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„Ich brauche keine Hilfe“Wenn Angehörige aus Scham Hilfe ablehnen – was Sie tun können

Ein junger Mann hilft einem Senior die Jacke anzuziehen

Copyright: Nico Tapia/dpa-tmn

Hilfe annehmen: Manchmal braucht es dafür Überwindung und offene Gespräche.

Pflegefall: Wenn Scham die Beziehung zur Zerreißprobe macht

„Ich brauche keine Hilfe!“ – ein Satz, der pflegende Angehörige oft zur Verzweiflung treibt. Wenn ein geliebter Mensch plötzlich jede Unterstützung abblockt, steckt dahinter oft ein tiefes, lähmendes Gefühl: Scham. Bleibt dieses Gefühl unausgesprochen, kann es für alle Beteiligten zur Zerreißprobe werden.

Im schlimmsten Fall führt die Scham sogar zu sozialem Rückzug und Einsamkeit. Davor warnt das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Es ist eine stille Belastung, die den Alltag zerfrisst – für die Person, die Pflege braucht, aber auch für euch als pflegende Angehörige.

Ein Gefühl, das lähmt und wütend macht

„Du hast hier nichts zu bestimmen!“ – niemand möchte sich bevormunden lassen. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) erläutert, dass Scham häufig dann aufkommt, wenn Menschen in Pflege auf Unterstützung angewiesen sind, ihre Autonomie verlieren und sich als Belastung für ihr Umfeld wahrnehmen.

Die Schwierigkeit dabei: Beschämte Personen reagieren oft stumm oder erstarrt und möchten der Lage am liebsten entfliehen. Doch Scham kann sich auch anders kanalisieren – beispielsweise durch Zorn. Deshalb ist es so entscheidend, hinter die heftigen emotionalen Ausbrüche von Pflegebedürftigen zu blicken.

Schamgefühl: Grenzen erkennen und respektieren

Die persönliche Schamgrenze ist bei jedem Menschen anders. Speziell im Pflegekontext existieren zahlreiche Trigger – für beide Parteien. Dazu gehören intime Situationen bei der Körperhygiene oder auf der Toilette, aber auch Tabuthemen wie Inkontinenz, Gedächtnisverlust oder physische Leiden.

All diese Dinge können ebenso bei euch als pflegenden Familienmitgliedern Scham hervorrufen. Genauso wie mangelnde Wertschätzung, das Gefühl der Überlastung oder ein nagendes Gewissen, weil ihr glaubt, den Ansprüchen von außen nicht zu genügen.

Obwohl es sich komisch anfühlt: Scham erfüllt eine wichtige Schutzfunktion, denn sie markiert persönliche Grenzen. Ein ehrliches Gespräch über die konkreten Auslöser kann daher helfen, gemeinsame Verhaltensregeln aufzustellen. Das bringt für beide Seiten oft Erleichterung und stärkt laut ZQP das Verständnis füreinander sowie einen fürsorglichen Umgang.

Ein Badewannenlift steht vor einer Badewanne

Copyright: Nicolas Armer/dpa/dpa-tmn

Wer Angehörige pflegt, teilt viele intime Momente - um Scham zu vermeiden, sind klare Absprachen meist hilfreich.

Scham abbauen – was dabei helfen kann

Um die Scham zu reduzieren, ist es entscheidend, die Emotionen erst einmal zu bemerken und zu bestätigen – die eigenen und die des anderen. Auch dann, wenn ihr die Lage persönlich gar nicht als unangenehm einstuft. Das gibt dem anderen das Gefühl, angenommen und wertgeschätzt zu werden.

Entlastend können laut ZQP deutliche Vereinbarungen sein: Wer ist für welche Tätigkeit zuständig? Auf welche Weise wird die Unterstützung genau gebraucht und erbeten? Das verleiht beiden Parteien Sicherheit.

Lasst pflegebedürftige Menschen im Alltag so viel wie möglich eigenständig erledigen – das kräftigt ihr Selbstbewusstsein. Ebenso können liebe, wertschätzende Worte zwischendurch wahre Wunder bewirken.

Um die Reaktionen von Pflegebedürftigen besser deuten zu können, ist es neben dem Dialog auch zentral, sich detailliert über die Erkrankung und ihre potenziellen Symptome zu informieren.

Eine Frau legt ihre Hand auf den Arm einer Seniorin

Copyright: Christin Klose/dpa-tmn

Scham abbauen: Liebevolle Worte und Gesten stärken die Beziehung und das Selbstbewusstsein.

Holt euch Hilfe – wie ihr auf euch selbst aufpasst

Damit die Scham das Verhältnis und den Pflegealltag nicht auf Dauer beeinträchtigt, ist es essenziell, dass ihr als Angehörige euch Beistand sucht. Ein offenes Wort mit Freunden über die Lage oder die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe mit Gleichgesinnten kann bereits viel bewirken.

Um eine permanente Überlastung zu vermeiden, rät das ZQP außerdem dazu, frühzeitig professionelle Unterstützung durch eine psychologische oder pflegefachliche Beratung zu nutzen. Genauso sind regelmäßige Pausen für Pflegende absolut notwendig.

Mitunter ist es auch klug, die gesamte Pflegesituation neu zu gestalten – beispielsweise durch die Hinzunahme eines ambulanten Dienstes. Denn es gibt keinen Grund, sich zu schämen, wenn man für die Pflege Unterstützung in Anspruch nimmt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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