Wut bei Demenz: Was Angehörige jetzt tun können.
Plötzlich Wut und AggressionDemenz: Was Angehörige tun können, wenn Erkrankte ausrasten

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Mit beruhigenden Gesten können Angehörige einen Wutanfall dementer Personen auffangen.
Wenn Demenz das Leben einer Familie trifft, stellt das alles auf den Kopf. Ein geliebter Mensch, der immer sanftmütig war, zeigt plötzlich Wutausbrüche. Das ist ein Schock. Was können Nahestehende in so einer Lage machen?
Der erste Schritt: Ruhe bewahren. Atmet tief ein, geht vielleicht für einen Moment aus dem Zimmer. Ein klarer Verstand hilft ungemein, die Ursache für die Reaktion zu finden. Denn Wut, laute Worte oder Abwehr sind keine böse Absicht. Es ist ein Signal, wie die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) verdeutlicht. Dieses Zeichen bedeutet: Für die betroffene Person ist gerade etwas völlig falsch.
Furcht, Leid und Überlastung: Was steckt wirklich dahinter?
Aber was ist der genaue Grund? Für heftige Gefühlsausbrüche gibt es verschiedene Ursachen. Oft ist es Furcht, die für Außenstehende unlogisch wirkt. Selbst winzige Alltagsszenen können für Menschen mit Demenz zu einer riesigen Gefahr werden – zum Beispiel, wenn sie einen Augenblick allein gelassen werden und die Ungewissheit sie quält, ob jemand zurückkommt.
Auch körperliches Unbehagen oder Schmerzen sind ein häufiger Auslöser. Betroffene können ihr Leiden oft nicht mehr benennen und zeigen ihre Not dann durch aufbrausendes Benehmen. Manchmal ist es auch schlicht eine Überlastung durch zu viele Impulse: grelles Licht, laute Geräusche oder zu viele fremde Gesichter können für Erkrankte einfach unerträglich werden.
Mit Gefühl und Ablenkung: So könnt ihr helfen
Auf keinen Fall solltet ihr selbst wütend werden. Das macht die Situation für die Person mit Demenz nur noch schlimmer und unsicherer. Was jetzt wirklich zählt, sind laut AFI vor allem Gelassenheit und viel Verständnis.
Die Fachleute empfehlen, den Betroffenen mit einer ruhigen Stimme und tröstenden Berührungen zu begegnen. Sobald ihr den Grund für den Ausbruch gefunden habt, versucht, die Situation zu ändern. Bringt die Person beispielsweise in ein stilleres Zimmer. Es kann die Lage ebenfalls beruhigen, wenn ihr die Konzentration auf etwas Angenehmes lenkt. Eine bekannte Melodie oder ein altes Fotoalbum zum Durchblättern können Wunder wirken, so ein Tipp der AFI.
Um solchen Ausbrüchen vorzubeugen, hilft ein klar geregelter Tagesablauf. Erst ankleiden, danach das Frühstück, gefolgt von einem kurzen Spaziergang: Diese festen Gewohnheiten geben Geborgenheit. Sie reduzieren die Gefahr von Momenten der Überlastung. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
