Kurztrip mit Camper Sauer macht lustig: Tipps für die kleine Schwester der Mosel

Ein Hund schaut auf dem Campingplatz in Metzdorf auf die Sauer.

Direkt am Fluss stehen Camper in Langsur-Metz­dorf. Der Hund schaut skep­tisch, hatte es aber lustig an der Sauer. Großes Eich­hörn­chen-Eh­ren­wort!

Toller Kurztrip: Die Sauer, die durchs deutsch-luxemburgische Grenzgebiet fließt, hat einige Überraschungen parat.

Mosel? Die üblichen Klischees kennt wohl jeder: Weinberge, Moselschleife, krasser Klettersteig am Calmont, Kröver Nackarsch. Und die Sauer? Die kleine Schwester der „großen Mosella“, auch Sûre oder Our genannt, entspringt in den Ardennen.

Von dort windet sie sich auf 173 Kilometern zwischen Belgien, Deutschland und Luxemburg, ehe sie bei Wasserbillig in die Mosel fließt. Und hier, am – ganz liebevoll gemeint! – „sauren Zipfel“, haben wir uns mal umgeschaut.

Sauer: Camping, Radeln – und schnell übern Fluss nach Luxemburg

Ausgangspunkt: Mit dem Camper nehmen wir Quartier auf dem Campingplatz Alter Bahnhof Metzdorf (hat nun Ferien bis März 2023). Der hat 2022 neue, sehr freundliche Besitzer bekommen, viel ist hier im Umbruch – auch wegen des verheerenden Hochwassers vom Juli 2021. Doch der Stellplatz direkt an der Sauer unter alten Bäumen (es gibt sogar Bruchstein-Stufen, die ins Wasser führen) macht vieles wett: Schwäne gründeln, Enten schnattern (wahrscheinlich über uns, die wir so entspannt am Ufer sitzen und einfach nur lächelnd auf den sanft fließenden Fluss gucken).

Nicht verpassen: Den Zusammenfluss von Sauer und Mosel – „Spatz“ genannt – bei Wasserbillig. „Op der Spatz“ ist mit 129 Metern über Meereshöhe der niedrigste Punkt des Großherzogtums. Ein Stück den insgesamt 61,2 Kilometer langen Sauer-Radweg entlangradeln. Fitte fahren auch fix mal nach Echternach – die älteste Stadt Luxemburgs lockt mit opulenter Architektur.

Tierisches: Sehenswert insbesondere für Kinder ist das Aquarium in Wasserbillig (Öffnungszeiten täglich von 10 bis 18 Uhr; Erwachsene zahlen 3 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 1,50 Euro). In Grevenmacher (luxemburgische Seite der Mosel) gibt's den „Jardin Des Papillons“. Der Eintritt in den Schmetterlingsgarten (Hunde verboten) kostet für Erwachsene ab 9 Euro.

Einkaufen: In Wasserbillig „shoppt“ der Automobilist natürlich Treibstoff (leicht günstiger als in Deutschland). An der „Rte de Wasserbillig“ wechseln sich Tankstellen en masse mit Einkaufsmärkten ab – hier gibt es Kaffee und Genussmittel wie Tabak und Alkohol günstiger als bei uns. Achtung: In den Supermärkten bei Lebensmitteln genau hinsehen – es ist eben nicht (!) alles günstiger als bei uns.

Sauer: Übernachten auch ohne Wohnmobil oder Zelt

Übernachten: Wer nicht mit eigenem Bett (also campingmäßig) unterwegs ist, nächtigt ausgefallen im Designhotel „Ecluse“ mit Restaurant und schicker Panorama-Sauna in Stadtbredimus. Doppelzimmer ab 80 Euro, spezielle Wochenendangebote gibt es auch.

Essen und Trinken: Schräg gegenüber von Grevenmacher liegt Nittel. Dort betreiben Carina und Walter Curman das „Culinarium im Weingut Dostert“.

Dessert von Walter Curman aus dem Culinarium in Nittel an der Mosel

Ein Traum von einem Dessert: Variationen von Beeren und Schokolade im "Culinarium" in Nittel.

Die beiden verstehen ihr jeweiliges Handwerk: Carina (damals noch mit Familiennamen Dostert) war 2000/01 Deutsche Weinkönigin. Walter Curman leitete von 1998 bis 2003 Johann Lafers Kochschule und Fernsehküche – dort hatte sich das Paar kennengelernt. In Nittel kocht Curman neben Saisonalem und eher Ausgefallenem wie Ikarimi-Lachsfilet mit Blumenkohlvariationen und Trüffel-Buerre-Blanc (33 Euro) auch Klassisches wie Steirisches Backhendl (21,50 Euro).

In Langsur-Mesenich an der Sauer bittet das „Weingut Johannishof“ zu Tisch, es gibt Deftiges zum Wein und Leckeres wie Winzersteak in Champignonrahm (14,90 Euro). Sowohl „Johannishof“ als auch „Culinarium“ bieten Zimmer (bitte bei beiden Restaurants in jedem Fall vorher reservieren).

Das nervt: Zu Fuß direkt an der Sauer entlangwandern geht nicht. Dafür gibt's traumhafte (und steile) Panoramawege.

Das bleibt: Die Gewissheit, wiederzukommen. Weit zu fahren ist es ja nicht – und jeder neuer Ausblick tut gut. Gerade jetzt...

Urlaub zwischen Sauer und Mosel: So kommen Sie hin

Vom Rheinland (Köln) aus muss man zweieinhalb Stunden Fahrt einkalkulieren. Es geht über die A1, die B51/A60 und B418 nach Langsur. Wer zunächst an die Mosel möchte und ein wenig Zeit hat, fährt die B418 (wird später zur B419) immer weiter an Wasserbillig (preiswert tanken nicht vergessen!) und Grevenmacher vorbei nach Nittel. Auf der Route wechselt man automatisch zwischen Deutschland und Luxemburg hin und her.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.