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Gefahr aus der KartuschePartydroge Lachgas: Was Eltern jetzt wissen müssen

Lachgas

Copyright: Teresa Dapp/dpa

Kein seltener Anblick: Lachgas-Kartuschen und Luftballons liegen in Parks oder auf Gehwegen.

Kurzer Rausch, riesige Gefahr: So erkennen Eltern den Lachgas-Trend bei ihren Kindern.

Lachgas-Schock für Eltern: Die unsichtbare Gefahr für Teenager – Expertin packt aus. Hat mein Teenie schon Erfahrungen mit Lachgas gemacht? Diese Sorge treibt unzählige Eltern um. Im Gegensatz zum Kiffen, das sich oft durch rote Augen bemerkbar macht, fehlen bei Lachgas klare Symptome. Der Kick ist schnell vorbei, die Spuren sind unsichtbar. „Wenn der Jugendliche sich eine Stunde vorher mit Freunden getroffen und das allererste Mal Lachgas konsumiert hat, gibt es wenig Chancen, was zu bemerken“, erläutert Lea Würzinger von der Ginko Stiftung für Prävention. Der Grund: Der durch das Einatmen aus Ballons oder Kartuschen ausgelöste Zustand hält höchstens eine Minute an.

Erst bei wiederholtem Gebrauch können sich körperliche Auffälligkeiten zeigen. Diese müssen aber nicht auftreten. „Dann wundert man sich als Elternteil zum Beispiel: 'Huch, wie geht er denn die Treppe hoch?'. Oder es fällt auf, dass der Jugendliche kurzfristig etwas verlangsamt im Denken ist“, schildert Würzinger die möglichen Anzeichen.

Gesetz gegen Lachgas: Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Lachgas ist längst zur angesagten Partydroge bei jungen Leuten geworden. Die Spuren sind unübersehbar, auch in Köln und Umgebung: leere Kapseln und Ballons liegen in Parks und auf Bürgersteigen. Eine neue Regelung soll das jetzt stoppen: Ab dem 12. April ist der Erwerb und Besitz für Minderjährige bundesweit untersagt. Doch Expertin Würzinger bleibt zweifelnd. Wie die dpa berichtet, glaubt sie nicht, dass das Rauschmittel dadurch von der Bildfläche verschwindet: „Die, die es wirklich wollen und neugierig sind, die finden ihre Wege, es zu beziehen.“

Die brutale Wahrheit über Lachgas: Erfrierungen, Nervenschäden, Kollaps

Die Gefahren, die von dem farb- und geruchlosen Gas ausgehen, sind massiv. Das Portal „drugcom.de“, betrieben vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), erklärt, dass beim Einatmen ein Sauerstoffmangel im Gehirn entstehen kann. Dieser kann zur Bewusstlosigkeit führen, was wiederum Stürze und schlimme Verletzungen nach sich ziehen kann.

Eine oft verkannte Gefahr sind schwere Erfrierungen. Sobald sich das Gas aus der unter Druck stehenden Kartusche ausdehnt, kühlt es extrem ab – auf bis zu -55 Grad Celsius. Die Kapsel wird dadurch blitzschnell so eisig, dass man sich daran die Finger verbrennen oder sie sogar festfrieren können. Als besonders heikel stuft „drugcom.de“ das direkte Inhalieren aus der Kartusche ein. Nicht nur, weil die Lippen an der eiskalten Öffnung festfrieren können. Viel schlimmer: Durch die plötzliche Ausdehnung des Gases in den Atemwegen kann es zu Rissen im empfindlichen Lungengewebe kommen.

Wer häufiger konsumiert, riskiert auf Dauer schwere Nervenschäden. Der Grund dafür ist, dass Lachgas die chemische Zusammensetzung von Vitamin B12 zerstört. Der Körper kann dieses für die Nervenfunktion unerlässliche Vitamin nicht mehr verwerten. Laut „drugcom.de“ sind die Konsequenzen oft ein Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Extremitäten, Muskelschwäche oder sogar Gangstörungen. Obendrein kann der wiederholte Gebrauch zu einer psychischen Abhängigkeit führen.

Verdacht auf Lachgas? So finden Eltern die richtigen Worte

Besteht der Verdacht, dass das eigene Kind Lachgas probiert, ist ein Gespräch unausweichlich. Doch wie fängt man das an? Eine vertrauensvolle Beziehung ist die beste Grundlage. „Wenn Jugendliche wissen: 'Ich kann auf meine Eltern zählen, auch wenn ich Mist baue', dann ist das immer ein Türöffner für sie, auch über schwierige Dinge zu sprechen“, weiß Lea Würzinger. Ganz wichtig ist der richtige Moment: Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung ohne Zeitdruck und sprechen Sie lieber unter vier Augen mit Ihrem Nachwuchs.

Die Expertin rät für den Gesprächseinstieg zur „Sandwich-Methode“. Dabei wird das heikle Thema zwischen zwei positive Botschaften gepackt. Man könnte zum Beispiel mit einer Beobachtung beginnen, die als Frage formuliert ist: „Letztens hat eine Freundin erzählt, dass ihr Sohn Lachgas genommen hat. Kennst du das auch?“ Darauf kann eine fürsorgliche Aussage folgen, die die Tür öffnet: „Du bist mir wichtig und ich will wissen, was dich beschäftigt.“

Was Sie unbedingt vermeiden sollten: Vorwürfe, laute Töne oder den Besserwisser-Modus. Das blockiert jedes Gespräch. „Und auch Anschuldigungen, Lautstärke oder Beschämungen erschweren ein verständnisvolles Gespräch“, warnt die Expertin. Viel besser ist die Einstellung: „Wir beide gegen das Problem“ statt „Wir beide gegeneinander“. Übertragen Sie Ihrem Kind die Expertenrolle und lassen Sie sich erklären, was es über Lachgas weiß. Das schafft eine Basis auf Augenhöhe. Ein weiterer Vorschlag von Würzinger ist die gemeinsame Recherche. Wenn die Situation Sie überfordert, scheuen Sie sich nicht, externe Beratungsstellen einzuschalten. „Wenn die Situation überfordert und ein Gespräch in Ruhe gar nicht möglich ist, ist es immer angebracht, eine Elternberatung in Anspruch zu nehmen oder dem Jugendlichen eine Jugendberatung ans Herz zu legen.“ Dies ist besonders wichtig, wenn bereits Anzeichen für eine Abhängigkeit oder körperliche Ausfälle sichtbar sind. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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