Viel Regen lässt den Rasen sprießen – darf man das nasse Gras trotzdem mähen? Fachleute geben Tipps.
Gras wächst und wächstRasen mähen bei Regen: Das raten die Profis bei nassem Gras

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Mutter und Tochter mit einem Rasenmäher im Garten.

Draußen pladdert es seit Tagen, und der Rasen schießt in die Höhe. Im Großraum Köln fragen sich gerade viele Gartenbesitzer: Darf der Mäher jetzt überhaupt raus, wenn alles nass ist? Die Antwort kommt von Fachleuten für Grünflächenpflege. Sie sagen im Prinzip ja. Auch triefende Halme halten den Schnitt aus. Ein paar Regeln sollte man aber beachten, sonst leidet die Grasnarbe.
Den passenden Moment zum Mähen zu finden, ist schon bei normalem Wetter oft knifflig. Regnet es ständig und das Grün legt jeden Tag zu, wird es noch schwieriger. Dabei hat Faulsein im Garten auch seine guten Seiten für die Natur. Bleibt eine Fläche unberührt, breiten sich dort verschiedene Wildpflanzen aus. Für heimische Insekten ist das ein wertvolles Buffet.

Wie man beides unter einen Hut bekommt? Die Hauptfläche ganz normal kürzen und dabei bewusst „wilde Ecken“ stehen lassen. Alternativ kann auch eine Zone in der Mitte des Rasens unangetastet bleiben, als Rückzugsort für die Tierwelt. So haben die Sechsbeiner weiterhin einen geschützten Lebensraum. Darüber berichtet „oekotest.de“.
Mähen bei Nässe: Was die Rasen-Experten sagen
Bei der Deutschen Rasengesellschaft sieht man nasses Gras unterm Gerät ziemlich gelassen. Vereinsvorsitzender Harald Nonn bringt es auf den Punkt: „Grundsätzlich kann man auch bei Regen oder bei nassem Rasen mähen. Die wenigsten Schwierigkeiten bereitet das Mähen allerdings, wenn die Blätter trocken sind.“
Einen Blick zurück in die Geschichte wirft Martin Degenbeck. Er arbeitet an der Bayerischen Landesanstalt für Stadtgrün und Landschaftsbau (LWG) und erklärt, wie man es früher gemacht hat: „Traditionell hat man die Wiesen mit der Sense frühmorgens gemäht, wenn noch Tau auf den Gräsern ist; das ergibt einen sauberen und schonenden Schnitt. Insofern kann man einen Rasen problemlos mähen, wenn er nass ist.“
Die beiden Fachleute sind sich damit einig. Regen ist nicht automatisch ein Grund, die Gartenarbeit liegen zu lassen. Wer sein Grün dabei schonen will, muss allerdings ein bisschen aufpassen.

Ganz oben auf der Liste steht: Finger weg vom Mulchen. Bei nassem Wetter heißt die Devise stattdessen ganz klassisch mähen, und zwar mit Auffangkorb. Der Grund ist simpel. Feuchte Schnittreste kleben zusammen und bilden eine matschige Schicht. Die legt sich über die Grasnarbe, erstickt sie und lässt kaum noch Luft durch. Im schlimmsten Fall fängt es dann an zu schimmeln oder zu faulen.
Und noch ein Punkt ist wichtig: Die Messer des Mähers müssen richtig scharf sein. Nur dann wird das nasse Gras glatt abgetrennt und nicht ausgefranst. (red)
