Kaum in der Kita, schon wieder krank? Das ist normal.
Dauer-krank im ersten Kita-Jahr?Studie enthüllt, was für Eltern wirklich normal ist

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Viele Eltern kennen das: Kaum war der Knirps ein paar Tage in der Kita, ist er schon wieder krank. (Symbolbild)
Forscher haben eine klare Botschaft für alle Mütter und Väter, deren Kind ständig Infekte mit nach Hause bringt.
Für unzählige Mütter und Väter ist es ein bekanntes Lied: Der kleine Schatz startet in der Betreuung und prompt fängt die Nase an zu laufen. Eine Untersuchung von Wissenschaftlern aus Großbritannien untermauert nun, was viele insgeheim schon wussten: Die Kleinsten durchleben im ersten Jahr in der Tagesstätte eine wahre Welle an Krankheiten.
Wie die dpa berichtet, erleidet ein einjähriges Kind in den ersten zwölf Monaten in der Kita im Schnitt 12 bis 15 Atemwegsinfekte, zwei Magen-Darm-Erkrankungen und ein bis zwei Infektionen mit Hautausschlag. Das zerrt nicht nur an den Nerven, sondern kann auch den Geldbeutel der Familien belasten.
Arbeitgeber müssen Situation anerkennen
Gerade für arbeitende Elternteile sind die Folgen immens. In Deutschland können Mütter und Väter zusammen 15 Arbeitstage pro Jahr und krankem Kind von der Arbeit fernbleiben. Bei mehreren Kindern erhöht sich der Anspruch auf maximal 70 Tage. Doch speziell im ersten Kita-Jahr könne das „durchaus mal eng werden“, erklärt Tanja Brunnert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ).
Co-Autorin Lucy van Dorp vom University College London (UCL) verlangt: «Arbeitgeber müssen anerkennen, dass es normal ist, dass Eltern kleiner Kinder regelmäßig von der Arbeit freinehmen müssen, um ihre Kinder zu betreuen, und sie auch anfälliger dafür sind, selbst krank zu werden». Die gute Nachricht: Mit jedem weiteren Jahr entspannt sich die Lage deutlich.

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Kleinkinder machen im ersten Kitajahr besonders viele Infektionen durch. (Symbolbild)
Kita als „Bootcamp“ für das Immunsystem
Langfristig betrachtet gibt es laut der Studie sogar einen erfreulichen Aspekt: In den ersten Grundschuljahren sind Kinder, die eine Tagesstätte besucht haben, seltener krank. Der frühe Kontakt mit Keimen scheint einen gewissen Schutz für die Schulzeit aufzubauen. Das Kind daheim zu behalten, ist demnach keine wirkliche Lösung, sondern verschiebt das Problem nur.
Der Anlass für die Analyse war übrigens sehr persönlich: «Als Eltern waren wir alle überrascht, wie oft unsere insgesamt neun Kinder nach dem Start in der Kindertagesstätte krank wurden», so van Dorp. Häufige Krankheitsphasen sind also absolut normal und kein Indiz für die Gesundheit des Kindes oder die Hygiene in der Einrichtung.
Auch Kinderärztin Brunnert bestätigt aus dem Praxisalltag: Ein harmloser Infekt alle zwei Wochen sei in den Wintermonaten völlig normal. «Banal bezieht sich hier auf die Schwere der Erkrankung, nicht auf die daraus entstehende Belastung in der Familie.»

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In Deutschland können beide Elternteile zusammen für ein krankes Kind jährlich 15 Arbeitstage freinehmen.
«Neugeborene verfügen dank der von der Mutter übertragenen Antikörper über einen gewissen Schutz vor Infektionen, doch dieser lässt im ersten Lebensjahr nach», erläutert UCL-Forscher Leo Swadling. Das untrainierte Immunsystem wird in der Kita mit etlichen neuen Erregern konfrontiert – die Einrichtung wird so zu einer Art Trainingslager und härtet die Abwehrkräfte für die Folgejahre ab.
Wann darf das Kind wieder in die Kita?
Entscheidend ist, dass Eltern ihre Kinder zu Hause lassen, solange sie ansteckend sind – und je nach Krankheit auch noch ein bis zwei Tage danach. «Auch wenn Infektionen in der Kindertagesstätte normal und weit verbreitet sind, ist es wichtig, alles zu tun, um ihre Ausbreitung einzudämmen», unterstreicht Mitautorin Charlotte Houldcroft von der Universität Cambridge.
Leider passiere es, dass Kinder verfrüht wieder in die Kita gebracht würden, sagt Brunnert. «Dies wird weder dem Kind noch dem Betreuungspersonal gerecht.» Es gibt eine simple Faustregel: «Wenn das Kind 24 Stunden frei von Symptomen wie Fieber oder Durchfall ist und Eltern abends feststellen: "Heute wäre es fit gewesen für die Kita", dann darf es am nächsten Tag wieder gehen.»
Die Forscher heben zudem hervor, dass Impfungen der beste Schutz vor Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sind. «Impfungen senken die Krankheitslast und sind derzeit unser bestes Mittel zur Vorbeugung und Linderung von Kinderkrankheiten.» (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

