Der Säugling schreit, doch das Stillen tut weh.
Muttermilch abpumpenSo bleibt sie frisch und sicher für Ihr Baby

Copyright: Christin Klose/dpa-tmn
Abgepumpte Muttermilch soll innerhalb von vier Tagen ans Baby verfüttert werden. Ist absehbar, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt verfüttert wird, sollte sie eingefroren werden.
Für Mütter in der Kölner Umgebung ist es eine Horrorvorstellung: Der Nachwuchs will trinken, doch die Brustwarzen sind wund, ein Stau in der Milchdrüse kündigt sich an oder man ist schlicht nicht zu Hause. In solchen Situationen erweist sich vorher gewonnene Muttermilch als wahrer Segen. Es gibt jedoch einige wichtige Punkte zu berücksichtigen. Informationen dazu liefert das Netzwerk „Gesund ins Leben“, wie die dpa meldet.
Sauberkeit ist vor dem Start das oberste Gebot. Eine sorgfältige Reinigung der Hände und Nägel mit Seife und Wasser ist unerlässlich. Für das Trocknen eignen sich Einwegtücher aus Papier oder ein frisches Handtuch, das jeden Tag ausgetauscht wird. Eine besondere Säuberung der Brust ist hingegen nicht erforderlich.
Der richtige Dreh beim Abpumpen
Achtet darauf, dass alle Utensilien der Pumpe und die Sammelbehälter gereinigt zur Verfügung stehen. Idealerweise wird die Milch ohne Umwege in das Gefäß gepumpt, das auch zur späteren Lagerung dient. „So werden Verunreinigungen beim Umfüllen vermieden“, bestätigt die Organisation. Der korrekte Pumpaufsatz kommt zentriert über die Brustwarze, und der Vorgang kann beginnen.
Wenn eine elektrische Pumpe zum Einsatz kommt, beginnt man mit geringem Unterdruck und einer schnellen Taktung. Dies simuliert das zügige Nuckeln des Säuglings zu Beginn. Setzt der Milchfluss ein, reduziert man die Taktung und steigert den Unterdruck. Findet einfach heraus, welche Konfiguration für euch persönlich am angenehmsten ist.
Kühlen und Lagern: So bleibt die Milch frisch
Das Pump-Set und die Gefäße sind nach jeder Anwendung mit heißem Wasser und Spülmittel zu säubern. Eine Alternative ist der Geschirrspüler bei einer Temperatur von wenigstens 65 Grad. Die gewonnene Milch gehört direkt nach dem Vorgang an die kühlste Stelle im Kühlschrank – idealerweise an der hinteren Wand, auf keinen Fall in der Tür!
Bei 4 bis 6 Grad bleibt frisch gewonnene Muttermilch im Kühlschrank vier Tage lang haltbar. Falls keine Kühlmöglichkeit besteht, kann sie für 6 bis 8 Stunden bei Zimmertemperatur gelagert werden, muss dann aber umgehend dem Baby gegeben werden. Bei der Wahl der Fläschchen ist es wichtig, auf die Kennzeichnung „BPA-frei“ zu achten.
Einfrieren für den Notfall: So legt ihr einen Vorrat an
Solltet ihr die Milch nicht binnen vier Tagen aufbrauchen, ist das sofortige Einfrieren ratsam. Sie bleibt bei Temperaturen von -18 Grad oder darunter für 6 bis 12 Monate genießbar. Weil sich die Zusammensetzung der Milch mit dem Alter des Babys verändert, kommt eine Frage auf: Ist es sinnvoll, Milch aus den Anfangswochen nach mehreren Monaten zu füttern? „Grundsätzlich ist im Alltag davon auszugehen, dass aufgetaute Muttermilch nur übergangsweise (...) gefüttert wird. Hier ist nicht mit einer Unterversorgung des Kindes zu rechnen“, erläutert Gudrun Kinzel, die als Referentin für „Gesund ins Leben“ tätig ist.
Hier kommt ein Tipp von den Experten: Gekühlte, noch flüssige Milch darf zu schon eingefrorener Milch hinzugefügt werden, um eine Mahlzeit zu komplettieren. Entscheidend ist: Anschließend muss alles direkt wieder ins Gefrierfach! Denkt daran, im Gefäß etwa zwei bis drei Zentimeter Freiraum zu lassen, weil sich die Milch beim Frieren ausdehnt.
So taut ihr die Milch richtig auf – und was tabu ist
Am sanftesten wird gefrorene Muttermilch aufgetaut, wenn sie langsam im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur erwärmt wird. Falls die Zeit drängt, kann das Gefäß auch unter fließendes, lauwarmes Wasser (höchstens 37 Grad) gehalten werden. Absolut tabu ist es, die Milch zum Auftauen oder Erwärmen in die Mikrowelle zu stellen.
„Sonst könnten wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch zerstört werden oder sich Bakterien beim Auftauen vermehren“, lautet die Warnung der Fachleute. Dies ist ein Fehler, den man unbedingt vermeiden sollte, da er die Gesundheit des Säuglings bedrohen kann. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

