Mit Stift und Papier den Kopf frei bekommen.
Raus aus dem GedankenchaosWas der Schreib-Trend wirklich bringt und wie einfach es geht

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Aus dem Kopf aufs Papier: Tagebuchschreiben tut der Seele gut.
Der erste Kaffee, ein leeres Blatt Papier – und einfach mal drauf los schreiben. Journaling, das bewusste Aufschreiben von Gedanken und Gefühlen, gehört für viele zur Morgenroutine. Es soll helfen, den Kopf zu sortieren, Stress abzubauen und sich selbst besser zu verstehen. Doch was steckt wirklich dahinter?
Anders als beim klassischen Tagebuch, in dem man meist nur festhält, was passiert ist, geht es hier um etwas anderes. „Beim Journaling geht es darum aufzuschreiben, was in mir passiert“, erklärt die zertifizierte Schreibtherapeutin Doris Hönig. Man setzt sich aktiv mit den eigenen Gedanken und Gefühlen auseinander.
Was ist Journaling und was bringt es?
Es gibt verschiedene Methoden, die euch dabei helfen können. Bei den „Morgenseiten“ schreibt ihr direkt nach dem Aufstehen drei Seiten lang alles auf, was euch in den Sinn kommt – egal ob Stichpunkte, halbe Sätze oder wirre Gedanken. Ähnlich funktioniert der „Braindump“ (Gehirnentleerung): Aufgaben, Ängste, Ideen, alles wird ungefiltert notiert, um den Kopf freizubekommen.
Andere Formen sind das Dankbarkeitsjournal, in dem ihr täglich positive Momente festhaltet, oder das Karriere-Journaling, um am Ende des Arbeitstages die eigenen Erfolge zu reflektieren. Das Ziel: den Blick auf das Positive lenken und die eigene Motivation steigern.
So einfach startet ihr mit dem Journaling
Für den Einstieg gibt es viele Vorlagen, doch Schreibtherapeutin Hönig rät, wie die dpa berichtet, mittelfristig zu einem einfachen Notizheft. Und ganz wichtig: „Nicht etwas ins Smartphone tippen.“ Das Schreiben mit der Hand aktiviere mehr Hirnareale und schaffe eine intensivere Verbindung zur eigenen Gedankenwelt, erklärt auch die Autorin Liv Apollonia Scharbatke.
Studien belegen die positiven Effekte: Regelmäßiges Journaling kann nachweislich das Stressniveau senken und die emotionale Widerstandsfähigkeit stärken. Auch bei depressiven Symptomen wurden positive Effekte beobachtet. „Beim Journaling kommt es auf die Regelmäßigkeit an“, betont Hönig. Schon zehn Minuten täglich können helfen.
Für wen ist die Methode geeignet – und für wen nicht?
„Journaling kann vor allem für diejenigen hilfreich sein, die viel im Kopf haben und sich mehr Klarheit sowie mentale Entlastung im Alltag wünschen“, sagt Scharbatke.
Ein Allheilmittel ist es aber nicht. Bei schweren psychischen Problemen wie Depressionen kann Journaling eine Therapie nicht ersetzen und sollte laut den Expertinnen nur mit professioneller Begleitung stattfinden. Das Schreiben kann intensive Emotionen auslösen, die professionell aufgefangen werden müssen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
