„Bitte, Kapitän, bitte“Kreuzfahrt-Horror! Fahrgäste bei Landgang in Italien zurückgelassen

Das Kreuzfahrtschiff „MSC Splendida“ läuft in Hamburg aus dem Hafen aus

Das Kreuzfahrtschiff MSC Splendida läuft in Hamburg aus dem Hafen aus, hier im September 2015.

Für zwei Fahrgäste wird eine Traum-Kreuzfahrt zum Albtraum: Vor ihren Augen verlässt der Dampfer einfach ohne sie den Hafen der italienischen Stadt Bari. Verzweiflung macht sich breit.

von Jana Steger (JS)

Es ist wohl der schlimmste Albtraum von Passagierinnen und Passagieren an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Dieser wurde für ein Paar nun zur Realität.

Auf einer neuntägigen Kreuzfahrt von Triest nach Istanbul, stand auch die italienische Hafenstadt Bari als Zwischenstopp auf dem Fahrplan der MSC Splendida.

Kreuzfahrtschiff-Kapitän lässt Paar an Land zurück

Nachdem die Zeit für den Landgang abgelaufen war, stand das 333 Meter lange Kreuzfahrtschiff am Kai 11 im Hafen von Bari bereit zur Weiterfahrt. Pünktlich zur geplanten Abfahrtszeit legte der Dampfer am Dienstag (15. August) ab. Doch zwei Gäste blieben an Land zurück und mussten zusehen, wie das Schiff ohne sie den Hafen verließ.

Der Kapitän habe es mit der Abfahrtszeit wohl ganz genau genommen. „Kapitän, bitte warten Sie auf uns. Sie können es tun, wenn Sie wollen“, schrie der Mann am Hafen von Bari als dieser bemerkte, dass die MSC Splendida gerade ohne ihn und seine Frau den Hafen verlässt. Wie das italienische Portal „La Repubblica“ berichtet, habe der Mann noch verzweifelt versucht, den Dampfer zu stoppen.

Angeblich seien der Bari-Besucher und seine Begleitung nur um ein paar Minuten zu spät am Anleger aufgetaucht. Andere Kreuzfahrtpassagierinnen und -passagiere filmten den wahr gewordenen Albtraum und stellten das Video auf Tiktok. „Bitte, Kapitän, bitte“, ist der flehende Mann immer wieder zu hören. Doch den Kapitän schien das nicht zu interessieren.  

Hier ein Video der beiden hinterbliebenen Fahrgäste im Hafen von Bari:

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Die Kommentare zu dem Video zeigten geteilte Meinungen zu dem Szenario. So seien einige Userinnen und User schockiert von der scheinbaren Überpünktlichkeit des Kapitäns. „Wir alle wären verzweifelt gewesen! Koffer, Geld, Kreuzfahrt bezahlt, und dann bleibt man zurück an Land“, schrieb ein User.

Andere Nutzerinnen und Nutzer wiederum zeigten Verständnis für das Handeln des Kapitäns. „Die Kreuzfahrt hat Fahrpläne und diese müssen eingehalten werden“, kommentierte jemand.

Nach Angaben des Berichts äußerte sich auch die Hafenbehörde gegenüber „La Repubblica“. Diese bedaure den Vorfall und erklärte: „Diese Geschichte tut uns wirklich sehr leid.“

Der Hafenmanager beschrieb weiter, dass das Umkehren für Kreuzfahrtschiffe nahezu unmöglich sei. Schließlich haben diese einen straffen Fahrplan, welcher befolgt werden müsse. Hinzu kommen hohe Liegekosten am Hafen.

Wie es für das zurückgebliebene Paar weiterging, ist nicht bekannt. Fest steht jedoch: Die knapp 4000 anderen Passagierinnen und Passagiere dürften vermutlich pünktlich an ihrem nächsten Zwischenstopp angekommen sein – und bei ihren anschließenden Landgängen sehr rechtzeitig zurück an Bord.