Prostata-OP: Was das für euer Sexleben bedeutet.
Angst vor der Prostata-OPUrologe erklärt die Folgen für Erektion, Orgasmus und Lust.

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Keine Scham! Eine Prostata-OP kann die Sexualität verändern. Gut, wenn Paare offen darüber sprechen.
Ob wegen einer gutartigen Vergrößerung oder Krebs – wenn die Prostata operiert werden muss, ist das ein tiefer Einschnitt. Viele Männer fragen sich dann besorgt: Was wird aus meinem Sexleben? Vom stummen Samenerguss bis zu Erektionsproblemen sind die Ängste groß.
Welche Folgen eine Operation konkret hat, hängt stark davon ab, was genau gemacht wird. Axel Merseburger von der Deutschen Gesellschaft für Urologie erklärt laut der Nachrichtenagentur dpa die Unterschiede mit einem einfachen Vergleich: Man müsse sich die Prostata wie eine Apfelsine vorstellen.
Fall 1: OP bei gutartiger Vergrößerung
Bei gutartigen Vergrößerungen, die etwa Probleme beim Wasserlassen verursachen, wird oft nur das „Fruchtfleisch“ im Inneren der Prostata herausgeschält. Die Nerven, die außen an der „Schale“ liegen, bleiben dabei unberührt. „Bei diesen Operationen kommt es in der Regel auch nicht zu Inkontinenz und auch nicht zu einer Erektionsproblematik“, sagt der Urologe.
Was aber passieren kann: Die Ejakulation bleibt danach aus. Man habe dann nur noch einen „stummen Samenerguss“, so Merseburger. Ein Orgasmus ist aber weiterhin möglich. Auch die Lust bleibt erhalten. „Wenn die vorher nicht da war, wird sie nicht besser“, stellt der Experte klar. „Aber sie wird auch nicht schlechter durch diese Art OP.“
Fall 2: Die Prostata wird komplett entfernt
Bei Prostatakrebs hingegen muss oft die gesamte Drüse raus. Um im Bild zu bleiben: Die ganze Apfelsine wird entfernt, inklusive der Schale – und damit manchmal auch die Nerven, die für eine Erektion entscheidend sind.
„Es kommt hier darauf an, ob nervenschonend operiert wurde und wie fit der Mann ist“, erklärt Axel Merseburger. Die Erektionsfähigkeit kann danach eingeschränkt oder sogar ganz verschwunden sein.
Helfen können dann Medikamente wie PDE5-Hemmer, zu denen auch Viagra gehört, oder sogar Penisprothesen. Das sind Implantate, die mittels eines Pumpmechanismus eine Erektion ermöglichen. Der Samenerguss ist nach einer kompletten Entfernung immer trocken, die Fruchtbarkeit geht verloren.
Der Orgasmus selbst kann sich anders anfühlen, vielleicht kürzer oder weniger intensiv. Die Libido wird durch die OP selbst meist nicht beeinträchtigt. Doch die Gesamtsituation mit Krebsdiagnose, Angst und Nebenwirkungen kann die Lust stark dämpfen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
