und Marketingdirektor bei BCN Travel. Seriöse Websites nutzen eine sichere Verbindung, erkennbar an „https://“ oder einem Schloss-Symbol in der Adressleiste. „Wenn einem etwas an Optik oder Funktionalität der Seite merkwürdig vorkommt: Besser eine andere Plattform zu nutzen!“
- 2. Bei vertrauenswürdigen Plattformen und Agenturen bleiben: Die Buchung über bekannte Reisebüros oder seriöse Online-Plattformen verringern das Risiko, Opfer zu werden. „Nicht auf Links aus unerwarteten Mails oder Social-Media-Anzeigen klicken“.
- 3. Vorsichtig bei zu guten Angeboten: Betrüger locken oft mit besonders niedrigen Preisen oder exklusiven Deals. Wenn ein Angebot zu gut wirkt: Vorsicht! „Immer Preise auf mehreren Plattformen vergleichen, um zu prüfen, ob das Angebot marktgerecht ist“, so Petzhold. Vorkasse per Überweisung oder Bargeldtransferdienste wie Western Union oder Money Gram lassen sich im Betrugsfall kaum rückverfolgen, besser mit Kreditkarte oder Lastschrift zahlen.
- 4. Bilder und Kontaktdaten überprüfen: Fotos von Ferienunterkünften mit Hilfe der Rückwärtssuche im Netz überprüfen. Ist eine Telefonnummer des Vermieters angegeben? „Besteht keine Möglichkeit zur persönlichen Kommunikation, ist höchste Vorsicht geboten“, so die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
- 5. Schutz vor Taxibetrug: Vorher informieren, ob Taxis im jeweiligen Land sicher sind (es gibt Länder, da sind z. B. Fahrdienste besser). Auf Nutzung eines Taxameters bestehen (oder vorgegebene Festpreise). Nur offizielle Taxistände nutzen.
- 6. Schutz vor Geldwechseltricks: Möglichst in Banken oder offiziellen Wechselstuben wechseln (auch hier gibt es Ausnahmen, also vorher informieren). Am stressfreisten: Kreditkarte nutzen.
- 7. Gratismaschen abblocken: Wenn ihnen jemand etwas ungefragt schenken will, ablehnen! Ein Gegenstand, der einem einfach in die Hand gedrückt wird, sofort zurücklegen.
- 8. Ticketbetrug: Eintrittskarten und Co. immer nur bei offiziellen Verkaufsstellen kaufen und nicht bei fliegenden Händlern.
