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Gestartet, aber nicht daStudie: KI-Projekte in Firmen kommen nicht in den Arbeitsalltag

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Copyright: Oliver Berg/dpa

Der flächendeckende KI-Einsatz in deutschen Großunternehmen stockt. (Symbolbild)

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KI in Firmen: Es scheitert nicht am Geld – die Gründe

In der Theorie ist Künstliche Intelligenz der große Heilsbringer für Deutschlands Firmen, doch in der Praxis kommt die Revolution einfach nicht in die Gänge. Eine neue Untersuchung des IT-Beratungshauses Zoi deckt jetzt die wahren Gründe auf. Überraschend: Es liegt nicht am Geld, sondern an fehlender Organisation und mangelhafter Umsetzung im Betrieb.

Grundlage für diese Erkenntnisse ist eine Umfrage unter 500 IT-Chefs aus Konzernen mit über 2.000 Mitarbeitern, die vom Meinungsforschungsinstitut Civey realisiert wurde. Die wissenschaftliche Begleitung übernahmen Experten der Hochschule der Medien aus Stuttgart.

Riesen-Kluft: Warum KI-Projekte im Sand verlaufen

Seit dem technologischen Urknall vor drei Jahren haben laut der Erhebung die meisten großen deutschen Konzerne zwar erste Einsatzmöglichkeiten gefunden und Testläufe begonnen. Aber zwischen dem anfänglichen Experimentieren und dem profitablen Einsatz im Tagesgeschäft tut sich bei vielen Firmen ein gewaltiger Graben auf.

Als die IT-Bosse nach den konkreten Bremsklötzen gefragt wurden, waren die Antworten eindeutig: zu komplizierte IT-Systeme, mangelndes Know-how der Belegschaft und Probleme bei der Einbindung der neuen Technologie in alte Rechner-Landschaften. Der Hammer: Finanzielle Sorgen oder Zweifel am Nutzen spielten kaum eine Rolle. Besonders pikant: Gerade die Pioniere, die früh gestartet sind, ächzen am stärksten unter ihrer eigenen komplexen Technik.

Planlos in der Chefetage: Ziele? Fehlanzeige!

Die Untersuchung zeigt: Die Ursachen für das Scheitern sind oft ganz oben zu finden. Rund 75 Prozent der Firmen haben zwar eine offizielle KI-Strategie niedergeschrieben. Doch lediglich bei rund einem Drittel davon sind auch handfeste, messbare Vorgaben hinterlegt. Ohne diese Kennzahlen verkommt der Plan zur reinen Makulatur.

Zoi-Chef Benjamin Hermann bringt es auf den Punkt. Die Resultate der Studie würden belegen, dass zwischen technischer Brillanz und der tatsächlichen Umsetzung im Alltag noch eine riesige Lücke klafft. „Mit KI anfangen ist einfacher, als mit KI produktiv zu sein.“

Das bestätigt Professor Jan Kirenz von der Stuttgarter Hochschule der Medien. Die Zahlen würden eine deutliche Sprache sprechen: „76 Prozent der deutschen Großunternehmen erproben KI-Agenten bereits aktiv, was das breite Innovationsinteresse belegt.“ Doch er schränkt ein: Weil nur 19 Prozent die Technik in ihren zentralen Abläufen nutzen, lässt der große wirtschaftliche Gewinn noch auf sich warten.

Entwarnung an der Job-Front: KI kein Arbeitsplatz-Fresser

Und was ist mit der großen Angst vor dem Job-Kahlschlag durch die neue Technologie? Die IT-Profis geben hier überraschend Entwarnung. Eine überwältigende Mehrheit von 79 Prozent der Entscheider erklärte, dass generative KI die Belegschaft stabilisieren oder die Zahl der Stellen sogar erhöhen werde.

Das Fazit der Studie ist damit klar: Die KI-Bremse in deutschen Unternehmen ist nicht der Geldbeutel, sondern veraltete Systeme und fehlende, klare Ansagen von oben. Gleichzeitig scheint die Panik vor massenhaftem Jobverlust unbegründet. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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