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EasyJet-Streik, Lufthansa streicht Flüge Droht uns jetzt im Reisesommer ein Flugchaos?

Menschen kommen am 4. Juni auf dem Flughafen von Palma de Mallorca an. Weder Flughäfen noch Airlines haben genug Personal, um dem Ansturm gerecht zu werden. Droht das Flugchaos im Sommer?

Menschen kommen am 4. Juni auf dem Flughafen von Palma de Mallorca an. Weder Flughäfen noch Airlines haben genug Personal, um dem Ansturm gerecht zu werden. Droht das Flugchaos im Sommer?

Lufthansa und Eurowings streichen Hunderte Flüge, die Gewerkschaft Verdi ruft rund 450 Beschäftigte der Billigairline Easyjet zum Streik auf. Die gesamte Flugbranche leidet. Droht uns jetzt das absolute Flugchaos?

Bereits am Mittwoch haben Lufthansa und ihre Tochter Eurowings mitgeteilt, wegen des Personalmangels im eigenen Haus sowie bei Boden- und Flughafendienstleistern 900 Flüge für Juli zu streichen. 

Am Donnerstag ruft die Gewerkschaft Verdi rund 450 Kabinen-Beschäftigte der Billigairline Easyjet zum Streik auf: Passagiere müssen sich auch hier am Freitag auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. 

Engpässe und Personalmangel – die gesamte Flugbranche leidet. Es fehlt an allem, von der Passagierkontrolle bis zu den Flugbegleitern. Droht uns das Flugchaos im Sommer?

Einen Vorgeschmack darauf haben viele Reisende bereits in den letzten Wochen bekommen: In vielen Flughäfen in ganz Europa mussten Passagiere bereits am Wochenende stundenlang warten, sind in den schlimmsten Fällen gar komplett gestrandet. Vor allem britische Passagiere waren betroffen. Easyjet als auch British Airways und Tui strichen etliche Flüge.

Verdi warnt vor Flugausfällen bei Easyjet

Wie groß der Druck auf das Personal ist, zeigt der Streik am Freitag: „Die exorbitant gestiegenen Preise sowie die große Mehrbelastung an Bord wegen der chaotischen Restart-Phase der ganzen Branche zeigen, dass unsere Forderungen mehr als berechtigt sind“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler laut „Spiegel“

Verdi fordere einen Ausgleich der aktuellen Preissteigerungen, jedoch mindestens fünf Prozent mehr Gehalt sowie eine Einmalzahlung in Höhe einer Monatsvergütung samt Schicht- und sogenannter Sektorenzulage. Der Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 2022 laufen. 

Easyjet selbst hat jüngst angekündigt, seine in Berlin stationierte Flotte ab Oktober von 18 auf 11 Maschinen zu verkleinern. Man wolle sich auf profitable Routen konzentrieren, womöglich müssten rund 275 Cockpit- und Kabinenbeschäftigte gehen, heißt es weiter. 

Sommerurlaub 2022: Nicht genug Personal, um Ansturm gerecht zu werden

Weniger Flüge, weniger Flieger, ein neuer Maßnahmenplan – das soll das Gesamtsystem der Luftfahrt entlasten, soll das Chaos verhindern. Weder Flughafen noch Airlines haben genug Personal, um dem gewaltigen Ansturm gerecht zu werden. 

Laut „FAZ“ weist die Lufthansa zurück, dass die Fluggesellschaft zu wenig Personal habe. Auf der Seite der Arbeitnehmer werde aber ein dramatischeres Bild gezeichnet. „Wir wissen, dass Flüge auch wegen Pilotenmangels ausfallen“, wird die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zitiert.

Gewerkschaften haben längst gewarnt: „Der Sommer wird hart“

Schon vor Wochen hatte die VC für den Reisesommer vor den Folgen der „verfehlten Personalpolitik“ gewarnt. „Dass der radikale Stellenabbau in vielen Bereichen der Luftfahrt sich bei der Erholung negativ auswirken würde, war seit langem klar“, klagte VC-Präsident Stefan Herth im Mai laut Mitteilung.

Die Chefs beim Ferienflieger Condor haben einen gemeinsamen Brief aller Gewerkschaften erhalten – UFO, Verdi und VC. „Der Sommer wird hart, das zeigt sich jetzt schon in personalmangelbedingten Annullierungen und der Masse an Flugstunden, die sich anhäufen. Viele von uns stehen schon jetzt an der individuellen Belastungsgrenze“, steht darin geschrieben. Es herrsche Frust und Wut, Mitarbeiter seien in Tränen ausgebrochen.

Mahnung an Fluggesellschaft: „Wir wollen, dass vernünftig geplant wird“

UFO mahnt auf der eigenen Internetseite im Mai: „Wir wollen, dass vernünftig geplant wird und nicht auf der letzten Rille! Lassen sich Belastungsspitzen nicht vermeiden, dann müssen sie zumindest bezahlt werden.“

Droht das Flugchaos? Nach den Flugausfällen bei den großen europäischen Airlines jedenfalls ist die Sorge davor gewachsen. „Über alle Standorte hinweg fehlen den Dienstleistern, die an der Abfertigung der Passagiere beteiligt sind, rund 20 Prozent Bodenpersonal im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit. Das kann vor allem beim Check-in, beim Beladen der Koffer und in der Luftsicherheitskontrolle zu Engpässen in Spitzenzeiten führen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, jüngst. (mg)

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