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Hundemalaria auf dem VormarschWas Sie jetzt über tödliche Zecken wissen müssen

Ein Welpe bekommt beim Tierarzt eine Infusion durch einen Zugang im Vorderbein.

Schlappheit kann ein Zeichen dafür sein, dass ein Hund an Babesiose, die umgangssprachlich „Hundemalaria“ genannt wird, erkrankt ist. Dieses undatierte Symbolfoto zeigt einen Welpen, der in der Tierklinik eine Infusion bekommt.

Babesiose, auch Hundemalaria genannt, wird durch Zecken übertragen, unbehandelt kann die Krankheit tödlich enden. Hier gibt's Tipps zur Vorsorge und darüber, wie Sie Hundemalaria erkennen.

von Stefanie Monien (smo)

Wenn es Frühling und wärmer wird, werden sie aktiv: Zecken. Die blutsaugenden Parasiten können mit ihrem Stich (Zecken beißen nicht, sondern stechen!) gefährliche Viren und Krankheitserreger übertragen. Wie die Babesiose.

Unter dem Begriff Hundemalaria ist die Infektionskrankheit bekannt  – EXPRESS.de klärt die wichtigsten Fragen und hat Dr. vet. med. Sabine Schüller vom Bundesverband für Tiergesundheit in Bonn um Einschätzung und Tipps gebeten.

1. Hundemalaria: Welche Zeckenarten übertragen Babesiose?

Babesiose ist eine Krankheit, die durch Babesien übertragen wird.  Babesien sind einzellige Parasiten, die durch Schildzecken, wie die Buntzecke, auf den Hund übertragen werden.

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Diese Zecken mit ihrem marmorierten Rückenschild werden auch als Auwald- oder Wiesenzecke bezeichnet und kommt in unseren Breiten immer häufiger vor.

Bei uns sehr selten, wird die Babesiose auch durch die Braune Hundezecke übertragen, die aber hohe Temperaturen bevorzugt. Sie kann in unseren Breiten normalerweise nicht überwintern, sich aber wohl in beheizten Räumen etablieren. In anderen Regionen der Welt können sie eine rechte Plage darstellen.

2. Hundemalaria: Woher hat die Babesiose diesen Namen? 

Umgangssprachlich wird die Babesiose als Hundemalaria bezeichnet, auch mehr und mehr Tierärzte und Veterinärinnen benutzten diesen Begriff. Aber warum? Sind Übertragungswege, Symptome und Folgen der Babesiose denen der Malaria so ähnlich?

Dr. vet. med. Sabine Schüller zufolge befallen bei einer Babesiose die Parasiten die roten Blutkörperchen betroffener Hunde: „Die Babesiose wird teilweise auch als Piroplasmose oder umgangssprachlich aufgrund ähnlicher Symptome als Hundemalaria bezeichnet. Der Vergleich hinkt. Die Malaria wird durch eine andere Art Parasit hervorgerufen, der durch Mücken auf den Menschen übertragen wird.“

3. Wie erkenne ich Hundemalaria?

Zu den akuten Symptomen der Babesiose zählen laut des Bundesverbandes für Tiergesundheit:

  • Hohes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitverlust

Im weiteren Verlauf der Krankheit, die unbehandelt zum Tode des Tieres führen kann, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Durchfälle
  • Blutiger Urin
  • Erbrechen

Schreitet die Erkrankung fort, so kann es zu akutem Nierenversagen, neurologischen Symptomen mit Bewegungsstörungen, Lähmungen, Anfällen und auch zu Atemnot kommen.  

Bei der chronischen Babesiose fallen zumeist Abgeschlagenheit, Schwäche und Abmagerung auf. Die Blutarmut ist meist deutlich ausgeprägt.

4. Hundemalaria: Ist der Verlauf immer tödlich?

Der Verlauf der Babesiose ist unterschiedlich, erklärt Dr. med. vet. Sabine Schüller. Es gibt demnach Tiere, die ohne erkennbare Symptome infiziert sind. Heimische Babesien (Babesia canis), die durch Auwaldzecken übertragen werden, können lebensbedrohliche Krankheitsverläufe bei befallenen Hunden verursachen.  

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Ansteckungen mit Babesien (B. vogeli), die im Mittelmeerraum durch die Braune Hundezecke übertragen werden, verlaufen meist weniger gravierend.

Erkrankte Tiere müssen umgehend tierärztlich behandelt werden, um schwerwiegende Auswirkungen zu vermeiden. Unbehandelt endet die Erkrankung nicht selten tödlich.

5. Wie wird Hundemalaria behandelt?

Eine diagnostizierte Babesiose muss unmittelbar mit einem Wirkstoff behandelt werden, der die Babesien abtötet. Ein solches Babesizid ist in Deutschland bisher nicht als Tierarzneimittel für den Hund zugelassen.

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Es darf aber, so sie Experten vom Bundesverband für Tiergesundheit, im Therapienotstand gemäß den arzneimittelrechtlichen Bedingungen durch den Tierarzt importiert werden. Ergänzend erfolgt eine unterstützende Therapie mit Infusionen, um beispielsweise die Flüssigkeitsverluste wieder aufzufüllen. Wenn nötig, können auch Bluttransfusionen erfolgen.

6. Hundemalaria: Wie schütze ich meinen Hund vor Zecken?

Gerade in den sozialen Netzwerken und Foren toben wahre Glaubenskriege zwischen Verfechtern homöopathischer Mittel und Befürwortern medizinischer (chemischer) Prophylaktika. Der Markt der Zeckenmittel ist schier endlos und reicht beispielsweise von Bernsteinkette, Kokos-, Schwarzkümmel- und Teebaumöl über Spot-ons, Halsbänder bis hin zu Tabletten. Was hilft denn wirklich prophylaktisch gegen Zecken?

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„Nicht jede Zecken ist mit Babesien infiziert und nicht jeder Hund erkrankt nach einem Stick einer infizierten Zecke an Babesien“, erklärt Dr. med. vet. Sabine Schüller. Da Zecken Überträger von Erregern sein können, die ernste Krankheiten, wie eben die Babesiose, verursachen, ist der Schutz vor Zecken sehr wichtig. Hier drei Tipps der Experten vom Bundesverband für Tiergesundheit:

  • Inzwischen ist die konsequente und ganzjährige Zeckenprophylaxe notwendig.
  • Zecken sind Profiteure des Klimawandels. Zunehmend milde Winter bieten Zecken gute Überlebensbedingungen, daran ändern auch wenige Tage mit Minustemperaturen nichts.
  • Angewendet werden sollten geprüft Zecken abwehrende und abtötende Tierarzneimittel. Am besten sollte mit dem Tierarzt oder der Tierärztin besprochen werden, welche Präparate je nach Befallsrisiko (was ja bei einem Jagdhund anders sein kann als bei einem Begleithund in der Großstadt) geeignet sind und wie diese richtig anzuwenden sind.

7. Hundemalaria: Wo ist das Risiko eines Zeckenstichs besonders hoch?

Babesien sind für ihre Entwicklung abhängig von den Zecken. Die Auwald- oder Wiesenzecke ist mittlerweile in ganz Deutschland anzutreffen. Entlang des südlichen warmen Rheintals ist sie genauso zu finden, wie zuletzt sogar vermehrt in Berlin-Brandenburg. 

8. Wie entfernt man am besten Zecken beim Hund?

Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer sollten nach jedem Spaziergang das Fell des Hundes nach Zecken absuchen. Hat sich die Zecke bereits angeheftet, kann sie am besten mit einer Zeckenzange entfernt werden. Je eher dies passiert, desto geringer ist die Gefahr, dass über den Saugakt krankmachende Erreger in das Blut des Hundes gelangen.

Der Körper der Zecke sollte möglichst nicht gequetscht werden. Öl, Alkohol oder Äther anzuwenden, ist nicht sinnvoll. Der Erreger wird dann unter Umständen erst recht übertragen, so die Experten vom Bundesverband für Tiergesundheit in Bonn. Die Zecke sollte man, zum Beispiel in festem Papier, durch Zerdrücken töten und dann im Hausmüll entsorgen. Im Anschluss das Händewaschen nicht vergessen und, wenn nötig, Flächen reinigen.