Ein amtliches Schreiben entscheidet über ihre Zukunft. Wer nicht reagiert, dem wird der Geldhahn zugedreht.
Lebensnachweis gefordert500.000 Rentner müssen handeln, sonst ist die Rente weg

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Johanna Proske liest ihren Rentenbescheid.
Für eine halbe Million Rentnerinnen und Rentner kam im Sommer eine Nachricht mit Sprengkraft. Der Inhalt wirkt auf den ersten Blick selbstverständlich, doch die Konsequenzen sind gewaltig. Sie sollen nachweisen, dass sie noch am Leben sind. Wer diese Aufforderung ignoriert, dem droht das sofortige Aus für seine Rentenzahlung.
Lebensnachweis für Rentner im Ausland nötig
Der Aufruf zum sogenannten Lebensnachweis kam bereits im Juli per Post, versteckt in der Mitteilung zur Rentenanpassung. Hauptsächlich geht es um Ruheständler, die ihren Lebensabend nicht in Deutschland verbringen. Wer jetzt nicht handelt, für den wird die Zeit knapp: Bis zum Stichtag am 25. September 2026 muss das Dokument beim Rentenservice der Deutschen Post vorliegen. Das berichtet „t-online“.
Aber es gibt auch Entwarnung für viele. Für Rentenbezieher in Deutschland ist die Sache klar, denn die Rentenversicherung prüft die Daten automatisch über das Melderegister. Auch wer in Australien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Israel, Italien, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden oder Spanien wohnt, kann durchatmen. Mit diesen Staaten findet ein automatischer Datenaustausch statt, ein gesonderter Beleg ist dort nicht erforderlich.
Eine Ausnahme existiert jedoch: Auch Ruheständler in Deutschland kann es treffen, falls ihre Rente auf ein Konto im Ausland überwiesen wird. Die Deutsche Rentenversicherung macht deutlich, dass Behauptungen aus sozialen Medien, wonach bald alle Rentner einen solchen Beleg vorlegen müssten, schlichtweg unwahr sind.
Für die etwa 500.000 Betroffenen gibt es zwei Möglichkeiten, ihre Rente zu sichern. Entweder sie senden das zugeschickte Formular mit ihrer Unterschrift per Post zurück oder sie erledigen alles digital über die Postident-App. Wichtig zu wissen: Eine Übermittlung per Fax oder E-Mail ist nicht gestattet und damit ungültig.
Wer das nötige Formular verlegt hat, muss nicht verzagen – es steht auf der Webseite des Rentenservice zum Download bereit. Sollte man die Frist komplett ignorieren, wird es ernst: Ab dem 30. November 2026 stoppt die Rentenversicherung die Auszahlung.
Das Geld ist jedoch nicht für immer weg. Sobald der Lebensnachweis nachgereicht ist, werden die Bezüge wieder wie gewohnt auf das Konto überwiesen. (red)
