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Die schon wieder ...Immer Stress mit Schwiegermama? Expertin hilft

Porträt einer traurigen, reifen Frau, die zu Hause sitzt und den Konflikt eines jungen Paares ignoriert, das sich streitet, Beziehungen zu Hause herausfindet

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Porträt einer traurigen, reifen Frau, die zu Hause sitzt und den Konflikt eines jungen Paares ignoriert, das sich streitet, Beziehungen zu Hause herausfindet

Wenn's zwischen Schwiegermutter und -tochter knirscht – weiß Diplom-Psychologin Elfi Meyer zu Broxten Rat.

Es sind oft Sätze, die nebenbei fallen. Ein Augenrollen. Ein Kommentar im Flur: „So trägt man ein Kind doch nicht.“ Oder: „So macht man das nicht bei uns.“ Aber wehe, die Schwiegertochter wehrt sich. Laut einer Umfrage von Elitepartner knirscht es bei einem Drittel von Schwiegermüttern und -töchtern gewaltig. Eine Expertin erklärt, was zu tun ist.

Da treffen zwei Frauen aufeinander, die beide denselben Mann lieben, jede auf ihre Weise. Das allein birgt schon Zündstoff. Die Mutter hat diesen Menschen großgezogen, ihm die Brote geschmiert, seine Sorgen gekannt. Und plötzlich ist da eine andere, der er zuerst erzählt, wie sein Tag war. „Das tut weh, auch wenn es keine Mutter so sagen würde“, sagt die Diplom-Psychologin Elfi Meyer zu Broxten („Toxische Schwiegerbeziehungen“, V & R Verlag; 26 Euro). Die Schwiegertochter wiederum betrete ein Haus, in dem alle Regeln längst feststehen – wo die Tassen stehen, wie Weihnachten läuft, über wen man besser nicht spricht.

Diplom-Psychologin Elfi Meyer zu Broxten, Autorin von "Toxische Schwiegerbeziehungen"

Copyright: Vandenhoeck & Ruprecht Verlage

Diplom- Psychologin Elfi Meyer zu Broxten ist Paar- und Familientherapeutin. Sie weiß, dass Konflikte in Schwiegerfamilien ein schleichendes Beziehungs-Gift sein können.

Solange die neue Frau „nur die Freundin“ sei, sei das Verhältnis meist noch herzlich, aber wenn es um Zusammenziehen oder die Hochzeit gehe, wandele es sich oft. „Und so richtig ernst wird es meistens mit dem ersten Enkelkind.“ Fast immer seien es für Außenstehende Kleinigkeiten – ob Kartoffeln geschält oder mit Schale gekocht werden, ab wann das Baby den ersten Brei bekomme. Aber: Ein Satz wie „Bei uns wird das immer so gemacht“, sei beim ersten Mal ein Satz, beim zwanzigsten Mal eine Botschaft: „Du gehörst nicht dazu“. Im Grunde werde darüber verhandelt, wer in der Familie das Sagen habe, erklärt die Expertin.

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Das gelte auch für unaufgeforderte Hilfe wie bei der Schwiegermutter, die nach der Geburt täglich Suppe vorbeibringe oder die Wäsche mitnehme. Nicht nur eine Klientin erzählte Meyer zu Broxten von dem Konflikt, dass sie ja eigentlich dankbar sein müsse, aber einfach „das Gefühl habe, in meiner eigenen Wohnung nicht mehr allein zu sein“.

Klare Ansagen – ohne Begründung

Die Psychologin rät Schwiegertöchtern, zuerst mit dem eigenen Mann zu reden. „Das ist seine Mutter, und klare Ansagen kommen von ihm meistens viel besser an.“ Für den Alltag empfiehlt sie Sätze, die man nicht weiter begründet. „Danke für den Tipp, wir machen das so“ reiche völlig. „Viele Frauen erklären sich dann noch drei Minuten lang. Das lädt nur zur nächsten Runde ein.“ Und wer gern unangemeldet vor der Tür stehe, könne freundlich, aber deutlich gebeten werden: „Ruf doch vorher kurz an, dann kann ich mich auch richtig über deinen Besuch freuen.“ Tipp aus ihrer Praxis: „Üben Sie solche Sätze vorher laut vor dem Spiegel. Hilft enorm, falls Sie im entscheidenden Moment sonst nur schlucken würden. Und rechnen Sie damit, dass die Schwiegermutter erst mal pikiert reagiert. Gehört dazu.“

Wenn der Partner immer zur Mutter hält

Das sei der Kern fast aller Schwiegerkonflikte, erklärt sie im Interview mit dem EXPRESS. Schwiegermütter können ihren Schwiegertöchtern nur das antun, was der Sohn/Partner zulasse. Zu Sohnemanns Ehrenrettung sagt sie: „Viele dieser Männer meinen es gar nicht böse. Jedes Nein zur Mutter fühlt sich für sie bis heute an, als würden sie sie im Stich lassen.“ Mit Vorwürfen käme man da nicht weit. Die Frau sollte lieber erzählen, wie es ihr dabei gehe. „Wenn deine Mutter mich vor allen kritisiert und du schweigst, fühle ich mich furchtbar allein.“ Er müsse verstehen, wie verletzt sie sei. Anschließend würden kleine, konkrete Abmachungen helfen. Ihr Credo: „Ein Mann kann seine Mutter lieben und trotzdem an der Seite seiner Frau stehen.“

Und umgekehrt?

Was sollten Schwiegermütter tun, wenn sie schließlich nur noch ausgegrenzt oder nie eingeladen werden? Sie erlebe immer häufiger in ihrer Praxis Schwiegermütter, die genau darüber klagen, sagt Meyer zu Broxten – und rät dennoch erst einmal zur Selbstreflexion: „Habe ich zu viele Ratschläge gegeben, auch wenn sie lieb gemeint waren?“ Fürsorge könne beim Gegenüber wie Kontrolle ankommen. Wovon die Expertin indes dringend abrät: Über die Enkel Druck aufzubauen, Verwandte als Boten zu schicken oder gegenüber dem Sohn über die Schwiegertochter zu lästern. „Damit bringen Sie Ihren Sohn in eine Zwickmühle – und dabei verlieren Sie meistens.“