Herber Schlag für Karl Lauterbach Topvirologe Drosten schmeißt hin und erhebt schwere Vorwürfe

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité, gibt nach einem Treffen mit dem österreichischen Kanzler Kurz auf dem Gelände der Charite ein Pressestatement.

Top-Virologe Christian Drosten steht nicht mehr für den Sachverstänidgen-Ausschuss zur Verfügung.

Großer Verlust für den Corona-Sachverständigen-Ausschuss: Top-Virologe Christian Drosten zieht sich aus dem Gremium zurück. Das teilte Karl Lauterbach über Twitter mit.

Sie waren in der Pandemie lange Zeit ein eingespieltes Team: Auf der einen Seite SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (59) und auf der anderen Seite Christian Drosten (49), Chef-Virologe an der Berliner Charité. Schon Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (67) vertraute auf den Rat des Corona-Virus-Experten, der anfangs Deutschland zum Musterschüler in der Pandemie machte, dessen Mahnungen und Warnungen aber später immer weniger Gehör erhielten.

Dabei hatte er in seinem anfangs täglichen, später wöchentlichen Podcast „Corona Virus Update“ der Bevölkerung stets alle aktuellen Informationen über die Entwicklung zur Verfügung gestellt. Nie war ein wissenschaftlicher Podcast erfolgreicher als der von NDR Info.

Christian Drosten begleitet Bundesregierung nicht mehr

Da hatte sich Drosten vor wenigen Wochen bereits zurückgezogen, jetzt aber schmeißt er auch noch Gesundheitsminister Karl Lauterbach sprichwörtlich die Brocken vor die Füße und zieht sich aus dem Sachverständigenrat zurück, einer Kommission, die die Corona-Maßnahmen begleiten und bewerten soll.

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Nachdem sich Drosten am Dienstag noch über den „Nonsens“ aufgeregt hatte, der auf Twitter gerade über die Entwicklung der Omikron-Varianten verbreitet wird, musste Lauterbach nun mitteilen, dass Drosten dem Rat nicht mehr zur Verfügung steht.

„Leider hat mir gerade Christian Drosten mitgeteilt, dass er die Auswertung des Infektionsschutzgesetzes für die Bundesregierung und das Parlament nicht weiter begleitet. Das ist ein schwerer Verlust, weil niemand könnte es besser“, schrieb Lauterbach auf Twitter.

Lauterbach und Drosten gemeinsam in der Charité

Dabei hatten die beiden noch am Montag gemeinsam verschiedene Stationen der Charité besucht. Ob Drosten ihm seinen Entschluss da schon mitgeteilt hat, ist nicht bekannt.

Sicher dürfte Drosten aber über Teile des neuen Infektionsschutzgesetzes nur wenig begeistert sein, denn die Bekämpfung des Corona-Virus dürfte durch das Zusammenstreichen der Maßnahmen bei neuen Wellen ungleich schwerer werden. Bewerten wird Christian Drosten aber nicht mehr.

Virologe Christian Drosten erklärt Schritt und erhebt schwere Vorwürfe

Eine Charité-Sprecherin bestätigte auf Anfrage der Deutschen Nachrichtenagentur dpa, dass Drosten dem Ausschuss seinen Rückzug mitgeteilt hat. Er sei zu der Überzeugung gelangt, dass Ausstattung und Zusammensetzung nicht ausreichten, um eine wissenschaftlich hochwertige Evaluierung gewährleisten zu können.

Darüber hinaus seien in den vergangenen Wochen wiederholt und in umfangreicher Form Inhalte der Beratungen zum Gegenstand einer irreführenden und falschen Berichterstattung geworden. „Dies steht aus Sicht von Prof. Drosten einer konstruktiven, zielgerichteten Zusammenarbeit im Gremium entgegen.“ Schließlich seien die Mitglieder an strikte Vertraulichkeit gebunden.

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