75 Klinik-Helden lassen sich für Organspende tätowieren.
Aktion unter der Haut75 Klinik-Mitarbeiter lassen sich Organspende-Tattoo stechen

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So sieht das Organspende-Tattoo der Organisation «Junge Helden» aus, dass jetzt auch an der Uniklinik Münster bei 75 Mitarbeitern in die Haut gestochen wird. (Archivbild)
Das ist mal ein Statement, das bleibt! In Münster zeigen 75 Mitarbeitende einer Klinik mit einem Tattoo, was ihnen am Herzen liegt. Sie wollen damit Leben retten.
Diese Aktion sorgt für Gänsehaut: Pünktlich vor dem Organspendetag am Samstag legten sich 75 Angestellte des Uniklinikums Münster (UKM) freiwillig unter die Nadel. Fünf Tattoo-Künstler verewigten ein spezielles Motiv auf ihrer Haut. Es besteht aus zwei Halbkreisen, die sich zu einem Ganzen fügen und das offizielle Zeichen der Organspende-Bewegung abbilden.
Wo das Kunstwerk hinkommt und wie groß es sein soll, das konnte jeder für sich entscheiden. Die Nachfrage war gewaltig: Bei über 11.000 Beschäftigten am Klinikum bewarben sich knapp 300 Personen um einen der nur 75 verfügbaren Plätze. Weil der Ansturm so groß war, entschied am Schluss das Losglück, wer das Motiv gestochen bekam.
Ein Tattoo, das zum Reden anregen soll
Hinter der ganzen Sache steckt die Kampagne „Opt.Ink“. Gestartet wurde sie vom Verein „Junge Helden“, der schon seit 2003 Aufklärungsarbeit zur Organspende leistet. Das Tattoo soll nicht nur zeigen, dass man selbst bereit ist zu spenden. Viel wichtiger ist, dass die Leute darüber reden und das Thema in der Öffentlichkeit präsenter wird.
Aber Achtung: Das Tattoo hat rechtlich keine Gültigkeit
Und jetzt kommt der Haken, den jeder kennen sollte: So ein Tattoo ist vor dem Gesetz nicht verbindlich. Es kann niemals einen gültigen Organspendeausweis ersetzen. Darauf weist auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ausdrücklich hin. Das Motiv auf der Haut ist zwar ein klares Bekenntnis, aber es gilt nicht als offizielle Willensäußerung.
Dramatische Lage in NRW: 1700 Menschen hoffen auf ein Organ
Der Hintergrund dieser Aktion ist bitterernst, besonders hier bei uns in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hoffen aktuell etwa 1700 Patientinnen und Patienten in NRW auf ein Organ, das ihr Leben retten kann. Im Vergleich dazu wurden im gesamten Jahr 2025 lediglich 590 Organe gespendet.
Obwohl die Bereitschaft zum Spenden in der Bevölkerung laut Ministerium eigentlich groß ist, fehlt es oft an einer schriftlichen Festhaltung dieser Entscheidung. Aus diesem Grund richtet NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) einen dringenden Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Tragt eure Entscheidung in einen Organspendeausweis ein oder registriert euch im neuen Organspende-Register.
Nordrhein-Westfalen macht sich deshalb zusammen mit sieben anderen Bundesländern im Bundesrat für die Einführung der Widerspruchslösung stark. Dieses Modell sieht vor, dass jeder Erwachsene automatisch als Spender gilt, es sei denn, man widerspricht aktiv. Das letzte Wort in dieser Sache hat allerdings der Bundestag. (dpa/red)
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