„Entwicklung geht in komplett falsche Richtung“ Benzin immer teurer: Ist der Tankrabatt umsonst?

Wartende Autofahrer stehen mit ihren Fahrzeugen am 1. Juni an einer Tankstelle in Frankfurt/Main. Das Benzin wird auch am Samstag teurer.

Wartende Autofahrer stehen mit ihren Fahrzeugen am 1. Juni an einer Tankstelle in Frankfurt/Main. Das Benzin wird auch am Samstag teurer.

Erst kommt der Tankrabatt, der für Entlastung sorgen sollte. Jetzt wird die Preisschraube angedreht – und bei den Autofahrerinnen und Autofahrern kommt immer weniger von dem billigeren Benzin an. Der ADAC übt scharfe Kritik.

Die Spritsteuersenkung kommt immer schwächer beim Kunden an. Am Samstagvormittag (4. Juni) stieg der Preis für Super E10 erneut, wie der ADAC auf Anfrage mitteilte. Diesel lag in etwa auf dem Niveau des Vortages.

Beide Kraftstoffe waren damit dem Verkehrsclub zufolge zu teuer. „Da kommt deutlich zu wenig beim Verbraucher an“, sagte ein Sprecher. „Die Entwicklung geht in die komplett falsche Richtung.“

Konkret kostete Super E10 am Samstag um 9.50 Uhr laut ADAC im bundesweiten Durchschnitt 1,960 Euro pro Liter. Das waren 1,6 Cent mehr als 24 Stunden zuvor. Diesel schlug mit 2,001 Euro pro Liter zu Buche - das entspricht dem Wert des Vortageszeitraums.

Tankrabatt: Schon am Donnerstag und Freitag steigende Preise

Angesichts der Entwicklung erwartete der ADAC auch für den Samstag einen im Vergleich zum Vortag weiter steigenden Tagesdurchschnittspreis bei E10. Die Tagesdurchschnittspreise sind allerdings typischerweise niedriger als die Werte um 9.50 Uhr, da Kraftstoff zum Abend hin meist billiger wird.

Bereits vor dem langen Pfingstwochenende wurde damit gerechnet, dass die Preise steigen. Der ADAC befürchtet laut „Tagesschau“, dass die Mineralölkonzerne die Reisewelle ausnutzen und die Wirkung des Tankrabatts verpuffen könnte. 

Tankrabatt verpufft, Preise höher: „Mineralölkonzerne nutzen Situation aus“

„Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Mineralölindustrie die Pfingstreisewelle für ihre Zwecke nutzt, um die Preise auf hohem Niveau zu belassen“, wird ADAC-Experte Christian Laberer zitiert. Die Kunden fühlten sich verschaukelt, schimpft auch Thomas Mülther, Regionalsprecher des ADAC Nordrhein, in dem Bericht. Er hat den Verdacht, „dass die Mineralölkonzerne die Situation knallhart ausnutzen, wenn viele Menschen über Pfingsten wieder mit dem Auto in den Urlaub fahren und die Nachfrage hoch ist“.

Schon am Donnerstag und Freitag waren die Preise gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Freitags hatte E10 1,921 Euro pro Liter gekostet, Diesel 1,969 Euro. Damit war E10 um 26,1 Cent billiger als am Tag vor der Steuersenkung, Diesel um 7,5 Cent. Beides bleibt deutlich hinter der Höhe der Steuersenkung zurück, die bei E10 eine Entlastung von 35,2 Cent pro Liter bewirkt, bei Diesel von 16,7 Cent. (dpa/mg)

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