Trend Barfußschuhe: Wann sie sogar schaden können.
Trend mit TückenOrthopädin warnt: Für wen die Trend-Schuhe gefährlich werden

Copyright: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
Natürliche Fußbewegung fördern: Barfußschuhe zeichnen sich durch eine dünne, flexible Sohle und viel Zehenfreiheit aus.
Das Gefühl von Freiheit wie beim Barfußlaufen genießen, aber ohne schmutzige Sohlen oder die Gefahr von Scherben? Barfußschuhe machen es möglich und erobern auch die Straßen in Köln. Aber ist der Trend wirklich so gesund, wie alle sagen?
Charakteristisch für diese speziellen Schuhe ist ihre sehr biegsame, dünne Sohle und eine breite Box für die Zehen. Zudem fehlt ihnen die „Sprengung“, also ein Absatz, der die Ferse anhebt. „Dadurch wird die natürliche Fußbewegung weniger beeinflusst und die Fußmuskulatur wird stärker gefordert“, erläutert die Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie Mellany Galla.
Expertin: „Nicht für jeden ein Vorteil“
Ähnlich wie das Laufen ohne Schuhe kann dies der Gesundheit der Füße zugutekommen, da die zahlreichen kleinen Fußmuskeln trainiert und gekräftigt werden. „Für Menschen ohne relevante Fußbeschwerden können Barfußschuhe eine Möglichkeit sein, die Fußfunktion gezielt zu trainieren“, sagt die Fachärztin mit Schwerpunkt auf Sprunggelenk- und Fußchirurgie. Sie schränkt aber ein: „Ein genereller gesundheitlicher Vorteil für alle Menschen lässt sich wissenschaftlich jedoch nicht ableiten“.
Ob Ihre Füße wirklich einen Nutzen aus den Schuhen ziehen, ist von mehreren Dingen abhängig: die Form des Fußes, Ihr Fitnesslevel, das Gewicht und eventuelle Vorschädigungen. Wer unsicher ist, sollte unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Achtung: Für wen die Schuhe zum Risiko werden
In bestimmten Situationen ist besondere Vorsicht geboten und ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin unerlässlich. Das trifft zu bei:
• einem verminderten Schmerzgefühl in den Füßen, beispielsweise durch Diabetes. Verletzungen oder Druckstellen werden von Betroffenen oft nicht rechtzeitig wahrgenommen.
• deutlichen Fehlstellungen des Fußes, wie einem Knick-Senkfuß. „Manche Betroffene benötigen stabilisierende Schuhe oder orthopädische Einlagen, um Beschwerden zu reduzieren“, erklärt Mellany Galla.
• fortgeschrittener Arthrose im Bereich von Fuß oder Sprunggelenk. Das Laufen in diesen Schuhen kann hier Schmerzen auslösen, da der Fuß der Beanspruchung nicht gewachsen ist.
Der Wechsel: So gelingt der Einstieg ohne Schmerzen
Wer sich solche Schuhe gekauft hat, sollte es langsam angehen lassen und nicht gleich mit langen Märschen starten, um eine Überforderung der Füße zu vermeiden. Mellany Galla empfiehlt, mit einer Tragezeit von nur 30 bis 60 Minuten täglich zu beginnen. Diese Dauer kann in den darauffolgenden Wochen schrittweise erhöht werden. „Beim Wechsel zu Barfußschuhen müssen die Strukturen rund um Fuß und Sprunggelenk wie die Achillessehne, die Plantarfaszie und die kleinen Fußmuskeln deutlich mehr arbeiten.“
Ein Gefühl von Spannung unter der Fußsohle oder an der Achillessehne ist anfangs nicht ungewöhnlich, auch Muskelkater in den Füßen und Waden kommt häufig vor. „Sollte man merken, dass Barfußschuhe stärkere Schmerzen verursachen, sollte man sie nicht weitertragen, ohne sich orthopädischen Rat einzuholen“, warnt die Medizinerin. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
