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Wie geht das, Lara?Abischnitt 0,8 – trotz schlimmer Prüfungsangst

Eine junge Frau mit braunen, offenen Haaren, Bluse und Anzugjacke blickt freundlich in die Kamera

Copyright: Lara Lekutat

Lara Lekutat (20) hat ihr Abi als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Obwohl sie teils von Prüfungsangst gelähmt war. Jetzt hilft sie anderen, diese Ängste zu überwinden.

Aktualisiert

Lara Lekutat hat ein Fabel-Abitur hingelegt. Uns hat sie erzählt, wie sie ihre Prüfungsangst überwand und gibt Tipps, die nicht nur Schülerinnen und Schülern helfen.

Ein Abi mit 0,8er-Schnitt, Jahrgangsbeste. Lara Lekutat kann sich über ihren Abschluss nicht beklagen. Doch der Weg dahin war steinig. Prüfungsangst, Lernstress, Selbstzweifel. Wie sie das überwand, erzählt die Lerninfluencerin in ihrem neuen Buch „Schule ohne Angst“. Bei EXPRESS.de gibt sie wertvolle Tipps.

Wie viel man wohl pauken muss, um ein Abitur mit einem Schnitt von 0,8 zu erreichen? „Diese Frage kommt immer wieder, wenn ich von meinem Abitur erzähle. Meist wird erwartet, dass ich super viel gelernt habe und jeden Tag mehrere Stunden am Schreibtisch saß“, sagt Lara Lekutat. Die 20-jährige ehemalige Einserschülerin ist Lerninfluencerin (@laraemilyoffical auf Instagram und Tiktok, insgesamt mehr als 140.000 Follower) und Sachbuchautorin. „Aber das war genau nicht der Fall, denn mein Ziel war es immer, mit wenig Aufwand die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, weswegen ich mich ja auch viel mit den richtigen Lernmethoden und Lernstrategien beschäftigt habe.“

Lernen mit Tomaten und flotten fünf Minuten

Das bedeutete als Schülerin auch: Im Unterricht zuhören, um dort viel zu verstehen und nicht kurz vor knapp alles nachholen zu müssen. Gegen „Aufschieberitis“ – oder Prokrastination – hilft laut Lara die „Fünf-Minuten-Methode“: „Man stellt sich einen Timer auf fünf Minuten. Dann arbeitet man wirklich fünf Minuten und darf dann auch aufhören. Dann hat man vielleicht schon die erste Aufgabe gelöst und das erste Erfolgserlebnis. Das stärkt die Motivation.“

In ihrem Buch beschreibt Lara auch die Pomodoro-Methode (benannt nach einer Küchenuhr in Tomatenform): 25 Minuten konzentriert arbeiten, fünf Minuten Pause. Diese Methode lässt sich auch auf die Arbeit oder unliebsame Aufgaben im Alltag übertragen: Von Staubwischen bis hin zur Steuererklärung … Andere effektive Methode: Das aktive Lernen. „Keine Lernzettel schreiben und dann tausendmal durchlesen. Ich simuliere beim Lernen eine Prüfungssituation.“ Heißt: Informationen aktiv abrufen, eine Klausur nachspielen – auch, wenn man die Antworten noch nicht weiß.

Das sogenannte „Pretesting“ beschreibt Lara in ihrem Buch. Für einen Überblick über die eigenen Stärken und Schwächen empfiehlt sie das Ampelsystem: Die Lerninhalte werden in einer Tabelle mit rot, gelb oder grün markiert – je nachdem, wie gut sie sitzen. Trotz bester Vorbereitung passierte es Lara, dass sie die Prüfungsangst lähmte. „Ich hatte vor meinen Abiturklausuren Angst. In meinem Buch erzähle ich außerdem von zwei Situationen in Matheklausuren, in denen ich Panik bekommen habe. Ich hatte das Gefühl, gar nichts mehr zu wissen. Ich hatte einen Blackout“, sagt sie. „Und das Spannende ist, dass mir auf Social Media vor allem Leute folgen, die sehr ambitioniert sind und Lust haben zu lernen – und trotzdem sind das diejenigen, die mit Prüfungsangst zu kämpfen haben.“

An mangelnder Vorbereitung liegt es also nicht. „Ich erkläre es mir so, dass, wenn man jemand ist, der das Ziel hat, beispielsweise ein gutes Abi zu machen, sich selbst viel Druck macht.“ Und wie kam sie aus der Angst heraus? „Oft kam bei mir der Ratschlag: ‚Atme erstmal tief durch‘. Aber tief durchatmen und sich auf die Angst zu konzentrieren, hat es für mich noch schlimmer gemacht“, sagt sie. Was geholfen habe: „Zu realisieren: Ich bin jetzt sowieso in der Situation, also fange ich jetzt einfach mal an. Ich muss die Angst nicht bekämpft haben, um diese Prüfung zu schreiben. Dieser Switch im Kopf hat mir extrem geholfen. Zu wissen, ich muss mich nicht erst beruhigen. Ich kann auch in der Angst anfangen und ich muss nicht gelassen sein, um den Schritt gehen zu können.“

Lara Lekutat erklärt, wofür Schülerinnen und Schüler Angst haben

Ein Rat, der nicht nur in der Schule funktioniert – sondern genauso gut bei Vorträgen oder wichtigen Gesprächen im Job. Lara sagt: „Das Gegenteil von Angst ist nicht Gelassenheit.“ wünscht sich, dass in der Schule mehr Methodik gelehrt würde: „Teilweise wird Angst noch bestärkt, indem Lehrerinnen und Lehrer davor warnen, wie schwer die Abi-Prüfungen werden – anstatt mitzugeben, wie man Angst bekämpft und wie man richtig lernt.“ Sie begleitet Schülerinnen und Schüler – nicht nur bei Klausuren. Als Influencerin wenden sich viele ihrer Follower und Followerinnen an Lara.

„Ganz oft kommt die Angst vor Lehrkräften, aber auch vor Mobbing, blöden Freundschaftskonstellationen, gerade auch auf Klassenfahrten und bei Projekten. Häufig höre ich auch von Angst vor Busfahrten, Sportunterricht oder Vorträgen“, sagt sie. „Ich glaube, wenn man Angst vor so alltäglich scheinenden Situationen hat, fühlt man sich ziemlich beschämt und so, als wäre man selbst schuld. In meinem Buch zu lesen, dass es sehr vielen Leuten so geht, dass viele mit Versagensängsten und Selbstzweifeln zu kämpfen haben, das hilft schon. Ich merke auch, dass meine Videos sehr gut ankommen, weil sich die Leute verstanden fühlen.“ Jetzt studiert Lara übrigens Jura – „das wollte ich schon immer“, sagt sie. „Nach mittlerweile fünf Semestern weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war. Auch, wenn ich da sehr viel lernen muss…“

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