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Gefahr im KinderzimmerDie meisten Unfälle passieren zu Hause – viele Eltern wissen es nicht

Ein kleines Kind schaut auf eine gesicherte Schublade

Copyright: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Kleine Sicherung, große Wirkung: Kindersicherungen und kippsichere Möbel sind einfache, effektive Maßnahmen.

Studie enthüllt: Eltern unterschätzen die Gefahr zu Hause.

Ein unbeobachteter Augenblick genügt: Das Kind hangelt sich am Ofen empor, schnappt sich eine Knopfzelle oder erklimmt ein Regal. Die Mehrheit der Unglücke mit Kindern ereignet sich nicht im Freien, sondern im eigenen Heim. Eine aktuelle Studie enthüllt nun, wie stark Eltern das Risiko daheim verkennen.

Die Statistiken des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind besorgniserregend: Jährlich benötigen in Deutschland circa zwei Millionen Kinder nach einem Unglücksfall ärztliche Versorgung. Dennoch ist laut einer neuen Erhebung nur einem Drittel (34 Prozent) der Eltern von Kindern unter 13 Jahren bewusst, dass ihr Heim der gefährlichste Ort ist.

Eltern wiegen sich in falscher Sicherheit

Das Gegenteil trifft zu: 65 Prozent der Umfrageteilnehmer bewerten ihr Zuhause in puncto Kindersicherheit mit der Note 1 oder 2. Eine riskante Fehleinschätzung, wie die Fakten aufzeigen. Zahlreiche Gefahren sind Eltern zwar bekannt, aber die erforderlichen Vorkehrungen werden oft nicht ergriffen.

„Fast die Hälfte der Eltern sieht Verbrennungen am Herd als relevantes Risiko, aber nur 29 Prozent haben einen Herdschutz installiert“, teilt Anja Käfer-Rohrbach mit, die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV. Ähnlich verhält es sich bei Einrichtungsgegenständen: 60 Prozent erkennen eine Sturzgefahr durch umfallende Möbel, aber nur 33 Prozent haben diese auch gegen Kippen an der Wand gesichert. Dies ging aus einer Erhebung von YouGov hervor, die vom 20. bis 26. Mai 2026 für den GDV stattfand.

Mit Kinderaugen durch die Wohnung gehen

Was ist also zu tun? Fachleute legen einen Perspektivwechsel nahe. „Geht einmal durch eure Wohnung oder euer Haus und fragt euch: Was könnte mein Kind spannend finden? Und was davon könnte gefährlich werden?“, empfiehlt Prof. Stefanie Märzheuser, die Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) „Mehr Sicherheit für Kinder“ ist.

Insbesondere die typischen Gefahrenquellen sollten Sie überprüfen: Küche, Stufen, Mobiliar und Fenster. Denn speziell Kleinkinder zwischen null und vier Jahren besitzen noch kein Risikobewusstsein, wie die Direktorin der Klinik für Kinderchirurgie an der Universitätsmedizin Rostock ausführt.

Fenster sichern: „Gerade im Sommer so wichtig“

Ein Detail, das erschauern lässt: „Ein vierjähriges Kind, das aus einem Fenster schaut, kann die Höhe nicht als bedrohlich wahrnehmen, weil das Tiefenschärfe-Sehen dieses Kindes noch nicht so ausgebildet ist, dass es Angst bekommt“, erläutert die Medizinerin. Ein dramatischer Sturz kann die Folge sein. Ihr nachdrücklicher Aufruf: „Gerade im Sommer ist es so wichtig, die Fenster zu sichern.“ Stürze stellen die häufigste Unfallkategorie vom Säuglings- bis zum Jugendalter dar.

Wissen, was im Notfall zu tun ist

Doch was tun, wenn es doch zu einem Vorfall kommt? Auch hier offenbart die Studie Mängel. Lediglich 37 Prozent der Eltern haben mit ihrem Nachwuchs gezielt besprochen und trainiert, wie im Ernstfall zu handeln ist – beispielsweise den Notruf zu alarmieren. In einer kritischen Situation hilft aber „kein Hoffen, sondern nur das, was sitzt“, betont Anja Käfer-Rohrbach vom GDV.

Prof. Märzheuser fügt hinzu: „Wenn wir mit den Kindern üben, können sie auch lernen, einen Notruf abzusetzen.“ Es existieren zahlreiche Beispiele, in denen Kinder ihre Eltern oder Geschwister retteten. Ungefähr 60 Prozent der Unglücke, so die Fachfrau, wären durch umsichtiges Handeln vermeidbar. Häufig hört sie in der Rettungsstelle die Aussage: „Bei uns passierte das Unvermeidbare. Ich habe eine Sekunde lang nicht aufgepasst.“ Der Sturz vom Wickeltisch ist ein solches Unglück, „der nicht passieren muss“.

Wer sich nicht sicher ist, wie er sein Heim sicherer gestalten kann, findet online Unterstützung. Der gebührenfreie Kinderunfall-Check von BAG und GDV leitet in wenigen Augenblicken durch die zentralen Fragen. Zusätzlich hat die BAG auf ihrer Internetseite einen Leitfaden mit weiteren Sicherheitstipps zusammengestellt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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